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Zeitung 65 vom 01.06.2016:
Diskussion zu den beiden GSoA-Initiativvorschlägen

GSOA - WOHIN DES WEGS?
Initiativen sind mehr als eine Jagd auf Abstimmungsprozente!
Armee und Zivildienst | von Marco Tackenberg und Nico Lutz | 01.06.1996

Die Forderung, die Schweizer Armee abzuschaffen und durch eine intelligentere Friedens- und Sicherheitspolitik zu ersetzen, bedeutet für die GSoA mehr als ein sonntägliches Amen in der Kirche. Initiativen für eine Schweiz ohne Armee und einen Schweizer Friedensdienst sind eine konkrete Handlungsperspektive. Jenseits von NATO-Beitritt oder bewaffnetem Alleingang wollen wir einen Weg für eine weltoffene Schweiz aufzeigen. Das hat die Vollversammlung am 31. März 1996 in aller Deutlichkeit bestätigt.

Kung-fu-tse, seit dem 17. Jahrhundert in Europa besser bekannt unter der latinisierten Form seines Namens Konfuzius, stiftete nicht nur eine Religion, sondern bereicherte die Welt auch ...

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DIE ARMEE ABSCHAFFEN UND DIE SICHERHEITSBEDÜRFNISSE DER BEVÖLKERUNG ERNST NEHMEN
Zivile Sicherheit als drittes Standbein der GSoA II
Armee und Zivildienst | von Marco Tackenberg und Nico Lutz | 01.06.1996

Militärs wie bürgerliche Politiker haben längstens gemerkt, wovor sich die Menschen in diesem Land fürchten: Es sind - nebst der bedrohlichen sozialen Situation! - immer weniger kriegerische Auseinandersetzungen als zivile und Naturkatastrophen, welche die Frage aufkommen lassen: Wer schweisst mich im entscheidenden Moment aus den Trümmern?

Der Bundesrat hat aus dieser Erkenntnis heraus mit dem Bericht zur Sicherheitspolitik 1990 die Katastrophenhilfe als wesentliche Armeeaufgabe vereinnahmt und massiv ausgebaut. Die Militärführung rechnet zurecht damit, dass politische Angriffe auf die Armee mit diesen an sich notwendigen, aber eigentlich zivilen Aufgaben besser abgewehrt werden können. Indem die ...

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JETZT ENTSCHEIDEN
Die zivile Intervention
Armee und Zivildienst | von Michel Monod | 01.06.1996

Bewaffnete Verteidigung ...

Bezüglich Verteidigungs- und Sicherheitspolitik stehen sich in Europa zwei Modelle gegenüber. Deutlicher wahrnehmbar ist wohl jenes der bewaffneten Verteidigung. Die Staaten vertrauen auf ihre militärischen Kräfte, sind daran, Berufsarmeen aufzustellen, um den technischen Anforderungen einer modernen Bewaffnung gerecht zu werden. Belgien hat die allgemeine Wehrpflicht bereits abgeschafft. Auch die Niederlande und Frankreich verfolgen dieses Ziel und wollen es England gleichtun, das schon seit langem eine Berufsarmee unterhält. Die NATO ist weiterhin tonangebend, und wer noch nicht NATO-Mitglied ist, strebt eine Partnerschaft an. Die Oststaaten haben diese Partnerschaft im Bewusstsein dessen beantragt, dass es ...

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DISKUSSIONEN UM DIE GSOA 2
GSoA II: Klug, originell und rasch zum Ziel
Armee und Zivildienst | von GSoA, Pierre André Rosselet | 01.06.1996

Wir sind uns und unseren hoffnungsvollen Gleichgesinnten schuldig, bald eine neue Abschaffungsinitiative zu lancieren. Weder kontraproduktiv noch verantwortungslos ist dies dann, wenn wir die Weitsicht der 'Profis' mit dem Elan der Basis, die Erfahrung der Gründer mit dem Drang der Jugend verbinden. Klugheit hat an der Vollversammlung vom 31. März die GSoA vor dem Eklat bewahrt. Das ungespaltene Potential bleibt der GSoA erhalten. Klug wurde beschlossen, für die GSoAII die Ängste der Menschen ernst zu nehmen. Dazu möchte ich konkrete Vorschläge machen:

Angst Nr. 1: Soziale Unsicherheit Soziale Unsicherheit durch globale Wirtschaftsstrukturen sieht Andi Gross ...

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GSOA - WOHIN DES WEGS?
Eindrücke eines Aussenstehenden
Armee und Zivildienst | von GSoA, Heinz Bögle | 01.06.1996

 

Die in diversen Medien an prominenter Stelle lancierte Diskussion über eine neue Armee- Abschaffungs-Initiative hat bei mir das in den letzten Jahren stark abgekühlte Interesse an der GSoA wieder geweckt. Deswegen erachtete ich es auch als notwendig, mich persönlich an der VV in Solothurn am Stand der Dinge zu informieren und mir meine Meinung zu bilden. Mein Nichtinteresse an der GSoA in den letzten Jahren hat konkret nichts mit dem Glauben an die Notwendigkeit zu tun, die Armee abzuschaffen, sondern mit dem Setzen von anderen Prioritäten. Nach der grossen Euphorie beim ersten Versuch, die heilige Kuh Armee ...

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ZEIT ALS POLITISCHES ELEMENT IN DER DISKUSSION UM EINE NEUE ABSCHAFFUNGSINITIATIVE, ODER FREI NACH UDO LINDENBERG:
Das ist der Rhythmus bei dem jedeR mit muss
Armee und Zivildienst | von Martin Brunner | 01.06.1996

Bremsen die BaslerInnen? Seit Beginn der Diskussion um eine neue Abschaffungsinitiative lassen sich Mitglieder der Regionalgruppe Basel verlauten mit Titeln wie <Eile mit Weile> (Echo 1/96,) <Mit Siebenmeilenstiefeln .> (GSoA-Zitig Nr.63) und der Aussage <So geht es nicht!> (GSoA- Zitig Extra Nr.64). Wo liegen die Probleme der Nordwestschweiz? Wird hier eine alte Kiste zwischen Zürich und Basel aufgewärmt? Wäre dem so, könnte getrost zur Tagesordnung übergegangen werden, aber die Sache ist nicht so einfach. Das heutige Stadium der Diskussion wird offiziell als 'Vernehmlassung' bezeichnet. Diese hat zum Ziel, einerseits mögliche Inhalte eines neuen ...

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SICHERHEITSPOLITIK
Versprechen einer falschen Sicherheit
Armee und Zivildienst | von Kurt Seifert | 01.06.1996

Die Arbeitsgruppe Sicherheitspolitik um Ständerat Otto Schoch möchte den Weg vorspuren für eine militärische Zusammenarbeit mit anderen europäischen Ländern. Die Frage, ob Sicherheit in der Schweiz und in Europa anders als mit Armeen zu schaffen ist, wird von der Gruppe Schoch erst gar nicht gestellt. Man mag mich einen Utopisten schimpfen, aber ich bin der Überzeugung, dass die Herausforderungen, vor denen wir stehen, nicht mittels Militär zu bewältigen sind. Im Gegenteil: Die bewaffneten Apparate binden menschliche und finanzielle Ressourcen, die dringend notwendig wären, um die wirklichen Probleme unserer Zeit zu l ...

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DISKUSSIONEN UM DIE GSOA 2
Vierzehn Kurzbeiträge zur Diskussion um die GSoA II
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.06.1996

 

Von weich zu hart

von Claudio Bernasconi

Im Unterschied zu Andreas Gross, den ich einlade, bei uns zu bleiben, bin ich absolut für die Lancierung einer zweiten Armeeabschaffungsinitiative. Seine taktisch abwartende Haltung, sein zu pragmatischer und moderater Standpunkt überzeugen mich überhaupt nicht. Nach einer Denkpause, nachdem wir uns auch zu Einzelthemen geäussert haben (Militärausgaben, F/A-18, Zivildienst, Waffenausfuhr, etc.), müssen wir den radikalen antimilitaristischen Diskurs einer umfassenden Friedenspolitik wieder aufnehmen. Von der weichen Linie wieder auf die harte - das ist nicht kontraproduktiv! Wenden wir jetzt wieder, mehr noch als früher, unsere antimilitaristischen Kräfte (und ...

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EIN KANTON KLINKT AUS
Friedensrepublik Genf
Krieg und Frieden | von Matthias Scheller, GSoA | 01.06.1996

Die GSoA Genf hat am 29. April die kantonale Initiative für eine Friedensrepublik Genf lanciert (Text siehe unten). Während der Abstimmungskampagne gegen ein milliardenschweres Umfahrungsprojekt über die Genfer Seebucht fanden Luc Gilly, Sekretär der GSoA Romandie und Genfer Parlamentarier, der Wahlgenfer Tobia Schnebli und Roderic Mounir Zeit, um über erste Erfahrungen beim Sammeln zu berichten und über die GSoA II nachzudenken.

Interview und Übersetzung: Matthias Scheller

Matthias Scheller: Die GSoA Genf hat am 29. April 96 die «Initiative für eine Friedensrepublik Genf» lanciert. Wie läuft die Sammelkampagne?

Luc Gilly: Was die Buchhaltung anbelangt: Mitte Mai ...

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RADIO B92 - HÖREN, SEHEN, LESEN, FÜHLEN ...
Das Radio, das lebt
Krieg und Frieden | von Roland Brunner | 01.06.1996

Während des Krieges in Ex-Jugoslawien schlossen sich Menschen in den Kriegsgebieten zu aktiven Friedensgruppen zusammen. Die mediale Öffentlichkeit konzentrierte sich auf das brutale, unmenschliche Kriegsgeschehen.Der zivile Widerstand gegen den Krieg wurde und wird ignoriert, passt nicht ins Bild. Um so wichtiger sind die unabhängigen Medien in Ex-Jugoslawien und in Europa. Radio B92 ist das bedeutendste oppositionelle, unabhängige Radio in Belgrad. Veran Matic ist verantwortlicher Redaktor. Mit ihm führte Roland Brunner für die GSoA- Zitig ein Gespräch.

Roland Brunner: Radio 92 ist die älteste und grösste unabhängige Radiostation in Belgrad. Wie habt ...

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EUROTOPIA - EINE BÜRGERINNENBEWEGUNG FÜR EIN DEMOKRATISCHES EUROPA
Ohne Direkte Demokratie kein friedliches Europa
Krieg und Frieden | von GSoA, Martin Bühler | 01.06.1996

Nach der Abstimmung von 1989 wurden in Europa viele engagierte BürgerInnen auf die Schweiz aufmerksam. Weshalb kam aus diesem biederen, konservativen Land die Meldung, dass 35,6% der SchweizerInnen die Armee abschaffen wollen? An unzähligen Treffen mit europäischen BürgerInnen wurde den GSoA-AktivistInnen und den andern EuropäerInnen klar: Ohne Direkte Demokratie in Europa ist eine Friedenspolitik von unten immer auf den Goodwill der Mächtigen angewiesen. Die Frage, wie ein demokratisch verfasstes Europa möglich wird, wurde zum zentralen Thema von eurotopia.

Dass das Gründungstreffen im Mai 1991 in Rostock stattfand, überrascht wenig. Fragten sich ...

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EINE EINFÜHRUNG ZUM GSOA-SEMINAR VOM 29. JUNI IN ZÜRICH
Friedenspolitische Lernprozesse sind notwendig.
Krieg und Frieden | von GSoA | 01.06.1996

 

Menschenrechte und Demokratie bedingen sich gegenseitig und sind Grundpfeiler einer radikalen Friedenspolitik. Wolf-Dieter Narr reflektiert in seinem Beitrag zum Buch «Friedenspolitik mitten im Krieg» von Klaus Vack über die Konsequenzen, die radikale PazifistInnen aus den Kriegserfahrungen in Ex- Jugoslawien ziehen müssen. Dabei erteilt er der Meinung , dass Friede durch Krieg geschaffen werden könne, eine klare Absage. Wolf-Dieter Narr ist Gast an der GSoA-Veranstaltung vom 29. Juni in Zürich.
Nachstehend veröffentlichen wir Auszüge aus dem Buch <Friedenspolitik mitten im Krieg; Das Exempel Ex-Jugoslawien> von Klaus Vack, herausgegeben vom «Komitee für Grundrechte und Demokratie», D-64759 Sensbachtal ...

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