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ARMEE UND ZIVILDIENST
Guter Rat ist teuer: Geldsorgen bei der Beratungsstelle
von Julian Reich | 17.11.06.

Die Beratungsstelle für Militärverweigerung und Zivildienst (bfmz) hat Finanzprobleme. 10 Jahre nach Einführung des Zivildienstes bekommt auch die bfmz das veränderte Aushebungsregime des VBS zu spüren.

Am 10. November 2006 trafen sich Bundesrätin Doris Leuthard und Armeechef Christophe Keckeis mit Offiziellen vom Zivildienst und der Öffentlichkeit, um den Zivildienst zu loben, seine Verdienste um das Schweizer Gemeinwohl zu preisen und ihm alles Gute für die nächsten zehn, nein hundert Jahre zu wünschen. Denn zehn Jahre sind es nun, seit das Bundesgesetz über den Zivildienst in Kraft getreten ist.

Die bfmz berät

Die bfmz ist die einzige Beratungsstelle für Militärdienstverweigerer und solche, die es werden wollen. Sie berät Stellungsunwillige zu Verweigerungsfragen und bereitet Zivildienstaspiranten auf die Gewissensprüfung vor. Die fünf Mitarbeiter der bfmz investieren neben ihren bezahlten Stellenprozenten viel Freizeit in die Beratungsstelle, die es schon seit 25 Jahren gibt. Ob es nochmals 25 Jahre für die bfmz werden, ist fraglich. Denn wird die Gewissensprüfung zur Zulassung zum Zivildienst abgeschafft, wie in der Motion Studer gefordert, so wird auch die Beratung hinfällig.

Geldsorgen

Die finanzielle Lage der Beratungsstelle ist prekär. In regelmässigen Abständen leert sich die Kasse der bfmz bis auf wenige Franken. Der daraufhin folgende Spendenaufruf spült zwar wieder einiges in die Kasse, doch die nächste Ebbe folgt so sicher wie der nächste Leermond. Die neusten Entwicklungen in der Armee haben die Situation noch verschärft. Da immer mehr junge Dienstpflichtige den leichten blauen Weg wählen, sprich sich untauglich schreiben lassen, verlangen auch immer weniger eine Beratung durch die bfmz. Was dazu führt, dass diese weniger Beratungsgelder bekommt. Was die Beratungsstelle dazu zwingt, Stellenprozente abzubauen. Was wiederum bestimmt nicht dazu beiträgt, den jungen Dienstpflichtigen den Zivildienst als Alternative überhaupt bewusst machen zu können. Und so werden immer mehr Ausgehobene den blauen Weg wählen, womit sich der Teufelskreis schliesst.

Mehr Informationen zur bfmz finden Sie unter: www.armee-ade.ch

Thema: Armee und Zivildienst
Typ: GSoA-Newspaper
Kategorien: Zivildienst
Ausgabe: 128

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