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Zeitung 76 vom 01.06.1998:
U4P - Ein GSoA-Festival zum 1. August in Bern

DIE ARMEE AN ALLEN FRONTEN
Das prangern wir an (I): Schwarzes Loch in der GSoA-Kasse
Armee und Zivildienst | von Jürg Wiedemann | 01.06.1998

... makes the world go round

  • Die Unterschriftensammlung ist gut angelaufen. Je knapp 30’000 Unterschriften haben wir gesammelt. Und trotzdem gibt es ein kleines – na ja – grosses Problem: Es fängt mit «F» an und hört mit «inanzloch» auf. Von Nico Lutz und Jürg Wiedemann

Herzlichen Dank für die grosse Unterstützung bei der Unterschriftensammlung! Die beide Initiativen für eine Schweiz ohne Armee und einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst sind gut angelaufen. Für jede Initiative haben wir in den vergangenen drei Monaten an unzähligen Ständen, Veranstaltungen und Festen monatlich rund je 10’000 Unterschriften ...

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DIE ARMEE AN ALLEN FRONTEN
Das prangern wir an (II): Die Armee macht sich an der Grenze wichtig
Armee und Zivildienst | von Marcel Hänggi | 01.06.1998

Zurück ins Reduit

Die bürgerlichen PolitikerInnen möchten WK-Soldaten zur Abwehr von Flüchtlingen einsetzen: Eine Anbiederung an die Rechtsaussen-Polterer und eine PR-Aktion für die arbeitslose Armee.

«Offen» sei er, erklärte der Bundesrat Ogi vor den SVP-Delegierten am 2. Mai mit Pathos: offen für einen Einsatz von Armeeangehörigen an der Grenze. «Die Armee ist bereit, ihre Verantwortung wahrznehmen. Meine Leute können innert Tagen bereit sein. Sie sind für einen solchen Einsatz ausgerüstet, ausgebildet und motiviert.» Für einmal applaudierten selbst die Parteifreunde des Zürcher Flügels ihrem Sport- und Armeeminister ...

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DIE ARMEE AN ALLEN FRONTEN
Das prangern wir an (III): Strategische Studienberichte, diverse
Armee und Zivildienst | von Hans Hartmann | 01.06.1998

Reformhaus VBS?

«Öffnung», «Kooperation», «Reform» – aus dem VBS tönt es wie im Managementseminar. Die Frage nach Anlass und Richtung der Armeereform droht dabei hinter der militärischen Forschrittsrhetorik zu verschwinden.

Düstere Sorgenfalten unter steifem Hut: «Verunsicherung, Selbstzweifel, Selbsterniedrigung und politische Unrast prägen das aktuelle Bild», orakelt Werner Hungerbühler, Chefredaktor des Schweizer Soldat (in Nr 3/98). Und: «Bei dieser Verunsicherung wird auch der Wehrwille in Frage gestellt. Das Milizsystem, auf dem unser Staat aufgebaut ist, droht einzustürzen.» Auch der Thurgauer SVP-Nationalrat Otto Hess sieht schwarz. Zur Zeit entwickle «jeder Bürger in diesem Land sein ...

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GSOA-POSTFACH
Hobby-Polizisten
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.06.1998

Ich fahre jeden Tag mit dem Fahrrad von Emmenbrücke nach Buchrain zur Arbeit. Dabei befahre ich vor allem Wege abseits der Kantonsstrassen, welche auch von Schulkindern bevorzugt werden. Einer dieser Feldwege führt über die Piste des Flugplatzes Emmen. Als ich letzten Dienstag (12 Mai) am späteren Nachmittag mit einem Kollegen nach Hause fuhr, konnte ich schon von weitem zwei Personen mit umgehängtem Sturmgewehr auf diesem Feldweg erkennen. Dies war kein ungewohntes Bild für mich, denn wir können des öfteren Rekruten aus der Kaserne Emmen bei ihren Übungen beobachten. Diese Soldaten trugen nun aber weder ...

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DIE ARMEE AN ALLEN FRONTEN
Das prangern wir an (IV): Katastrophe statt Hilfe
Armee und Zivildienst | von Nico Lutz, Claudio Mignot | 01.06.1998

Beim Zugunglück abgehängt

Als teuerster und unförmigster Katastrophenhilfe - Verein hat die Armee wahrlich einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde verdient. Doch die Frage ist berechtigt: Wer, wenn nicht die Armee, soll retten in der Not?

«Man versuche doch nicht, mit einigen Kompanien und Bataillonen, die sich bei Schadensminderung bewährten, die Notwendigkeit einer zahlenmässig dreihundertmal stärkeren Armee zu belegen», meinte Divisionär Alfred Stutz nach den verheerenden Überschwemmungskatastrophen in der Innerschweiz im Jahre 1987. Lieber Herr Divisonär Stutz, Sie haben sich leider geirrt. Seit die Armee 1989 ihren Feind verloren hat, klammert sie sich ...

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SKH UND VBS
Unfriendly Takeover?
Armee und Zivildienst | von Nico Lutz | 01.06.1998

Unfriendly Takeover?

Das Schweizerische Katastrophenhilfekorps SKH feiert dieses Jahr seinen 25. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch! In der Schweiz und international geniesst das SKH einen ausgezeichneten Ruf. Das freut uns alle. Alle? Offensichtlich ist es der Armee ein Dorn im Auge, dass sich das im Eidgenössischen Departement des Äusseren (EDA) angesiedelte zivile SKH auf dem internationalen Parkett Lorbeeren holt und die Armee leer ausgeht. Bereits vor sechs Jahren versuchte das EMD, sich das SKH einzuverleiben. Eine Arbeitsgruppe unter dem früheren Rüstungschef Felix Wittlin forderte die Bildung eines Sicherheitsdepartementes unter Einbezug des Katastrophenhilfekorps. Das EDA vermochte den unfriendly takeover ...

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RANDNOTIZ
Metamorphose eines Schweizsoldat
Armee und Zivildienst | von Katharina Tanner | 01.06.1998

1940

Wer nicht schweigen kann, schadet der Heimat, und wer nicht lauthals heraus dem Verbrecherwahnsinnhitlerdeutschland die Stirn bietet, schadet auch. Schuhputz, Gamellenputz, Tornisterputz, Blechlöffelputz für die Schweizunabhängigkeit. Auch wenn bei mir zu Haus das Geschäft verlumpt, der Schweizsoldat putzt in der Früh, am Abend, alleine, gemeinsam, freiwillig oder zur Strafe, und wenn meine Frau zu Haus meine Arbeit noch mitverrichten muss, so ist es für die Schweizselbstständigkeit. D‘Schnorre halte - au im Hinterland. Im Ernstfall würde der Schweizsoldat zuerst das Kader erschiessen - für die Schweizfreiheit.

1943

Wer nicht schweigen kann, schadet ...

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DIE ARMEE AN ALLEN FRONTEN
Das prangern wir an (VI): Das Konzept Mann
Krieg und Frieden | von Marco Tackenberg | 01.06.1998

Stehaufmännchen

Dem Thema «Militär Macht - Macht Männer» hat der Schweizerische Friedensrat seine diesjährige Ratstagung in Basel gewidmet.

Es ist nicht selbstverständlich, wenn an einem sonnigen Samstag nachmittag im Mai mehr als siebzig Männer und Frauen ins kühle und feuchte Interieur der Kulturwerkstatt Kaserne in Basel strömen und sich Referate über «militärische Sozialisation» und das «Konzept Mann» anhören. Und wenn nach über drei Stunden Film und Vorträgen noch eine lebhafte und kontroverse Diskussion unter den Teilnehmenden entbrennt, dann darf mit Recht von einem stimulierenden Anlass die Rede sein.

«Gemachte M ...

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DATEN/ORTE
Sommerzeit – Festivalzeit – Sammelzeit!
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.06.1998

Wie lässt sich das Angenehme mit dem Angenehmen verbinden? Wo finden sich am meisten Unterschreibewillige auf engem Raum? Wo sammelt sich's mit Musikbegleitung am leichtesten? An Open-Airs!
Aus dem Plänchen könnt Ihr entnehmen, wann und wo in Eurer Umgebung ein Open-Air-Konzert stattfindet, an welchem die GSoA präsent sein wird. Meldet Euch zum Sammelnhelfen bei der zuständigen GSoA-Regionalgruppe!
Spontane Sammelaktionen an weiteren Veranstaltungen sind natürlich immer willkommen. Meldet Euch bei der GSoA Zürich, Basel, Bern oder Genf, um Standmaterial zu erhalten!


Kontaktadressen:
Appenzell: Johanes 071 364 14 45
Baden: Oliver 056 222 19 ...

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SAMMELBERICHT
Bireweich? …
Armee und Zivildienst | von Peter Schmid | 01.06.1998

Die «GSoA» ist zu einem Markenzeichen geworden - auf das überraschend viele Menschen positiv reagieren. Erste Sammelerfahrung von Peter Schmid

«Bireweich» und «di Tümmschte» waren die unfreundlichsten Kommentare, die ich an unseren Sammelständen in Zürich bis jetzt zu hören bekam. Viel öfters aber waren die Reaktionen sehr positiv und aufmunternd. Meistens genügt ein «Zwei neue GSoA-Initiativen!» oder «Schweiz ohne Armee», damit die Leute entweder einen Bogen um uns machen (zwangsläufig einen grossen, wenn KuhNo mitsammelt), oder mit einem seligen Lächeln auf uns zustreben - für mich als Neo-Xoa-Sammler gehören in Zürich überraschend ...

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SAMMELBERICHT
Von Pontius bis Pilatus
Armee und Zivildienst | von Mario Schaffhauser | 01.06.1998

Auch in Luzern werden seit dem 17. März aktiv Unterschriften für die beiden neuen GSoA-Initiativen gesammelt. Die Luzerner Regionalgruppe lancierte die Sammelkampagne am 21. März mit einem Stand an bester Lage. Unsere beiden Initiativen stiessen von Anfang an auf ein gutes Echo bei den Leuten. Viele PassantInnen unterschrieben spontan beide Initiativen. Seither sammeln wir - mit wenigen Ausnahmen - im Wochenrhythmus. Immer samstags oder am Donnerstag abend stehen wir auf der Strasse. Stellten wir zu Beginn jeweils noch mit viel Aufwand einen Stand auf, haben wir nun auf eine Lightversion umgestellt, d.h. wir schleppen nur noch das N ...

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FITAMIN
Die halbe Miete
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.06.1998

Am Wochenende vom 16./17. Mai versammelten sich einige der eifrigsten SammlerInnen der GSoA im Rahmen des zweiten FITamin-Treffens zum Erfahrungsaustausch auf dem aargauischen Herzberg.

Wer den Merksatz «Händ Si scho dörfe underschriibe?» noch nicht im richtigen Tonfall aussprechen kann, hatte auf dem Herzberg nochmals die Gelegenheit, dies unter kundiger Anleitung zu lernen. Wie bei den meisten Unterschriftensammlungen ist auch bei unseren neuen Initiativen die richtige Anrede die halbe Miete - darin waren sich alle Anwesenden einig. Die selektive politische Wahrnehmungsbereitschaft der gestressten DurchschnittsbürgerInnen gilt es mit einer klaren Botschaft anzusprechen. Die Formel «Händ Si scho unterschribe ...

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DETAILS VOM BORDCOMPUTER
Alles im Griff
Armee und Zivildienst | von Hans Hartmann | 01.06.1998

Ein Sechstel der Sammelfrist ist vorbei, und die GSoA hat für ihre beiden Initiativen je einen Viertel der nötigen Unterschriften zusammen. Details vom Bordcomputer

«… aktivieren Sie den Interphasen-Decoder, bereiten Sie einen Subraum-Scan vor und gehen Sie dann auf Worb-Antrieb! …», so tönt es neuerdings auf der GSoA-Brücke, wenn sich wieder einmal ein prall gefüllter Unterschriftenbogen auf Kollisionskurs mit unserem Bordcomputer befindet. Politisch mögen wir ja in Regionen vorstossen, die zuvor noch kein menschliches Wesen betreten hat, und es kann auch sein, dass wir uns auf dieser Mission plötzlich mit ungeahnten Gefahren konfrontiert sehen – aber ...

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DA GEHT WAS: EUROPÄISCHES NETZWERK FÜR FRIEDENSDIENSTE
Ein europäisches Netzwerk für Frieden
Krieg und Frieden | von Roland Brunner | 01.06.1998

Der Zivile Friedensdienst ist keine Erfindung der GSoA. Aber die GSoA beteiligt sich intensiv an einer Initiative für ein europäisches Netzwerk Ziviler Friedensdienste.

Es war bereits das zweite Treffen, das am 15./16. Mai 1998 in Köln auf Einladung des deutschen Forums Ziviler Friedensdienst stattfand (vgl. GSoA-Zitig Nr. 72, Sept. 1997). Fünfzehn Menschen aus der BRD, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz diskutierten und planten, wie zivile Handlungsalternativen zum militärischen Sicherheitsdenken gestärkt werden könnten.

Offene Fragen

Im Zentrum der Diskussionen standen diesmal fertig ausgearbeitete Ausbildungskonzepte für zivile Friedenseinsätze von deutscher ...

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PEACE BRIGADES INTERNATIONAL
Friedensheldentum? Nein, Internationalismus!
Krieg und Frieden | von Jürgen Störk | 01.06.1998

Schon mehrmals hat die GSoA-Zitig am Beispiel von Freiwilligen-Teams der Peace Brigades International über mögliche Formen von Friedensdiensteinsätzen berichtet. Ein Überblick über das Organisationsmodell dieser Friedensorganisation soll zeigen, dass es mit dem Entsenden von freiwilligen zivilen FriedensdienstlerInnen noch keineswegs getan ist.

Friedensdiensteinsätze folgen nicht einem fixen Schema, je nach Situation müssen andere Mittel der gewaltfreien Konfliktbearbeitung eingesetzt oder gar neu entwickelt werden. Alle Einsätze von Peace Brigades International (PBI) beruhen auf den gleichen Grundsätzen: Gewaltfreiheit, Nichtparteinahme und Nichteinmischung. Zudem wird PBI immer nur auf Anfrage der vom Konflikt direkt Betroffenen aktiv. Dies verhindert paternalistischen ...

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FRIEDENSKONGRESS IN OSNABRÜCK
Osnabrückenschlag
Krieg und Frieden | von Hansheiri Zürrer, Adrian Moser, Renate Schoch, Michel Monod | 01.06.1998

Wer geglaubt hatte, die Friedensbewegung sei tot, sah sich am Osnabrücker Friedenskongress eines besseren belehrt: TeilnehmerInnen aus über dreissig Ländern fanden zusammen. Vier davon waren von der GSoA.

Aktuelle und ehemalige Grössen der deutschen Friedensbewegung und Fachfrauen und -männer aus vielen Teilen der Welt machten den Osnabrücker Kongress (29. bis 31.5.98) zu einer Begegnungsstätte für alles, was in der Friedens-NGO-Szene kreucht und fleucht.

Die OrganisatorInnen hatten den Westfälischen Friedensschluss nach dem Dreissigjährigen Krieg, der 1648 in Osnabrück verkündet worden war, zum Anlass für die Veranstaltung genommen ...

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EIN INTERNATIONALES FESTIVAL FÜR EIN EUROPA OHNE ARMEEN MIT ZIVILEN ALTERNATIVEN
Yourope for Peace
Krieg und Frieden | von GSoA | 01.06.1998

am 31. Juli und 1. August 1998 in Bern

* Was ist U4P?
* Programm: Konzerte Diskussionen Party Austausch
* Organisatorisches
* Anmeldung für internationale Gäste

Weltweit rüsten die (k)alten Kriegsarmeen um: Was früher "Verteidigung" hiess, wird heute "Peacekeeping" genannt. Was früher an den eigenen Grenzen halt machte ...

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150 JAHRE EIDGENOSSENSCHAFT
Weltfremde Armeen
Krieg und Frieden | von Roland Brunner, Nico Lutz | 01.06.1998

Die Schweiz feiert im ausgehenden zweiten Jahrtausend ihren 150-jährigen Geburtstag als Bundesstaat. In welche Richtung geht die Reise weiter? Welche Schweiz in welcher Welt wollen wir? Und vor allem: Wie bringen wir unsere Vorstellung einer zukünftigen Schweiz ein?

Die Welt und vor allem Europa haben sich in den letzten zehn Jahren stark verändert. Der Fall der Berliner Mauer, der Zerfall der Sowjetunion und von Jugoslawien, die Kriege in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Kosov@ sind einige Stationen dieses Umbruchs. Die westlichen Armeen haben ihre alte Ideologie – Sicherheit durch Abschrekkung gegen den Feind im Osten – über Bord geworfen. Sie versuchen ...

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FRIEDENSPROJEKTE
Zivile Friedensprojekte im Prüfstand und im Einsatz
Krieg und Frieden | von Roland Brunner, Renate Schoch | 01.06.1998

Auf dem Prüfstand...


Was kann ein ziviles Wiederaufbauprojekt in gewalttätigen Konflikten wirklich erreichen? Eine wissenschaftliche Studie sucht nach Antworten.


Während und nach dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien sind zahlreiche Projekte ziviler Friedensdienste von lokalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen entstanden. In solchen Projekten wurde engagierte und professionelle Arbeit geleistet, die leider selten dokumentiert und ausgewertet worden ist.
Nun hat Astrid Astolfi, langjährige GSoA-Aktivistin im Tessin und in Genf, in ihrer Diplomarbeit für das Institut d‘Etudes Sociales in Genf ein von der GSoA mitgetragenes Projekt wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Das Wiederaufbauprojkt, das in ihrer 170 Seiten starken ...

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ES GEHT AUCH SO: FRIEDENSPROZESS IN NORDIRLAND
Blinde Flecken der Friedensarbeit
Krieg und Frieden | von Rafa Sainz de Rozas | 01.06.1998

Mitchell, Blair, Adams, Trimble, Ahern... Konventionelle Politik und ihre Führer monopolisieren die Schlagzeilen über das nordirische Friedensabkommen. Wo bleiben die Basisgruppen und Friedensbewegungen, welche seit Jahren für Frieden in Irland gekämpft haben?  Von Rafa Sainz de Rozas*


Natürlich: Das Foto des Jahres - zwei vormals unversöhnliche Feinde, welche sich die Hände schütteln - sind für die Medien attraktiver als komplexe gesellschaftliche Prozesse. Doch auch jenseits der Medien-Ignoranz: In Situationen offener Gewalt haben es Basis-Friedensbewegungen schwer, einen bedeutenden Beitrag zum Erreichen eines Friedensabkommens zu leisten. Sie konzentrieren ihre Anstrengungen oft auf peace-building-Initiativen, während die ...

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KOLUMNE
mondopoly
Krieg und Frieden | von GSoA | 01.06.1998

Kindersoldaten

Nabgesachdem die Niederlande die Militärdienstpflicht chafft und eine Berufsarmee eingeführt hat, gibt es zu wenig Soldaten: In gewissen Fachbereichen fehlen 20 - 30 Prozent. Nun werden Massnahmen diskutiert, die Bestände doch noch zu füllen – unter anderem sollen dafür die «militärischen Ausbildungserfordernisse» gesenkt werden. Da dürfte von der Professionalität der neuen Profikrieger nicht mehr viel übrig bleiben. Ein anderer Vorschlag will das Mindestalter der Soldaten auf 16 Jahre herabsetzen – doch damit käme Holland mit den internationalen Bemühungen in Konflikt, die Rekrutierung von Kindersoldaten (unter 17) zu bekämpfen.

Tel Aviv einfach ...

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WEIL’S ANDERS NICHT GEHT: KRIEGSTRAUMATISIERUNG WIRD ZUM ÖFFENTLICHEN THEMA
«Ganze Armeen von Psychopathen …»
Krieg und Frieden | von Jasna Bastic | 01.06.1998

Kriegstraumatisierungen überwindet man weder mit modernem psychologischem Drill, noch indem man die Schrecken des Krieges verschweigt. Sie sind nur vermeidbar, wenn man den Krieg verhindert. Ein Kongress von Kriegsveteranen aus allen Kontinenten versucht, die Weltöffentlichkeit aufzurütteln.


Kriege bringen nicht nur Tod und Vernichtung, sie bewirken auch psychologische Zerstörungen. Alpträume, Depressionen und Angstzustände, Schuldgefühle, moralische Dilemmata, unkontrollierte Aggression, Selbstmordabsichten sind nur einige Symptome dieser psychischen Störungen, die unter dem medizinischen Begriff PTSD (post-traumatic stress disorder) zusammengefasst werden. Viele der davon betroffenen Kriegsveteranen bleiben für den Rest des Lebens psychisch invalid und unfähig ...

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SONST GEHT’S ABER NOCH? KRIEGSTREIBEREI IM KOSOVO
Hic Kosov@, hic salta
Krieg und Frieden | von Roland Brunner, Marcel Hänggi | 01.06.1998

In der GSoA-Zitig 74 haben wir unter dem Titel «Und wieder pennt Europa» über verschiedene Ansätze zu einer gewaltfreien Lösung des Kosov@-Konflikts berichtet. Einer dieser Ansätze ist ein «Dialog von unten» zwischen VertreterInnen der Konflikparteien. Die Ergebnisse dieses Dialogs stellen wir vor.


Auf Einladung der deutschen Bertelsmann-Stiftung fand im Oktober 1996 in Rhodos ein Treffen statt. Zu den Teilnehmenden gehörten unter anderen Veton Surroi, Chefredaktor der grössten und unabhängigen kosovarischen Tageszeitung Koha Ditore, Predrag Simic, Direktor des Instituts für Internationale Politik und Ökonomie in Belgrad, und Gazmend Pula, Präsident des Helsinki-Komitees ...

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DIE ARMEE AN ALLEN FRONTEN
Das prangern wir an (V): Blinde Flecken in der Armeegeschichte
Armee und Zivildienst | von Josef Lang | 15.06.1998

Autoritär und antisemitisch

Die Schweizer Armee verteidigte im Zweiten Weltkrieg nicht die Demokratie, sondern die Nation. Das zeigt auch ein «Programm» von Aktivdiensleistenden aus dem Jahre 1941. Wir veröffentlichen Auszüge des aufschlussreichen Dokuments samt einigen kommentierenden Gedanken.

Das in der «Monatsschrift» (No 85, S. 288ff.), dem Organ des katholischen Studentenvereins, im Winter 41/42 veröffentlichte «Programm» ist laut deren Redaktor Hürlimann von «Soldaten» verfasst worden, die «im Zivil Arbeiter, Bauern, Kaufleute, Studenten, Staatsangestellte» sind und die «sich einst (!) zu den verschiedenartigsten Fahnen als Demokraten, Christlichsoziale, Duttweileranhänger, Sozialisten, Frontisten, Kommunisten oder auch Parteilose bekannten». Das ...

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