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Zeitung 83 vom 01.11.1999:
und nun? was passiert nach dem Einreichen der Initiativen?

RÜCKBLICK IN DIE GESCHICHTE
1989 bis 1999 in Kürze
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.11.1999

1989

26. November: 1'052'218 SchweizerInnen (35,6 Prozent) stimmen für eine Schweiz ohne Armee und eine umfassende Friedenspolitik.

1990

März: Der ´Aufruf zur Tatª fordert eine Amnestie für Militärverweigerung und will den Druck für die Einführung eines Zivildienstes verstärken. Eine Resolution kündigt die Lancierung einer zweiten Initiative zur Armeeabschaffung an. Ab April: Engagement gegen den Bau des Waffenplatzes Neuchlen-Anschwilen und Unterstützung der Volksinitiaitive ´40 Waffenplätze sind genug!ª

1991

April: Kampagne ´Wählt eine Schweiz ohne Armeeª. GSoAt Andreas Gross wird Nationalrat. 2. Juni: Das Militärstrafgesetz, gegen das ...

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RÜCKBLICK UND AUSBLICK
Zehn Jahre notwendiger Weiterentwicklung
Armee und Zivildienst | von Nico Lutz | 01.11.1999

Vor 10 Jahren ging es der GSoA um einen innenpolitischen Aufbruch den Abschied von der geistigen Achtungsstellung. Heute verlangen die GSoA-Initiativen eine solidarische aussenpolitische Öffnung: die Geschichte einer notwendigen Weiterentwicklung


Der 26. November 1989 war einzigartig. 35,6 Prozent der SchweizerInnen haben für eine Schweiz ohne Armee gestimmt. Dies, nachdem der Bundesrat in seiner Botschaft an das Parlament siegesgewiss behauptet hatte, die Schweiz habe keine Armee, sie sei eine Armee. Die Armee-Schweiz erlebte im November 1989 dann ihre Katastrophe.
Die GSoA-Initiative war Kristallisationspunkt für zentrale innenpolitische Diskussionen. Es ging um das Selbstverständnis der Schweiz. Das machte einen ...

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SICHERHEITSPOLITIK
Nebel mit gewissen Aufhellungen
Krieg und Frieden | von Hans Hartmann | 01.11.1999

Nach Jahren der Orientierungslosigkeit hat das VBS einen klaren Richtungsentscheid getroffen. Die Armee marschiert Richtung Nato und Euro-Militarismus. Ein Rückblick auf ein Jahrzehnt des sicherheitspolitischen Umbruchs


Vor drei Jahren, im September 1996, schrieb ich an dieser Stelle einen Artikel über die Einsetzung der strategischen Studienkomission "Brunner" durch Adolf Ogi und die bevorstehende Entscheidung über einen Beitritt der Schweiz zum Nato-Partnerschafts-Abkommen PfP. Darin behauptete ich Folgendes: Das Militärdepartement bewege sich in einem "Spannungsfeld zwischen zwei sich wechselseitig ausschliessenden Optionen". Die eine Seite wolle um jeden Preis an der nationalen Abschottungsideologie der geistigen Landesverteidigung festhalten, selbst wenn die Armee dadurch ...

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KOLUMNE
Bananasplitterzone
Armee und Zivildienst | von Stefan Luzi | 01.11.1999

Gehässige Worte in der Krise um die Expo.01, öffentlicher Schlagabtausch im Vorfeld der Nationalratswahlen, versteckte Seitenhiebe wegen der bilateralen Verträge: Es ist Zeit für uns Schweizer, uns wieder auf das zu besinnen, was unsere Eigenart ausmacht unser Beisammensein! Schliesslich ist es "keine Selbstverständlichkeit, dass wir heute als Schweizer und Schweizerinnen beisammen sind, wenn wir (...) abzustimmen haben oder als Politiker zum Beispiel dem Budget des VBS zuzustimmen haben", wie W. Hungerbühler, Chefredaktor des Schweizer Soldat mit zum Beispiel unwiderlegbarer Logik feststellt. Wo wird aber dieses Beisammensein, für das ja eigentlich die eine Hälfte ...

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DIE SCHWEIZ UND IHRE RÜSTUNGSINDUSTRIE
Alles futsch
Armee und Zivildienst | von Stefan Luzi | 01.11.1999

Der Schweiz kommt ihre Rüstungsindustrie langsam abhanden. An zunehmendem Pazifismus liegt das aber kaum


"Oerlikon-Bührle streckt die Waffen" mit ähnlichen Schlagzeilen meldete die Schweizer Presse in den letzten Wochen den Verkauf der Oerlikon Contraves Defence, des Rüstungssektors des Oerlikon-Bührle Konzerns, an die deutsche Rheinmetall-Gruppe, einen Konzern, der im Rüstungssektor einen Jahresumsatz von rund 3.5 Milliarden Mark aufweist. Die Rheinmetall AG übernimmt 100 Prozent der Aktien sowie sämtliche Entwicklungs- und Produktionsstandorte; zum Preis werden keine Angaben gemacht, doch Oerlikon-Bührle soll nach dem Verkauf nahezu schuldenfrei dastehen. Betroffen von der Übernahme sind weltweit 2100 ...

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KOSOVO-EINSATZ
Die Armee hilft sich sofort!
Krieg und Frieden | von Nico Lutz | 01.11.1999

Seit Anfang Oktober stehen Schweizer Soldaten in Kosovo im Einsatz. Dabei leisten sie vielmehr Soforthilfe für eine arbeitslose Armee als Soforthilfe vor Ort


Am vergangenen 23. Juni hat der Bundesrat die Schweizer Beteiligung an der Kosovo Force (Kfor) beschlossen. Zur Swiss company (Swisscoy) gehören Spezialisten für Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser, maximal 50 Personen aus dem Bau- und Geniesektor, 12 Lastwagenchauffeure, sechs medizinische Fachpersonen, drei Köche, zwei Übermittlungsspezialisten, ein Reparatur- und Kommandozug sowie zur Bewachung der bunten Truppe rund 30 FestungswächterInnen. Im Klartext: Keine der Aufgaben, die die Swisscoy übernimmt, ist militärischer Natur, abgesehen ...

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KOLUMNE
Zivildienstkolumne
Armee und Zivildienst | von Ruedi Winet | 01.11.1999

Man sollte doch schon aus der Schule wissen, dass Spicken verboten ist!


An seiner Anhörung vor der Zivildienstbehörde nahm Z. einen Spickzettel zu Hilfe, um etwas nachzusehen. Darauf teilte ihm die Behörde per eingeschriebenem Brief mit, es sei ihm nicht gelungen, einen Gewissenskonflikt zwischen seiner religiösen Überzeugung und der Militärdienstpflicht glaubhaft darzulegen. Vertiefende Fragen zum Thema der vier Wahrheiten im Buddhismus habe Z. nur unter Zuhilfenahme von Notizen beantworten können. Es müsse „erwartet werden können, dass er seine Grundlagen kenne und auch mit eigenen Worten umschreiben könne". „Die ungenügende Umschreibung ...

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KRIEGSFOTOGRAFIE
Come and be afraid with me
Krieg und Frieden | von Marcel Hänggi | 01.11.1999

Daniel Schwartz, 44, ist Lookat-Fotograf und redaktioneller Mitarbeiter der Kulturzeitschrift Du. Er hat in verschiedenen Konflikt- und Kriegsgebieten fotografiert, zuletzt im Mai 1999 in Osttimor. Die GSoA-Zitig wollte von ihm wissen, wie er als Kriegsfotograf mit dem Schrecken umgeht

GSoA-Zitig: Daniel Schwartz, du warst als Fotograf immer wieder in Konfliktgebieten unterwegs.
Daniel Schwartz: Ja, erstmals 1991 in Burma. Danach war ich in Kambodscha, in Tadschikistan; 1998 in Afghanistan und zuletzt im Mai 1999 in Osttimor.

Die Taliban in Afghanistan verbieten das Fotografieren. Fotografierst du heimlich?
D.S.:
Nein. Als Fotograf kannst du dich nicht verstecken. Du hoffst, dass sie dich ...

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MENSCHENRECHTE IN OSTTIMOR
Vielversprechender Anfang
Krieg und Frieden | von Jürgen Störk | 01.11.1999

Peace Brigades International (PBI) hat im August 1999 beschlossen, ein Langzeit-Projekt zur internationalen Schutzbegleitung von bedrohten MenschenrechsverteidigerInnen in Osttimor einzurichten. Jetzt geht es um den Aufbau eines neuen Unterstützungsnetzes


Seit Januar diesen Jahres, als der indonesische Präsident Habibie erstmals ein Referendum über Autonomie oder Unabhängigkeit von Osttimor in Aussicht gestellt hat, nahmen die Spannungen auf der Insel dramatisch zu. Pro-indonesische Milizen, die in den letzten Monaten massiv gestärkt wurden, versuchten, BefürworterInnen einer Unabhängigkeit durch Gewaltakte einzuschüchtern.


Hilferufe
Im Rahmen der sich rapid verschlechternden Menschenrechtssituation reichten im Januar 1999 die bedrohten timoresischen Volksorganisationen "Yayasan ...

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KURSANGEBOT
Friedensdienst konkret
Armee und Zivildienst | von Renate Schoch | 01.11.1999

Das Schweizerische Ökumenische Friedensprogramm (SÖF) führt seinen Jahreskurs unter dem Titel „Ausbildung für Friedensarbeit und Konfliktlösung" bereits zum zweiten Mal durch. Er dauert von Juli 2000 bis Juni 2001 und umfasst vier Blockwochen. Der Kurs richtet sich an Frauen und Männer, die in ihrem persönlichen oder beruflichen Umfeld mit Konflikten konfrontiert sind (z.B. im Asyl- und Flüchtlingsbereich, Gewalt in der Schule oder unter Jugendlichen, Gewalt gegen Frauen, Mobbing). Eine Grundlage bietet der Kurs aber auch für jene, die sich auf Einsätze im Bereich von Menschenrechts- und Wahlbeobachtung, Entwicklungszusammenarbeit, Friedensförderung ...

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ERLEBNISBERICHT
Von Togo aus gesehen
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.11.1999

Nach einer desillusionierenden Rekrutenschule, die mich sehr eindrücklich von der Notwendigkeit der GSoA und der Überflüssigkeit und Lächerlichkeit unseres Trachtenvereins überzeugen konnte, zog es mich nach Schwarzafrika, wo ich meine Energie endlich wieder sinnvoll investieren wollte.


Die Bevölkerung von Togo, die durch die langjährige Militärdiktatur eingeschüchtert, resigniert und verarmt ist, zementierte meinen Pazifismus während meines 13-wöchigen Volontariatseinsatzes für den YMCA. Ich habe erlebt, was es heisst, auf der anderen Seite des Maschinengewehres zu stehen und was passiert, wenn das ganze Geld des Landes in die Armee fliesst und dadurch lebenswichtige ...

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TAGESZEITUNGEN
"Dinosaure gris-vert fâcheusement coûteux"
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.11.1999

Am Montag, 25. Oktober 1999 wurde öffentlich bekannt, dass unsere beiden Initiativen für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst und für eine Schweiz ohne Armee formell zustande gekommen sind.

Tags darauf veröffentlichte die linkskatholische Genfer Tageszeitung Le Courrier auf ihrer Frontseite einen Kommentar mit dem Titel "L'armée ne sert à rien, supprimons-la!" (Die Armee nützt nichts, schaffen wir sie ab!).

In unseren eigenen Argumentarien könnten wir es nicht klarer formulieren: "Am Tag nach der braunen Schwemme (déferlante brune, gemeint sind die nationalen Wahlen) ist dieses Zustandekommen ein Hoffnungsschimmer."

Die Initiativen zielten in die richtige Richtung ...

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SPENDEN
In der GSoA-Kasse klafft ein Loch
Armee und Zivildienst | von Jürg Wiedemann | 01.11.1999

Mit der grosszügigen Unterstützung von tausenden realisierten wir am vergangenen 10. September mit der Einreichung der beiden GSoA-Initiativen einen weiteren grossen Schritt auf dem Weg zu einer Schweiz ohne Armee und zu einem freiwilligen Zivilen Friedensdienst (ZFD): Für beide Initiativen sind zusammen mehr als eine Viertelmillion Unterschriften in Bern eingereicht worden. Herzlichen Dank allen, die mit ihrem Engagement oder mit einer Spende zu diesem Erfolg beigetragen haben.


Die Armeeabschaffungs-Initiative wird voraussichtlich bereits Ende 2001 oder in der ersten Hälfte 2002 zur Abstimmung vorgelegt. Zurücklehnen und auf den Lorbeeren ausruhen ñ dafür bleibt keine Zeit: In ...

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FINANZIELLES
Erfolgsrechnung 01.01.98 - 31.12.98
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.11.1999

Aufwand

Sekretariat

28'975.61

 

Materialaufwand

8'206.45

 

Löhne

113'827.65

 

Entschädigungen

29'202.65

 

Drucksachen

93'015.10

 

PTT

68'668.80

 

Werbung

14'443.65

 

Regional-/Arbeitsgruppen

16'493.35

 

Infrastrukturkosten

14'048.50

 

Diverses

2'966.90

 

 

 

 

Total

389'848.66

 

 

Ertrag

Mitgliederbeiträge

 

172'115.00

Jahresabo GSoA-Zitig

 

50'280.00

Spenden

 

107'070.85

Materialverkauf

 

24'805.95

Inserate

 

1'671.50

Diverses

 

14'772.25

Verlust

 

19'133.11

 

 

 

Total

 

389'848.66

 

Bericht der GSoA-Buchhaltungsrevision 1998

Als RevisorInnen der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Deutschschweiz) haben wir ...

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SPENDEN
Spenden leicht gemacht
Krieg und Frieden | von Jürg Wiedemann | 01.11.1999

Unterstützen Sie die GSoA mit dem automatischen Lastschriftverfahren per Post (BAD) oder Bank (LSV) und bezahlen Sie Ihren Mitgliederbeitrag, das Jahresabonnement der GSoA-Zitig oder Ihre regelmässigen Spenden mit dieser für Sie und uns völlig spesenfreien Zahlungsart. Ihre Spenden werden bis auf Widerruf automatisch Ihrem Konto belastet und vollumfänglich der GSoA gutgeschrieben. Das Lastschriftverfahren können Sie jederzeit von einem Tag auf den andern annullieren und jede auch bereits ausgeführte Belastung während 30 Tagen widerrufen. Das Lastschriftverfahren hat viele Vorteile:

Sparsam

  • Keine Spesen

  • Keine Einzahlungsscheine mehr

  • Weniger administrativer Aufwand für Sie und die ...

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ADRESSEN
Adressänderungen
Armee und Zivildienst | von Jürg Wiedemann | 01.11.1999

Wir bitten Sie, uns allfällige Adressänderungen, doppelt vorhandene oder falsche Adressen frühzeitig zu melden. Sie ersparen uns dadurch teure Post-Spesen. Für jede von Post gemeldete fehlerhafte Adresse wurden bislang 30 Rappen Spesen verrechnet. Nach dem 1. Januar 2000 verrechnet die Post dafür eine Gebühr von Fr. 1.50, was einem Aufschlag von 400 Prozent entspricht.


Darum bitte Adressänderungen an:
GSoA, Postfach 324, 4127 Birsfelden, Tel 061 373 92 59, Fax 061 313 09 95
oder per em@il an Jürg Wiedemann

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INITIATIVEN
Solidarität oder Soldaten
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.11.1999

Die beiden GSoA-Initiativen haben wir eingereicht, rechtzeitig, denn im kommenden Jahr stehen zentrale Diskussionen über die zukünftige Friedenspolitik der Schweiz an.

Die aktuelle politische Landschaft der Schweiz ist geprägt vom Spannungsfeld Integration versus Alleingang. Auch die sicherheitspolitischen Diskussionen stehen in diesem Spannungsfeld. Dabei besteht die Gefahr, dass es zwischen der Linken und reformorientierten ArmeebefürworterInnen zu einem Schulterschluss gegen die nationalkonservative Rechte kommen wird. Die Alternative hiesse dann: Militärischer Alleingang à la Auns oder Annäherung an die Nato. Da das politische Hauptportal nach Europa verschlossen scheint, nehmen auch friedensbewegte Linke mit dem militärpolitischen Hintertürchen vorlieb ...

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AKTUELLES
Sicherheitspolitischer Fahrplan
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.11.1999

1999  

Ende Oktober

Botschaft des Bundesrats (BR) zur vor gezogenen Teilrevision des Militärgesetzes (MG)

Dezember

Umverteilungsinitiative und Sicherheits bericht im Nationalrat (NR)

2000  

ganzes Jahr

´Jahr des Friedensª der Unesco; Beginn der Uno-´Dekade für eine Kultur des Friedens und der Gewaltfreiheitª

März

Umverteilungsinitiative, Sicherheitsbericht sowie MG-Teilrevision im Ständerat

März

Ablauf Sammelfrist Uno-Initiative

Juni

Teilrevision MG im NR

Herbst

Abstimmung Umverteilungsinitiative

September

BR-Botschaft zu den GSoA-Initiativen

Ende 2000

Leitbilder ´Armee 21ª und ´Bevölkerungsschutzª werden vorgestellt

2001  

ca. März

GSoA-Initiativen im Erstrat

Ende 2001
oder 2002

Abstimmung über die GSoA-Initiativen

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GSOA-VOLLVERSAMMLUNG
Alle am 21. November zur Vollversammlung!
Armee und Zivildienst | von Renate Schoch | 01.11.1999

Pünktlich zum 10. Jahrestag der Abstimmung über die Abschaffung der Armee vom November 1989 trifft sich die GSoA zur Vollversammlung in Solothurn. Alle sind herzlich eingeladen!

Unsere Initiativen sind offiziell zustandegekommen ñ am 21. Oktober haben wir die Bestätigung von der Bundeskanzlei erhalten. Beide Initiativen wurden dem VBS zugeteilt. Der GSoA-Zug ist nun also definitiv in Fahrt. Mit dieser Vollversammlung wollen wir die Grundlagen für einen erfolgreichen Abstimmungskampagne legen. Für den Vormittag planen wir eine Auslegeordnung der militär- und friedenspolitischen Themen, die uns im kommenden Jahr beschäftigen werden (siehe Artikel unten). Neben der Revision des ...

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SAMMELAUFRUF
Uno-Initiative in Not
Armee und Zivildienst | von Nico Lutz | 01.11.1999

Im März 2000 läuft die Sammelfrist für die Uno-Initiative ab. Heute fehlen noch 60'000 Unterschriften. Für die Initiative liesse sich gut sammeln, doch sind die zahlreichen Organisationen, die die Initiative unterstützen, offenbar zuwenig bereit, auf die Strasse zu stehen. Die GSoA hat im November 1998 trotz einiger Vorbehalte beschlossen, die Initiative zu unterstützen. Kritisiert wurde, dass die Initiative bewusst unpolitisch gehalten sei und keine Vorstellungen enthalte, welche Politik die Schweiz in der Uno entwickeln soll. Es wurde auch eingewandt, dass der Bundesrat ein Beitrittsgesuch bis im Jahre 2003 vorgesehen habe und dass dieser ...

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REAKTIONEN
Lob der Feigheit
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.11.1999

Im Vorfeld der Einreichung haben wir bekannte Schweizer und Schweizerinnen nach ihrer Meinung zu unseren beiden Initiativen gefragt hier einige der zahlreichen Reaktionen:


Ich bin für die Abschaffung der Armee. Weil ich Angst habe. Angst vor dem Rattern der Maschinengewehre. Vor körperlichem Schmerz. Und vor lauten Männerstimmen. Zugegeben. Es gibt ehrenwertere Gründe für die Entwaffnung der Soldaten. Den Weltfrieden und die Sanierung der Bundesfinanzen. Schliesslich verweigert nicht einmal der Pazifist den Marschbefehl mit der naheliegenden Begründung, er habe Angst vor Verletzung und Tod. Denn, wie sagte doch der ehemalige Ausbildner einer Antiterror-Einheit: ´Ich habe ...

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KREATIV-FRAKTION
Der GSoAmat®
Armee und Zivildienst | von Stefan Luzi | 01.11.1999

Die Kreativ-Fraktion der GSoA hat am 10.9.1999 in Bern ihr neuestes Produkt eingeweiht. Stefan Luzi war dabei.

Die Armee muss weg, ein ziviler Friedensdienst her! Anderthalb Jahre lang standen wir fast jeden Tag vor der Aufgabe, den Leuten auf der Strasse zu erklären, wie dieses Motto funktionieren soll. Schrittweiser Abbau der Militärbestände, Umstrukturierung bestehender Arbeitsplätze, Weiternutzung bestehender Infrastruktur, Aufbau nationaler und internationaler Beziehungen für Einsätze im Zivilen Friedensdienst undsoweiterundsofort ñ nicht ganz einfach also, das Ganze. Einige von uns wurden zu schlafwandelnden Think-Tanks, andere gingen ganz einfach nicht mehr schlafen. Unmengen an Schweiss ...

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MEDIENKONFERENZ
Präventiv und gewaltfrei
Armee und Zivildienst | von GSoA | 01.11.1999

Anlässlich der Einreichung unserer neuen Initiativen am 10. September 1999 fand in Bern eine Medienkonferenz statt, an der VertreterInnen der GSoA und unterstützender Organisationen noch einmal klarstellten, was mit den Initiativen bezweckt wird. Die GSoA-Zitig veröffentlicht einige Voten.


Regine Aeppli, Nationalrätin SP, und Präsidentin des Schweizerischen ArbeiterInnenhilfswerks SAH:

Das SAH gehört zu den Organisationen, die die Initiative ´für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienstª unterstützt. (Die Zweitauflage der Armeeabschaffungsinitiative unterstützen wir hingegen nicht, weil die Abschaffung der Armee nicht zu unserem Kerngeschäft gehört.)

Erfolg oder Misserfolg von Volksinitiativen sind sehr oft ...

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INITIATIVEN
Letztes Wiehern des Amtsschimmels
Armee und Zivildienst | von Renate Schoch | 01.11.1999

Es sieht so aus, als läsen die Beamten die Rubrik der haarsträubenden Fälle aus den Gemeindestuben und wetteiferten, wer von ihnen es in die nächste Ausgabe der GSoA-Zitig schafft. Leider sind die Initiativen eingereicht, aus ist der Beglaubigungsspass

Das an dieser Stelle bereits beklagte Beispiel von Golaten hat, KuhNo sei's geklagt, Schule gemacht: Auch in Chamblon ist der Gemeindebeamte dazu übergegangen, die Unterschriftenbogen unfrankiert in den Briefkasten zu werfen, und zwar in denjenigen der Gemeinde Treycovagnes. Fazit: Fr.1.20 Strafporto für die GSoA. Expliziter geht die Gemeinde Selkingen im Oberwallis vor: Von ordentlicher ...

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UNTERSCHRIFTENSAMMLUNG
amtl. best. zustandegekommen
Armee und Zivildienst | von Hans Hartmann | 01.11.1999

Seit September 1998 haben wir in allen Ausgaben der GSoA-Zitig über den Stand unserer Unterschriftensammlung informiert. Die Sammlung ist abgeschlossen. Ein letztes Mal meldet sich aus dem GSoA-Hochleistungs-Rechenzentrum unser Statistikexperte Hans Hartmann.

Anfang 1986 reichte die GSoA 112'821 beglaubigte Unterschriften für die Initiative ´für eine Schweiz ohne Armee und für eine umfassende Friedenspolitikª bei der Bundeskanzlei ein. Beinahe vierzehn Jahre später, am 10. September dieses Jahres, gab die GSoA fast genau die doppelte Anzahl Unterschriften in Bern ab: für die beiden Initiativen ´Solidarität schafft Sicherheitª (ZFD-Initiative) und ´Für eine glaubwürdige Sicherheitspolitik ...

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KOLUMNE
Schafft die Armee bloss nicht ab!
Armee und Zivildienst | von Andreas Zumach, Ane Hebeisen | 01.11.1999

Es wird Herbst, die Jahreszeit, in der alleinstehende Menschen vom Begehren gebeutelt werden, die Garstigkeit des Winters nicht ungepaart erdulden zu wollen eine Zeit, in der traditionellerweise eine Hausse an der Kontaktanzeigenbörse zu verzeichnen ist.
Eine Bekannte hat mir jüngst Einblick in einen Stoss von Briefen gewährt, welche sie als Folge einer von ihr nur zum Spass aufgegebenen Kontaktanzeige erhalten hatte. Neugier obsiegte gegen moralische Bedenken, und schon bald wühlte ich hemmungslos und vor Vergnügen prustend in den Bijoux mannhafter Verführungskunst. Was haben wir gelacht.
Zu den unbestrittenen Highlights gehörte das Abbild eines ...

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NACHRUF
Adieu, Maxime!
Armee und Zivildienst | von Tobia Schnebli | 01.11.1999

Er freute sich darauf, zur Einreichung der beiden GSoA-Initiativen nach Bern zu kommen. Doch am 25. August starb Maxime Chalut, Genfer Antimilitarist und GSoA-Aktivist, in seinem 88. Lebensjahr

Es war der 9. November 1932, kurz nach Mittag. Die Infanterie-RS von Lausanne wurde aufgeboten, um in Genf "die Ordnung" wiederherzustellen. Dort seien "schwere Unruhen ausgebrochen", erklärte Oberst Lederrey der Truppe. Vor der Lastwagenfahrt nach Genf wurde die Kriegsmunition verteilt: "Ab jetzt seid ihr nicht mehr Rekruten, sondern Soldaten im Dienst des Landes" und "bei Schiessbefehl ist es euch untersagt, in die Luft zu schiessen", fügt Lederrey hinzu. Das ging ...

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