GSoA > Geschichte

Die Geschichte der GSoA

Gründung

Die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee wurde am 12. September 1982 von 120 Männern und Frauen zwischen 18 und 87 Jahren im "Kreuz" in Solothurn gegründet. Anfangs belächelt, lehrte sie das Establishment bald das Fürchten.

Erste Initiative für eine Schweiz ohne Armee

1986 reichte die GSoA die Initiative "Für eine Schweiz ohne Armee und für eine umfassende Friedenspolitik" mit 111'300 gültigen Unterschriften ein. In einer Zeit, als eine militärische Karriere als Voraussetzung für viel Berufe galt, mischte die Initiative die Schweizer Politlandschaft kräftig auf. Am 26. November 1989 stimmten über eine Million Stimmberechtigte (35.6% der Abstimmenden) für die Abschaffung der Armee. Das überraschend gute Resultat führte in den folgenden Jahren zu einem gesellschaftlichen Bedeutungsverlust der Armee.

Aufruf zur Tat

Nach intensiven Diskussionen lancierte die GSoA 1990 den "Aufruf zur Tat", einen Aufruf zur massenhaften Dienstverweigerung, um Druck für die Einführung eines Zivildienstes zu erzeugen. Mit Erfolg: 1992 wurde der Zivildienst in der Verfassung verankert.

Stop F/A-18!

Als im Frühjahr 1992 beide Kammern des Parlaments der Beschaffung von 34 Kampfflugzeugen des Typs F/A-18 zugestimmt hatten, gelang es der GSoA in nur 32 Tagen 503'719 Unterschriften gegen dieses Vorhaben zu sammeln, wobei aus Zeitgründen nur 181'797 beglaubigt werden konnten. Damit kam die Initiative nicht nur in Rekordzeit zustande, sondern zudem mit einer der höchsten je erreichten Unterschriftenzahlen. Am 6. Juni 1993 erreichte der Abstimmungskampf mit einem Openair auf dem Bundesplatz seinen Höhepunkt. Armeekreise bekämpften die Initiative als "Armeeabschaffung in Raten". Sie wurde am 6. Juni 1993 abgelehnt, allerdings waren 42.8% der Abstimmenden für einen Verzicht auf die Flugzeuge.

Jugoslawienkrieg

Mitte der 1990er Jahre engagierte sich die GSoA gegen den Krieg im ehemaligen Jugoslawien, sowohl durch die Unterstützung verschiedener Organisationen (Antiratna Kampanja Hrvatska, Peace Institute Ljubljana, OTPOR in Serbien) wie auch mit eigenen Friedenserziehungs- und Wiederaufbauprojekten.

Zweite Abschaffungsinitiative und Initiative für zivilen Friedensdienst

Im März 1998 lancierte die GSoA zwei weitere Initiativen: "Für eine glaubwürdige Sicherheitspolitik und eine Schweiz ohne Armee" [Informationen] und "Solidarität statt Soldaten: Für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst" [Kampagnen-Seite]. Im Dezember 2001 wurden beide Initiativen mit nur 21.9% bzw. 23.2% Ja-Stimmen abgelehnt.

UNO-Initiative

1999 beteiligte sich die GSoA massgeblich an der Unterschriftensammlung für die Initiative für einen UNO-Beitritt der Schweiz, welche 2002 angenommen wurde [Kampagnen-Seite].

Referendum gegen die Revision des Militärgesetzes

2001 sammelte die GSoA mehr als 60'000 Unterschriften für ein friedenspolitisches Referendum gegen die Revision des Militärgesetzes, welche erstmals bewaffnete Auslandeinsätze der Schweizer Armee ermöglichte. Am 10. Juni 2001 fand das auch von rechtsbürgerlicher Seite bekämpfte Vorhaben die knappe Zustimmung von 51% der Abstimmenden. [Kampagnen-Seite]

Proteste gegen den Irakkrieg

Während der Proteste gegen den Krieg im Irak 2003 war die GSoA eine der tragenden Organisationen der Demonstrationen und Aktionen in der Schweiz. Innerhalb weniger Wochen verkaufte die GSoA mehrere Zehntausend PACE-Friedensfahnen, welche zu einem prägenden Symbol der Proteste wurde.

Kriegsmaterial und Sturmgewehre

Am 27. Juni 2006 lancierte die GSoA zusammen mit weiteren Organisationen die Initiative für ein Verbot von Kriegsmaterial-Exporten. Trotz einer (gemäss Tages-Anzeiger) «cleveren und engagierten» Kampagne lehnte die Schweiz die Initiative ab. Immerhin versprach der Bundesrat, Waffenlieferungen nach Pakistan, Ägypten und Saudi-Arabien künftig nicht mehr zu bewilligen.

Im September 2007 begann ein breites Bündnis mit der Unterschriftensammlung für die Initiative "Für den Schutz vor Waffengewalt", welche den privaten Waffenbesitz einschränken und die Armeewaffe vom Privathaushalt ins Zeughaus verbannen wollte. 2011 wurde diese Initiative knapp abgelehnt. Die Schweiz bleibt somit das einzige Land, in dem der Staat seinen Soldaten Sturmgewehre nach Hause gibt.

Kampfjets

Seit der Bundesrat 2006 beschloss, neue Kampfflugzeuge zu evaluieren, ist ein ständiges politisches Tauziehen zwischen den BefürworterInnen und GegnerInnen einer solcher Beschaffung entstanden. Zwischenzeitlich hatte die GSoA eine Initiative gesammelt und eingereicht, die ein zehnjähriges Moratorium für den Kauf neuer Kampfjets verlangte. Die GSoA zog die Initiative jedoch zurück. In den folgenden Jahren wird es stattdessen zu einer Referendumsabstimmung über den Kauf von Gripen-Kampfjets kommen.

Wehrpflicht

2012 reichte die GSoA die Initiative für die Aufhebung der Wehrpflicht ein. Sie greift damit eines der letzten Tabus der Schweizer Politik an. Am 22. September wird die Initiative an der Urne abgelehnt.

Referendum gegen neue Kampfflugzeuge ("Gripen")

Am 8. Oktober 2013 lancierte die GSoA zusammen mit einem Bündnis das Referendum gegen den neuen Kampfjet Saab 29 "Gripen". Am 14. Januar 2014 reichte das Bündnis das Referendum mit rund 100'000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht wurde. Am 29. Januar 2014 teilte die Bundeskanzlei mit, dass das Referendum mit 65'384 gültigen von 65'797 eingereichten Unterschriften, zustande gekommen ist. Die Beschaffung wurde am 18. Mai 2014 mit 53,4 Prozent Nein-Stimmen gegen 46,6 Prozent Ja-Stimmen abgelehnt. Die Schweizer Stimmbevölkerung hat sich klar gegen unnötige Ausgaben für die Armee geäussert.

 

Weitere Informationen

Artikel zur Geschichte der GSoA finden sich unter anderem auf folgenden Seiten:

GSoA-Zeitung: Archiv | Ausgabe zum 20-jährigen Jubiläum | Ausgabe zum 25-jährigen Jubiläum | Ausgabe zum 30-jährigen Jubiläum | Chronologie bis 2012

Thematische Seiten: Armee und Zivildienst | Krieg und Frieden