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KRIEG UND FRIEDEN
Swiss Military Airlines
von Daniel Bachofen | 01.06.05.

Dass die Armee ihren Platz in der Schweiz verloren hat ist längst bekannt. Mittlerweile, es dauert beim Militär meist etwas länger, ist diese Erkenntnis wohl auch bis zu Herrn Keckeis vorgedrungen, welcher wiederum die einzig nüchterne Lösung findet (von der Armeeabschaffung mal abgesehen) und die Armee offenbar ins Ausland abschieben will. Tönt etwas besser als es tatsächlich ist, leider geht es weder darum, die Armee zu verhökern, noch darum sie auf den Mond zu schiessen (was wiederum die GSoA als eine sinnvolle Option betrachten würde), sondern um «WeKa auf Jameka».

Gute Idee, leider etwas zu spät, hätte doch die Swissair gerne noch etwas mehr Touristen befördert, erst recht wenn diese ein scheinbar unendliches Budget vorweisen können und trotzdem auf jeden Komfort verzichten möchten.

Da die nationale Fluggesellschaft aber gescheitert ist und die Lufthansa auf ihren Flügen das Tragen von Sturmgewehren grundsätzlich ablehnt, spielt man in Armeekreisen nun mit dem Gedanken, eine eigene Charterfluggesellschaft zu gründen, die Swiss Military Airlines.

Während sich FDP-Parlamentarier bereits um die Vorstandssitze raufen, finden SP und SVP die Idee aber gar nicht lustig und die neue Schweizer Airline scheiterte bereits im Parlament an der Beschaffung ihrer Charterflugzeuge. Aber, ganz ehrlich, diese Casa C-295M wäre für 220'000 Soldaten sowieso eine schlechte Basis gewesen, da nehmen wir lieber gleich den neuen Airbus.

Neben Verwaltungsrat und Flugzeugen fehlt den Swiss Military Airlines aber noch ein weiterer zentraler Punkt: Traumdestinationen. Und die zu finden ist keine einfache Aufgabe, zumal die besten Plätze bereits vergeben sind. Fast jedes sonnige Plätzchen der Erde wird bereits von den Amerikanern besetzt, ausser Mallorca - dort sind die Deutschen. Wohin könnte also die Schweiz ihre Armee abschieben? Skipisten reparieren im Nahen Osten? In Asien ein Schwingerfest organisieren? Keine Frage, es ist eine schwierige Aufgabe im Ausland einen Job zu finden für eine derart hochspezialisierte Armee. Und wenn schon offensichtlich niemand ein Interesse an unserer Armee haben könnte, so müsste diese wohl zumindest einen Platz finden wo sie niemandem auf den Wecker geht. Und da, lieber Herr Keckeis, fällt uns nun wirklich nichts anderes ein als die Armee auf den Mond zu schiessen.

Thema: Krieg und Frieden
Typ: GSoA-Newspaper
Ausgabe: 120

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