Themen > Finanzierung von Kriegsmaterial

KOMMUNALE INITIATIVE
Gegen Churer Kriegsgeschäfte
von Sebastian Büchler | 28.11.16.

Am rechten Ufer des Alpenrheins liegt die älteste Stadt der Schweiz – Chur. Doch trügt die alpine Zauberwelt, welche uns die Tourismusverantwortlichen vermitteln? Wir schauen genauer hin!

Chur ist das Tor zum Bündnerland, eine der führenden Tourismusregionen der Schweiz. Ebenso haben sich im Kantonshauptort viele Dienstleistungsanbieter niedergelassen: Kantonale Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Detailhandel. Auch gibt es stadtnahe Natur- und Erholungsräume. Eine moderne, fortschrittliche Stadt wie Chur müsste dementsprechend auch vorbildlich agieren, wenn es um Finanzgeschäfte geht. Wir machten dafür die Probe aufs Exempel und haben uns die Investitionen der öffentlich-rechtlichen Pensionskasse der Stadt Chur genauer angesehen. Die PK Chur verfügt über ein Gesamtinvestitionsvermögen von 350 Millionen Franken. Davon fliessen 0.35% des Anlagevermögens in Rüstungsfirmen. In absoluten Zahlen also 1.2 Millionen Franken. Diese werden über Indexfonds in die Aktien- und Obligationenmärkte investiert. Was auf den ersten Blick nach wenig aussieht, darf trotzdem nicht unterschätzt werden. Schon dieser Anteil leistet einen Beitrag zur Destabilisierung der Sicherheitslage in vielen Konfliktgebieten unserer Welt.

Eine entsprechende kommunale Volksinitiative, um diesem Treiben ein Ende zu setzen, liegt der Stadt zur formellen Vorprüfung vor. Wann die Initiative gestartet wird, oder ob der parlamentarische Weg erfolgversprechender ist, wird aktuell mit den politischen PartnerInnen vor Ort diskutiert.