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WAFFENHANDEL
Die Schweiz an der Waffenmesse DSEi 2009
von Cordula Bieri | 31.10.09.

Alle zwei Jahre treffen sich im September Tausende von Kriegsmaterialhändlern in London an der «Defence and Security Equipment International (DSEi)». Die DSEi ist eine der grössten Waffenmessen der Welt.

Die britische Regierung hat in diesem Jahr Staaten wie Angola, Kolumbien, China, den Irak, Pakistan und Saudi Arabien zu diesem todbringenden Spektakel eingeladen. Einige dieser Länder befinden sich in bewaffneten Konflikten, andere sind bekannt für systematische Menschenrechtsverletzungen. Auch Libyen wurde von der britischen Regierung eingeladen, nahm aber nicht teil. Das Land war wohl mit den Vorbereitungen für die eigene Waffenmesse LAVEX beschäftigt, die Anfang Oktober in Tripolis stattfand.

Auch die Schweiz war mit von der Partie. Die britische Regierung gab bekannt, dass Jakob Baumann, Rüstungschef und Leiter der armasuisse die Eidgenossenschaft vertreten hat. Schweizer Unternehmen waren ebenfalls zahl reich an der DSEi 2009 erschienen. Neben der Ruag, der MOWAG (zusammen mit der Mut terfirma General Dynamics) und der Rheinmetall (der früheren Oerlikon Contraves) nahmen auch kleinere Firmen wie die Crypto AG, m&f engineering, Katadyn Products, MB-Microtec ware, MineWolf Systems AG, WAVECOM AG, SSZ,Vectronix oder Victor inox an der DSEi 2009 teil.

Breiter Protest gegen die DSEi

Nicht alle freuen sich in London über diese Waffenmesse. Die Campaign Against Arms Trade (CAAT), Disarm DSEi, Space Hijackers und andere Organisationen protestieren seit Jahren gegen diesen Event. CAAT hat vor der stark bewachten Waffenmesse friedlich demonstriert. Anschliessend wurden die Proteste bei der Regierungsagentur, welche für die Förderung des britischen Waffenhandels zuständig ist, weitergeführt. Disarm DSEi demonstrierte im Zentrum von London gegen die Banken, welche mit ihrem Geld die Waffenindustrie aktiv unterstützen. Man munkelt, dass die Space Hijackers das offizielle Abschlussdinner der Waffenmesse mithilfe eines Helikopters aufgemischt haben. Der vielfältige Protest zeigt: Die Anti-Waffenlobby wächst.

* Cordula Bieri arbeitet als Praktikantin bei der Campaign Against Arms Trade in London.


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