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ABSTIMMUNGSKAMPAGNE
GSoA XXI
von Renate Schoch | 01.08.99.

Wenn wir am 10. September unsere beiden Initiativen eingereicht haben, werden bis zur Abstimmung zwei bis drei Jahre verstreichen. Diese Zeit müssen wir nutzen, um eine erfolgreiche Abstimmungskampagne vorzubereiten

Während eine Armeereform die andere jagt und der Bundesrat für horrende Beträge bewaffnete Schweizer Soldaten ins Ausland schicken will, hat die GSoA zwei friedenspolitische Instrumente bereitgestellt, die eine radikale friedenspolitische Perspektive eröffnen. Damit wir diese Instrumente in der aktuellen sicherheitspolitischen Diskussion platzieren können, müssen wir in nächster Zeit in zwei Bereichen aktiv werden bzw. bleiben. Zum einen gilt es, schweizerische und internationale militärpolitische Entwicklungen kritisch zu analysieren und Alternativen zu formulieren. Zum anderen müssen wir die Ziele unserer Initiativen in unserer Arbeit sichtbar machen.


Am Ball bleiben
Zum ersten Punkt gehört eine ständige Auffrischung unserer Argumente, aber auch die Bereitschaft, auf konkrete Ereignisse wie zum Beispiel die anstehende Revision des Miltärgesetzes reagieren zu können oder uns im Abstimmungskampf der Umverteilungsinitiative zu Wort melden, beispielsweise mit dem Slogan „Die erste Hälfte abschaffen".
Europaweit werden Diskussionen um zivile Konfliktbearbeitung geführt. Unsere aktive Teilnahme daran wird künftig noch wichtiger für unsere ZFD-Initiative. Organisationen aus Deutschland und Österreich, die bereits über Einsatzerfahrungen verfügen, bleiben für uns AnsprechpartnerInnen. Der Artikel 4 unserer ZFD-Initiative über die Grundausbildung verlangt nach einer Konkretisierung in unseren Köpfen. Damit Ausbildungskonzepte professionell und realistisch werden, suchen wir die Zusammenarbeit mit friedens- und entwicklungspolitischen ebenso wie mit feministischen Organisationen, die über Erfahrungen in diesem Bereich verfügen.


Zeigen, was wir meinen
Im zweiten Bereich eröffnen sich eher praktische Arbeitsfelder. Wir haben 18 Monate damit verbracht, den Leuten auf der Strasse zu erklären, was Zivile Friedensdienste sind. Künftig sollten wir es auch zeigen können, beispielsweise indem wir uns an einem ZFD-Projekt beteiligen, sei es in Kosovo oder in einem anderen Konfliktgebiet. Bereits 1994 hat die GSoA zusammen mit dem Service Civil International und der kroatischen Antikriegskampagne ein Projekt des sozialen Wiederaufbaus in Pakrac (in Westslawonien, Kroatien) durchgeführt. Vor dem Einsatz kommt jedoch die Ausbildung. Die GSoA hat bereits einmal einen dreitägigen Workshop in gewaltfreier Konfliktbearbeitung angeboten. Auf dem Gebiet der Ausbildung wollen wir uns nicht nur mehr Know-How aneignen, sondern auch Know-How weitergeben. Warum sollte die GSoA nicht zusammen mit erfahrenen TrainerInnen (beispielsweise vom Forum für Friedenserziehung) einen einwöchigen Intensivkurs anbieten? Oder vier Wochenenden im kommenden Jahr?


GSoAtInnen in der Öffentlichkeit
Natürlich vergessen wir nicht, dass uns ein Abstimmungskampagne über unsere Initiativen bevorsteht, oder eher noch zwei Abstimmungskampagnen, da unsere Initiativen wohl unterschiedlichen Departementen zugewiesen werden. Für diese öffentlichen Diskussionen müssen wir trainieren, nicht nur, was unsere Argumente betrifft, sondern auch unser Auftreten. Wir wünschen uns, dass möglichst viele GSoAtInnen, alte und junge, Frauen und Männer, Politprofis und NewcomerInnen vor den Mikrofonen und Kameras auftreten können.
Und noch etwas: In den ersten zwei Wochen der diesjährigen Sommer-RS haben besonders viele verzweifelte Rekruten angerufen, die sich über Schikanen beklagt haben oder einfach so schnell als möglich raus wollten. Ihnen sollten wir eine bessere Betreuung anbieten können, beispielsweise mit der Neugründung einer Soldaten-Arbeitsgruppe, die juristische Beratungen anbietet, Rekruten unterstützt und ihre Arbeit auch öffentlich dokumentiert.


Mehr als Politik
Last but not least wollen wir auch Spass miteinander haben: gemeinsame Feste, Schneeballschlachten in unserer angestammten Winterresidenz im Emmental, nächtelanges Jassen auf dem Herzberg, oder einmal einen F/A-18 klauen?? Alle, die mit uns den ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer Schweiz ohne Armee, aber mit mit einem Zivilen Friedensdienst gemacht haben, sind herzlich eingeladen, sich auch künftig an den Diskussionen und Projekten der GSoA zu beteiligen!


Fahrplan, gültig ab dem 10. September (Einreichung):
Sonntag, 26. September, 10 bis ca. 16 Uhr,
Mahogany Hall, Bern: Erweiterte Koordinationssitzung, an der die Sammelkampagne analysiert und die oben skizzierten Projekte diskutiert werden.
Oktober:
Die Regionalgruppen treffen sich und diskutieren ihre Vorschläge und die Resultate des Treffens vom 26.9. Die genauen Daten werden über die Regionalgruppen-Versände mitgeteilt.
Sonntag, 21. November, 10 bis 16 Uhr, Rest. Kreuz in Solothurn:
Vollversammlung: Diskussion und Beschlussfassung über Projekte der GSoA im 21. Jahrhundert.

 

Thema: Armee und Zivildienst
Typ: GSoA-Newspaper
Kategorien: Schweiz ohne Armee
Ausgabe: 81

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