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ARMEE UND ZIVILDIENST
Japans Pazifismus-Artikel globalisieren
von GSoA | 24.10.07.

(aw) "Das japanische Volk sagt sich für immer vom Krieg als Mittel zur Beilegung internationaler Konflikte los. Es gibt keine Streitkräfte zu Land, zur See und in der Luft."

Was die GSoA in zwei Initiativen gefordert hat, ist schon seit gut sechzig Jahren im Artikel 9 der japanischen Verfassung festgeschrieben. Seit den 90er Jahren versuchten mehrere Regierungen diesen Abschnitt zu kippen, zuletzt auch das Kabinett des kürzlich zurückgetretenen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. Der wieder aufkeimende japanische Nationalismus spielt dabei eine Rolle, aber auch das Interesse der USA, einen wichtigen Verbündeten in die «militärische Verantwortung einzubinden». Insbesondere jedoch drängt die Wirtschaft darauf, das mit dem Artikel 9 einhergehende totale Waffenexport-Verbot aufzuheben.

Die grosse Mehrheit der JapanerInnen - gemäss einer Umfrage der Tageszeitung Asahi Shimbun knapp 80 Prozent der Bevölkerung - steht jedoch hinter dem Pazifismus-Artikel. Die japanische Friedensbewegung hat eine Kampagne gestartet, welche den Artikel 9 nicht nur verteidigen, sondern globalisieren will. Sie soll die Menschen und Regierungen weltweit darin bestärken, Bestimmungen ähnlich dem Artikel 9 zu erlassen. Die Logik des Krieges und der Gewalt soll durchbrochen werden und einer Kultur des Friedens weichen. Setzen wir uns dafür ein, dass wir nach der Abstimmung über das Waffenexportverbot in der Schweiz eine kleine Meldung der Hoffnung ins Land der aufgehenden Sonne schicken können.

Mehr Informationen unter www.article-9.org

Thema: Armee und Zivildienst
Typ: GSoA-Newspaper
Kategorien: Militärpolitik
Ausgabe: 131

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