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"FORGET BAGDAD"
Von Bagdad nach Zürich
von Stefan Luzi | 01.01.03.

Samir ist 1955 in Bagdad, Irak, geboren und ist als Kind anfang der sechziger Jahre mit seinen Eltern in die Schweiz gezogen. Er besuchte die Schule für Gestaltung und machte eine Lehre als Typograf. Seit Mitte der achtziger Jahre produziert er eigene Filme, die aufgrund ihres innovativen Charakters und ihres sorgfältigen Blickwinkels früh Aufsehen erregten. Seine bekanntesten Werke sind "Babylon 2" und "Forget Bagdad". Heute leitet Samir zusammen mit dem Dokumentarfilmer Werner Schweizer die "Dschoint Ventschr"-Filmproduktion, welche sich einen Namen machte als Talentschmiede des Schweizer Films.

In seinem neuesten Film "Forget Bagdad" zeigt Samir die Lebensläufe von vier jüdischen Irakern, die in den fünfziger Jahren aufgrund anti-jüdischer Ausschreitungen im Irak nach Israel ausgewandert sind. Mit sorgfältigem Blick schildert der Filmautor die Gründe für die Auswanderung aus dem Irak und die Schwierigkeiten der irakischen Juden, die nach ihrer Ankunft in Israel mit dem Rassismus der "europäischen" Juden gegen die "arabischen" Juden konfrontiert werden. Als Höhepunkt der Absurdität werden die Ereignisse 1991 gezeigt, als gerade diejenigen israelischen Städte besonders von den irakischen Raketenangriffen betroffen waren, in denen viele ehemalige irakische BürgerInnen wohnen. Der Film zeigt die Vielzahl der kulturellen, politischen und geschichtlichen Fäden auf, die in der Region des Nahen und Mittleren Ostens zusammenlaufen und die einen Blick auf diese Region nahelegen, der diese wechselseitigen Abhängigkeiten wahrnimmt. Samir hat sich bereits als einer der Hauptredner an der nationalen Kundgebung vom 2. November 2002 gegen einen Krieg im Irak ausgesprochen. Seine Rede kann unter www.gsoa.ch nachgelesen werden.

Thema: Krieg und Frieden
Typ: GSoA-Newspaper
Kategorien: Irak
Ausgabe: 106

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