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FRIEDENSARBEIT
Hoffnung für Somalia
von Heinrich Frei | 22.12.08.

Nachrichten aus Somalia erreichen uns meist nur, wenn Piraten am Horn von Afrika Schiffe kapern oder wenn über die Gräuel eines Bürgerkriegs berichtet wird, dessen Logik wir nicht verstehen. Das von GSoA-Mitglied Vre Karrer gegründete Hilfswerk
"New Ways for Somalia" leistet in dieser Situation wertvolle Friedensarbeit.

Seit dem Sturz des Diktators Siad Barre im Jahr 1991 hat Somalia keine funktionierende Regierung mehr. Der Ende 2006 wieder aufgeflammte Bürgerkrieg wird zum jetzigen Zeitpunkt vornehmlich in Mogadiscio ausgetragen. Die Regierungstruppen, unterstützt von 30'000 äthiopischen Soldaten, kämpfen gegen aufständische Gruppierungen, die den Abzug der Äthiopier verlangen. Am meisten leidet die Zivilbevölkerung unter dem andauernden gewaltsamen Konfliktes in Somalia.

Bis Ende Jahr, schätzt der Landesdelegierte Denise Brown des Uno-Welternährungsprogramms, werden etwa 3,5 Millionen Menschen von der humanitären Krise in Somalia betroffen sein. Der Krieg, Flüchtlingsströme im Inneren des Landes und auch Naturkatastrophen, die Überschwemmungen und die Dürren, die Somalia in den letzten Jahren heimgesucht haben, führten zudem zu einer galoppierenden Inflation. Auch der weltweite Anstieg der Preise für Lebensmittel und Treibstoffe macht Somalia zu schaffen.

Zehntausende sind vor den Kämpfen auch nach Merka geflüchtet. Ausserhalb der Stadt lagerten in diesem Frühling schätzungsweise 3'000 Familien auf offenem Feld, im Shalambood Camp. Improvisierte Hütten aus Ästen und Kleidungstücken bildeten die Unterkünfte. Viele dieser Flüchtlinge erhielten unentgeltliche Behandlung im Ambulatorium von «New Ways for Somalia». Der Stock an Medikamenten reichte jedoch nicht aus, um die grosse Nachfrage befriedigen zu können. Trotz des Krieges und der schwierigen Umständen führt «New Ways for Somalia» die Arbeit in diesem vergessenen Konfliktgebiet weiter.

 

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Neue Wege in Somalia

Der Förderverein «Neue Wege in Somalia» arbeitet seit der Gründung durch Vre Karrer im Jahr 1994 in Somalia (die GSoA-Zitig berichtete; Nr. 94, September 2001). In der Stadt Merka betreibt der Verein ein medizinisches Ambulatorium sowie zwei Schulen mit mehr als tausend SchülerInnen. Seit dem Tod Vre Karrers führen SomalierInnen in Zusammenarbeit mit dem Förderverein «Neue Wege in Somalia» das Projekt weiter. Der Förderverein ist auf die Unterstützung von Privatpersonen, Stiftungen und Kirchgemeinden angewiesen (PC-Konto 80-53042-7).

www.nw-merka.ch

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Thema: Krieg und Frieden
Typ: GSoA-Newspaper
Kategorien: Ziviler Friedensdienst
Ausgabe: 136

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