Themen > Armee und Zivildienst

MEDIENKONFERENZ DER GSOA
Lancierung der Initiativen für eine Schweiz ohne Armee und für einen zivilen Friedensdienst
von GSoA | 17.03.98.

Beiträge der Medienkonferenz:

Fotos der Lancierungsaktion: Alpabzug - die GSoA begleitet die scheinheilige Kuh vom Verteidigungsdepartement ins historische Museum

Beilagen: (zu bestellen bei gsoa@gsoa.ch )

  • Initiativbogen (Leporello) für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst und für eine Schweiz ohne Armee
  • Argumentarium
  • GSoA-extra-Zitig (Nr. 75, März 1998): Initiativen lanciert!
  • Hintergrundartikel zum Bericht der "Strategiekommission Brunner" von Hans Hartmann
  • Hintergrundartikel zum Kosov@ von Roland Brunner

GSoA lanciert zwei neue Initiativen:

Zivile Antworten auf zivile Gefahren

  • Solidarität schafft Sicherheit - für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst ZFD
  • Für eine glaubwürdige Sicherheitspolitik und eine Schweiz ohne Armee

Nach drei Jahren Diskussionen und Vorbereitungen steht die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee GSoA wieder auf der Strasse: Am Dienstag wurden zwei neue Initiativen lanciert, mit denen die GSoA die Einführung eines freiwilligen Zivilen Friedensdienstes und die Abschaffung der Armee fordert.

Kritisch nahm die GSoA an der Medienkonferenz in Bern zum Bericht der "Strategiekommission Brunner" Stellung. Sie bezeichnete ihre eigenen Initiativen als zivile Antwort auf die heutigen zivilen Bedrohungen und damit als Alternative zum militärischen Sicherheitsdenken.

"Die Globalisierung hat auch die Armee erfasst. Soll das militärische Prinzip das einzige Mittel der Öffnung und der Solidarität werden?", fragte Renate Schoch, Sprecherin des GSoA-Sekretariats. "Bleibt uns denn am Ende nur, in die nicht erfreuliche Vision einer Welt einzuwilligen, in der an jeder Ecke ein Soldat einer 'schnellen Eingreiftruppe' steht und aufpasst?"

Roland Brunner, GSoA-Aktivist aus Zürich und verantwortlich für die Jugoslawien- und Antikriegs-kampagne der GSoA Schweiz, betonte bei der Vorstellung der Initiative "Solidarität schafft Sicherheit - für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst ZFD", dass Pazifismus mehr bedeute, als lieb und nett zu sein. Die Veränderungen der Welt und damit der Konflikte seit 1989 habe zu einer Anpassung der Friedensbewegungen geführt, die er mit dem Slogan "Von Protesten zu Projekten" charakterisierte. Dem "Mythos der militärischen Kontrolle und Bewältigung von Konflikten" müsse ein ziviles, soziales Projekt entgegengestellt werden. Der Zivile Friedensdienst soll in der Verfassung verankert werden als Instrument zur gewaltfreien Konfliktbearbeitung. Er sieht eine frei zugängliche Grundausbildung vor sowie die Schaffung eines Pools ausgebildeter SpezialistInnen, die auf Anfrage im In- und Ausland zum Einsatz kommen können. Brunner gratulierte dem ähnlich aufgebauten Schweizerischen Katastrophenhilfekorps SKH zu seinem 25jährigen Bestehen und wünschte ihm, mit dem ZFD zu einem jüngeren Bruder zu kommen, der die humanitäre Tradition der Schweiz um ein friedenspolitisches Engagement erweitere. Er betonte: "Der ZFD ist die zivilisierte und zukunftsfähige Form internationaler Solidarität und des Schweizer Engagements in der Welt von heute und morgen."

Der Genfer GSoA-Vertreter Tobia Schnebli bezeichnete den Frieden als "Angelegenheit, die zu wichtig ist, um sie in den Händen der Militärs zu belassen". Er führte die mit der Initiative geforderten zivilen Konfliktlösungsmassnahmen auf das "Programm für eine Kultur des Friedens" der Unesco zurück und betonte, die Uno habe das Jahr 2000 zum "Internationalen Jahr für eine Kultur des Friedens" erklärt. Die zivile, solidarische und offene Schweiz könne mit dieser GSoA-Initiative der Uno zum Jahr 2000 ein Geschenk machen, das weit in die Zukunft weise.

Der Berner GSoA-Aktivist Nico Lutz begründete die zweite neue GSoA-Initiative "Für eine glaubwürdige Sicherheitspolitik und eine Schweiz ohne Armee". Die "Armee ohne Feind" werde heute als Allerweltsheilmittel gegen jegliche Form ziviler Risiken verkauft. Er bezeichnete die Armee als "Teil des Problems, nicht der Lösung", da sie auf alle sozialen und ökologischen Gefahren keine Antwort gebe. "Die Schweiz muss auf zivile Bedrohungen mit zivilen Massnahmen antworten", so die Botschaft der GSoA. Lutz erklärte: "Wer meint, wir hätten es uns leicht gemacht und einfach die Initiative von 1985 aus der Schublade gezogen, der irrt gewaltig. Nach einer dreijährigen Diskussionsphase lancieren wir heute vielmehr eine aktuelle Initiative für eine zivile und solidarische Schweiz."

Auch Paolo Gillardi, GSoA-Mitglied in Genf, forderte eine zivile Öffnung der Schweiz. Er bezeichnete die neue Initiative zur Abschaffung der Armee nicht als Instrument gegen die Verteidigungsarmee von gestern, sondern als Antwort auf die militaristischen Projekte der Zukunft. Die Schweizer Militärpolitik flüchte heute aus dem Reduit des Zweiten Weltkriegs in die Festung der Nato und sehe - umzingelt von Freunden in Europa - nur noch im Lande selber ihre Feinde: Arbeitslose und Ausgesteuerte, AusländerInnen und ArbeiterInnen. Gillardi will mit den neuen GSoA-Initiativen der Schweiz den Weg in eine zivile internationale Zukunft öffnen und die "militaristische Hintertüre" verschliessen.

Unterstützt werden die beiden Volksinitiativen von verschiedenen politischen und sozialen Organisationen. Stellvertretend erklärten Annemarie Sancar Flückiger für den Christlichen Friedensdienst cfd und Christof Jakob für den Service Civil International SCI ihre Teilnahme.

Der cfd unterstützt die beiden GSoA-Initiativen, weil sie "mit der politischen Stossrichtung der GSoA übereinstimmen und neue Denk-Räume schaffen wollen", erklärte Sancar Flückiger: "Wir teilen die Ansicht der GSoA, dass die Armee ein Sicherheitsrisiko ist, auch wenn sie halbiert oder reformiert würde." Als feministisches Hilfswerk fordere der cfd zudem die "grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Militarismus als Männerideologie". Die Initiative für einen Zivilen Friedensdienst bezeichnete Sancar Flückiger dagegen als "Gegenprojekt zur Globalisierung von oben".

Der SCI unterstützt die GSoA-Initiativen, weil sie dort anknüpfen, wo der SCI heute schon tätig sei, erklärte Christof Jakob, SCI-Sekretär in Bern. Der SCI führe heute jährlich weltweit über 500 Freiwilligeneinsätze in ökologischen und sozialen Projekten durch. Zu den Initiativen erklärte Jakob: "Ein aktives internationales Friedensengagement mit dem Mittel des ZFD könnte für die Schweiz eine neue Vision darstellen, welche an die weltoffene, humanitäre Tradition anknüpft und so der Isolation entgegenwirkt." Aber auch die Armeeabschaffung sei beim SCI unbestritten.

Aujourd'hui, 17 mars, le GSsA lance deux nouvelles initiatives

  • La solidarité crée la sécurité: pour un service civil pour la paix (SCP)
  • Pour une politique de sécurité crédible et une Suisse sans Armée

A l'occasion du lancement nous tenons à Berne une conférence de presse (14h15 au Café Fédéral, près du Palais fédéral).

Après trois ans de discussions et de préparatifs, le GSsA est de nouveau dans la rue. Mardi 17 mars débute la récolte de signatures pour les deux nouvelles initiatives, qui demandent l'introduction d'un service civil pour la paix et l'abolition de l'armée.

A la conférence de presse de Berne, le GSsA s'est montré très critique face au rapport de la "commission Brunner". Les représentants du GSsA ont défini leurs propres initiatives comme étant une réponse civile aux menaces civiles d'aujourd'hui et de ce fait comme une alternative au concept militaire de la sécurité. "La globalisation a atteint aussi l'armée. Est-ce que les principes militaires doivent devenir les seuls moyens de l'ouverture et de la solidarité?" s'est demandée Renate Schoch, porte-parole du secrétariat national du GSsA. "Devons nous nous résigner à la triste vision d'un monde où à chaque coin il y a des soldats des "forces d'intervention rapides" qui montent la garde?

Roland Brunner, militant du GSsA de Zurich et responsable de la Campagne anti-guerre en ex-Yougoslavie du GSsA, en présentant l'initiative pour un service civil volontaire pour la paix, a souligné que le pacifisme signifie bien plus qu'une attitude passive et rénonciatrice. Les changements d'après 1989 dans le monde et dans les conflits ont amené aussi à une adaptation des mouvements pacifistes qu'il a défini avec la formulation "de mouvements de protestation à mouvements de proposition". Face au "mythe du contrôle et de la solution militaires des conflits" il faudrait développer un projet civil et social". Le service civil pour la paix devrait être ancré dans la constitution comme instrument pour la gestion non-violente des conflits. L'initiative propose le libre accès à une formation de base ainsi que la création d'un "pool" de spécialistes formés qui, sur demande, peuvent être engagés à l'intérieur comme à l'extérieur du pays, de façon analogue au Corps Suisse d'aide en cas de catastrophes.

Nico Lutz, activiste bernois du GSsA a motivé l'initiative "Pour une politique de sécurité crédible et une Suisse sans Armée", par le fait que "l'armée restée sans ennemi" est aujourd'hui vendue comme remède contre toutes sortes de risques. Il a défini l'armée comme "faisant partie du problème et non pas de la solution", puisqu'elle ne peut apporter aucune réponse aux menaces de type social et écologique. Le message du GSsA c'est: "La Suisse doit réagir aux menaces civiles avec des mesures civiles". L'initiative pour l'abolition de l'armée comprend des similitudes mais aussi des différences par raport à celle de 1989. Au postulat qui reste -"La suisse n'a pas d'armée"-, s'est ajouté un article qui définit les bases pour une politique étrangère civile de la Suisse. La position du GSsA est claire aussi quant aux efforts internationaux en faveur de la paix: "sans armes, toute forme de participation reste possible. Avant qu'une participation armée soit permise, le peuple doit se prononcer sur une loi à cet effet."

1. Sicherheit? Welche Sicherheit?

Bedrohungen machen nicht an der Schweizer Grenze halt, Sicherheit ist nicht gegeneinander, sondern nur miteinander zu haben - das hat die GSoA schon in den 80er Jahren gesagt. Vieles hat sich inzwischen verändert in der Welt, diese Einsicht nicht. Im Gegenteil: Über diesen Punkt herrscht sogar Konsens unter ArmeebefürworterInnen und ArmeegegnerInnen. Ebenso über die Feststellung, dass die Bedrohungen heute zivile und nicht militärische sind.

Was aber bedeutet Sicherheit? Wo liegen die heutigen Bedrohungen? Und vor allem: Wer oder was schafft Sicherheit? Hier gehen die Meinungen dann auseinander: Armeen schaffen sich ja nicht selber ab, sie suchen sich einfach neue Aufgaben, wie der vor drei Wochen veröffentlichte Brunner-Bericht zeigt.

Die Internationale der Militärs versucht, ihre Existenzkrise zu überwinden, indem sie sich für diesen Bereich zuständig erklärt. Armeen sollen heute nicht mehr die eine grosse Katastrophe «Krieg» verhindern, sondern für zahllose, kleine, begrenzte Katastrophen da sein, angefangen bei Naturkatastrophen über sogenannte Flüchtlingsströme bis zu bewaffneten Konflikten im Ausland. Es herrsche ein dauernder potentieller Notstand, wird uns gesagt, und die Armeen werden ihn kontrollieren.

Auch die Schweizer Armee gibt sich dieses neue Konflikt-Management-Image. Auch sie will bei Unwettern helfend zur Stelle sein, an der Grenze stehen, wenn Flüchtlinge kommen, gar mit dem von der Kommission Brunner empfohlenen Solidaritäts-Korps im Ausland für unsere Interessen Krieg führen. Die Globalisierung hat auch die Armee erfasst. Soll das militärische Prinzip also das einzige Mittel der Öffnung und der Solidarität werden? Ist das Militär von jetzt an das Allerheilmittel der gebeutelten Welt? Gibt es keine Alternative zur gewaltsamen Reaktion auf Konflikte? Wir wollen doch nicht einfach zuschauen, wenn der Kosovo-Konflikt gewaltsam eskaliert oder bloss zur Kenntnis nehmen, wenn ein repressives Regime in Mexiko eine Region in in den Kriegszustand zwingt. Bleibt uns denn am Ende nur, in die nicht erfreuliche Vision einer Welt einzuwilligen, in an jeder Ecke ein Soldat einer «schnellen Eingreiftruppe» steht und aufpasst? Dann sind PazifistInnen also schlicht nostalgisch und verstaubt, einer untauglichen Idee verhaftet?

Wir meinen Nein, und wie wir das genau meinen, erklären Ihnen Roland Brunner und Nico Lutz auf Deutsch, Tobia Schnebli und Paolo Gilardi auf Französisch anhand unserer beiden Volksinitiativen.

Renate Schoch, Sekretariat GSoA Schweiz

Le service civil volontaire pour la paix (SCP):

2. L'ouverture solidaire au lieu de l'interventionnisme militaire

La sécurité, la solidarité et la paix sont trop importantes pour les laisser en main aux militaires. Les systèmes de sécurité basés sur l'efficacité militaire n'empêchent pas les conflits d'éclater. L'initiative pour un service civil volontaire pour la paix est une alternative à la conception toute militaire de la sécurité et de la paix. Elle se base sur trois constatations élémentaires:

  • 1) la construction de la paix nécessite d'un travail à long terme;
  • 2) ce travail doit être fait avec et par les populations concernées;
  • 3) ce sont des moyens civils, sociaux, politiques et économiques qu'il faut mettre en oeuvre pour ce travail.

S'il est vrai que les problèmes et les défis d'aujourd'hui dépassent largement le cadre des frontières nationales, il faut que les réponses aussi se situent au niveau international. L'initiative pour un SCP n'est pas un nouveau "Sonderfall" helvétique: des projets similaires sont proposés par des mouvements pacifistes ou des milieux ecclésiastiques en Allemagne, en France, en Italie ou en Autriche. Au niveau européen, la fraction des Verts a déjà déposé une proposition analogue au parlement européen.

Concrètement, un service civil volontaire pour la paix permettrait d'agir à trois niveaux:

  1. Une formation de base à la gestion non-violente des conflits, ouverte à tous et toutes, fournirait les connaissances et les compétences nécessaires pour affronter la violence et les conflits dans toutes les situations de la vie quotidienne de notre société.
  2. Ensuite, une formation spécifique et continue permettrait de créer les ressources humaines qualifiées qui sont indispensables pour fournir une contribution solidaire et engagée dans des situations de conflit.
  3. Enfin, les engagements sur le terrain avec des spécialistes bien préparés. Ces actions se feraient sur demande de l'une ou l'autre des parties impliquées dans une situation de conflit. Cela permettrait à la Suisse d'apporter sa solidarité concrète avec des moyens où elle possède déjà des atouts et des qualités, c'est à dire dans le domaine des solutions civiles.

C'est précisément dans ces domaines-ci que l'action internationale fait encore largement défaut, certainement pas dans l'offre de "bataillons d'intervention pour la paix".

Le besoin d'approches civiles pour la prévention des conflits et pour la construction de la paix n'est pas un postulat formulé uniquement par les mouvements pacifistes européens:

  • promouvoir le respect des droits de l'homme, la tolérance et les principes démocratiques;
  • encourager le dialogue entre les cultures et le pluralisme culturel;
  • lutter contre toute forme de discrimination;
  • rejeter la violence;
  • reconstruire les infrastructures sociales et politiques qui soutiennent la paix et le développement durable;
  • prévenir l'escalade des conflits violents;
  • faciliter l'instauration d'un dialogue constructif dans les phases de tension précédant ou résultant d'un conflit.

Ces objectifs se retrouvent presque mot par mot dans nos deux initiatives, mais ce n'est pas le GSsA qui les a inventés. Les points que je viens d'énumérer, ce sont les buts principaux définis dans le Programme pour une culture de la Paix de l'UNESCO.

En novembre dernier, l'Assemblée Générale de l'ONU a déclaré l'an 2000 "Année Internationale pour une culture de la Paix". Grâce à une autre initiative qui va être lancée prochainement, la Suisse pourrait enfin adhérer à l'ONU. Une Suisse civile, solidaire et ouverte, ce serait le plus beau cadeau que nous pourrions offrir au monde au début du prochain millénaire. Elle sera peut être un des derniers pays à adhérer à l'ONU, mais avec un SCP elle serait l'un des premiers à amener un engagement concret, civil et solidaire pour la construction de la paix et pour le développement d'une culture de la paix.

Tobia Schnebli, GSsA Genève

3. Zivilisiert und zukunftsfähig

Der freiwillige Zivile Friedensdienst ZFD

"Pazifismus" kommt aus dem Lateinischen von "pacem facere" und bedeutet "Frieden machen". Pazifismus meint also nicht "lieb und nett sein", sondern beinhaltet ein sehr aktives Element des Schöpferischen, Gestalterischen, des Engagements und der Verantwortung.

In den vergangegen zehn Jahren haben pazifistische Organisationen wie die GSoA wichtige Veränderungen durchgemacht. Von Protestbewegungen wurden sie zu Projektträgerinnen. Während zu Zeiten des Kalten Krieges Protestmärsche und Kundgebungen gegen den nuklearen Wahnsinn im Vordergrund standen, erforderten die Konflikte und Kriege nach 1989 einen neuen Typus von Friedensarbeit. Gefordert war das verantwortungsbewusste, solidarische Engagement in enger Zusammenarbeit mit Frauen- und Friedensgruppen, Menschenrechtsorganisationen und unabhängigen Medien in den Krisengebieten.

Aus diesen Erfahrungen wuchs das GSoA-Initiativprojekt für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst ZFD. Im direkten Engagement und Einsatz von Freiwilligen in Projekten im ehemaligen Jugoslawien wurde uns klar: Konflikte können nicht militärisch gelöst werden. Von Albanien über Nordirland und Korsika bis Zypern beweist uns dies die Welt jeden Tag. Dem Mythos der militärischen Kontrolle und "Konfliktbewältigung" setzen wir das eigene solidarische Handeln, die zivile Konfliktbearbeitung mit den Menschen vor Ort entgegen. Nachhaltiger Friede entsteht nur als ziviles, soziales Projekt.

Die Initiative für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst schafft Handlungsspielräume auf drei Ebenen:

  1. Eine frei zugängliche Grundausbildung in gewaltfreier Konfliktbearbeitung schafft Wissen und Kompetenz im Umgang mit Gewalt und Konflikten in allen Lagen und Situationen unseres Alltagslebens und unserer eigenen Gesellschaft.
  2. Ein Pool von ausgebildeten MenschenrechtsbeobachterInnen, BegleiterInnen usw. schafft die menschlichen Ressourcen, um im Konfliktfall einen solidarischen Beitrag und Unterstützung leisten zu können.
  3. Der Einsatz von freiwilligen, gut ausgebildete und motivierten SpezialistInnen auf Anfrage aus Krisen- und Konfliktgebieten hin bedeutet gelebte Solidarität dort, wo die Schweiz ihre Stärken und Qualifikationen hat: im zivilen Bereich.

Internationale Solidarität bedeutet immer eine Einmischung in vermeintlich fremde Angelegenheiten. Bei meinem Engagement in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo habe ich gelernt, dass es keine "inneren Angelegenheiten" geben kann und darf, wo es um internationale Abkommen und um universale Werte und Rechte geht.

Die GSoA versteht den Zivilen Friedensdienst ZFD nicht als unbewaffnetes Ersatzteil für militärisches Eingreifen, sondern als zivile Alternative. Bewaffnete Interventionen lösen keinen Konflikt. "Sicherheit" und "Frieden" sind politische, nicht militärische Herausforderungen.

Der Krieg wird ausserordentlich ernst genommen. Der Friede bisher leider nicht. Für den Frieden gibt es weder Manöver noch Übungsplätze oder Departemente und Handbücher.

Zudem besteht an sogenannten "Friedensbataillonen" heute nach einhelliger Expertenmeinung ein Überangebot. Dagegen fehlt es am politischen Willen, eine faire internationale Rechtsordnung und zivile Instrumente zu schaffen.

Der ZFD ist

  • freiwillig: Er kommt im Unterschied zur Armee nicht nur ohne Waffen aus, sondern verzichtet auch auf Zwang.
  • zivil: Er verbessert die Möglichkeiten der Menschen, Konflikte politisch anzugehen und ihre Angelegenheiten gewaltfrei selber in die Hände zu nehmen. Er setzt auf gegenseitige Lernprozesse statt auf besserwisserischere Hilfe.

Dieses Jahr darf das Schweizerische Katastrophenhilfekorps SKH seinen 25jährigen Geburtstag feiern. Wir gratulieren dem SKH und allen seinen engagierten Angehörigen und danken ihnen für ihren Einsatz. Wir wünschen dem SKH viel Glück und gutes Gelingen für die nächsten 25 Jahre. Vor allem wünschen wir ihm aber einen jüngeren Bruder, den Zivilen Friedensdienst, der zum humanitären Engagement der Schweiz das friedenspolitische Engagement der Schweiz hinzufügt.

Wenn Probleme und Herausforderungen die nationalen Grenzen sprengen, müssen auch die politischen Antworten von Anfang an international gedacht werden. In verschiedenen Ländern sind heute Projekte und Vorschläge für Zivile Friedensdienste auf dem Tisch. Die Initiative der GSoA für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst setzt ein wichtiges Zeichen in dieser internationalen Debatte.

Der freiwillige Zivile Friedensdienst ist die zivilisierte und zukunftsfähige Form der internationalen Solidarität und des Schweizer Engagements in der Welt von heute und morgen.

Roland Brunner, GSoA Zürich und verantwortlich für die internationale Antikriegsarbeit der GSoA Schweiz

Anhang: Artikel über zivile Handlungsspielräume und verpasste Chancen im Kosovo

4. Armeefrei - zukunftsfähig

«Die Schweiz hat keine Armee, die Schweiz ist eine Armee» behauptete der Schweizer Bundesrat noch 1988 in seiner Botschaft zur damaligen Initiative «Für eine Schweiz ohne Armee und eine umfassende Friedenspolitik» an das Parlament. Seither hat sich vieles verändert. Die Armee ist keine heilige Kuh mehr - nur noch eine scheinheilige. Und sie hat ein grosses Problem: Ihr ist der militärische Feind abhanden gekommen. Ogis VBS will uns heute - unter gütiger Mithilfe der Studienkommission Brunner - weismachen, dass die Armee auch ohne Feind zu allem fähig ist. Sei es zur «Abwehr von MigrantInnen», zur «Bekämpfung von Terrorismus, mafiösen Organisationen sowie kriminellen Banden», für die Alarmierung bei «Angriffen auf Informatiksystemen», bei der «Freisetzung von hochtoxischen Stoffen oder Krankheitserregern» - die Armee will in allen Lebenslagen Sicherheit bieten.

Bei der aktuellen Armeereform-Diskussion geht es nicht um den Sinn der Armee, sondern um jede mögliche und unmögliche Legitimation für eine arbeitslose Institution, die nicht ausgesteuert werden will. Es gibt eine ganze Reihe von Problemen, mit denen wir uns in Zukunft auseinandersetzen müssen. In der Schweiz und weltweit führen soziale Unterschiede zu Konflikten. Die Arbeitslosigkeit ist auf einem Rekordstand. Die reale Gleichberechtigung von Frauen und ein zukunftsträchtigerer Umgang mit ökologischen Ressourcen gehören zu Herausforderungen der Zukunft. Die Armee ist auf keine dieser brennenden Fragen eine Antwort. Im Gegenteil: Sie ist selber ein Teil des Problems.

Und es geht noch um mehr: Nachdem der bewaffnete Alleingang selbst für die Armeespitzen absurd ist, versuchen sie die Armee als weltweite Solidaritätsbewegung zu positionieren. «Frieden produzieren und nicht nur konsumieren» lautet die Ogi'sche Version, ein «Solidaritätskorps» fordert die Brunner-Kommission. Solidarität und Frieden kommen jedoch nicht aus Gewehrläufen. An ziviler Konfliktbearbeitung und nicht an Soldaten mangelt es weltweit so schmerzlich. Ein Befreiungsschlag aus dem helvetischen Sonderfall, der auf einen internationalen militärischen Tummelfeld landet, wäre fatal. Um einen zivilen Beitrag der Schweiz zu einer internationalen Friedenspolitik einzufordern, lanciert die GSoA am 17. März zwei neue Initiativen: Für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst und eine Schweiz ohne Armee. Eben: armeefrei - zukunftsfähig.

Die Initiative "Für eine glaubwürdige Sicherheitspolitik und eine Schweiz ohne Armee" hat einige Gemeinsamkeiten mit der GSoA-Initiative von 1985, gleichzeitig aber auch diverse Unterschiede.

Geblieben ist die Forderung nach einer Schweiz ohne Armee. Neu legen wir in Art. 18 der Bundesverfassung die Grundsätze für eine zivile Schweizer Aussenpolitik fest. In der Initiative haben wir eine klare Haltung gegenüber einer Beteiligung an internationalen Friedensbemühungen. Sämtliche unbewaffnete Beteiligungsformen sind weiterhin möglich. Bevor sich die Schweiz jedoch an bewaffneten Friedensbemühungen beteiligen könnte, müsste das Volk einem entsprechenden Gesetz zustimmen.

Ebenfalls neu fordern wir explizit, dass zivile Aufgaben, welche von der Armee vorwiegend in den letzten Jahren übernommen wurden, durch zivile Behörden sichergestellt werden. Schliesslich ist in der aktuellen Initiative zusätzlich die Forderung nach einer Rüstungskonversionpolitik enthalten.

Wer meint, wir hätten es uns leicht gemacht und einfach die Initiative von 1985 aus der Schublade gezogen, der irrt gewaltig. Nach einer dreijährigen Diskussionphase lancieren wir heute vielmehr eine aktuelle Initiative für eine zivile und solidarische Schweiz.

Nico Lutz, GSoA Bern

L'esprit d'ouverture : une Suisse sans armée

Que l'armée suisse ait subi un sérieux toilettage, personne ne pourra le nier. Que, au même titre, la doctrine militaire ait été profondément bouleversée depuis 1989, personne non plus ne pourra le nier. Y aurait-il par conséquent encore de raisons aujourd'hui de vouloir abolir l'armée ?

Posée en ces termes, la question est spécieuse. Elle l'est parce qu'elle fait l'impasse sur les résultats du changement, celui-ci ne se suffisant pas par le simple fait d'avoir eu lieu.

Ainsi, ce n'est pas en fonction d'un intégrisme de mauvais aloi que nous nous lançons aujourd'hui, une fois de plus, dans la bataille pour l'abolition de l'armée, mais, justement en fonction de ce que l'armée est devenue, de ce qu'elle est en train de devenir.

C'est pourquoi, ce n'est plus l'armée de 1989 que nous voulons abolir, mais une autre armée qui, adaptation de la logique militaire à l'évolution des temps, assume des contours bien plus dangereux de ceux qu'elle avait jadis.

Réformée au prix d'un certain nombre de péripéties, l'armée qui se profile aujourd'hui est encore plus inacceptable que celle de hier. En effet, si cette dernière brillait par son inutilité manifeste, celle d'aujourd'hui répond beaucoup plus à des besoins qui sont particulièrement incompatibles avec une logique de paix et de sécurité.

Par sa modernisation, par l'acquisition d'une force de projection, par l'intégration progressive à la seule alliance militaire existante, l'OTAN, l'armée suisse s'inscrit directement dans une politique militaire, celle menée sous la direction des Etats Unis, en dehors des structures politiques que sont l'ONU ou encore l'OSCE. Elle participe ainsi à une forme de gestion des rapports internationaux fondée non pas sur la paix, la solidarité et la sécurité des populations mais sur le maintien manu militari des rapports de force entre les peuples et les régions de ce monde.

Appelée à participer, conjointement à d'autres troupes d'Europe occidentale, aux tâches de contrôle des grandes migrations humaines, l'armée suisse s'inscrit également dans un projet de repli et de fermeture, celui de l'Europe de Shengen. Paradoxalement, c'est officiellement par volonté d'ouverture que l'on abandonne les fortifications du réduit national au profit d'une forteresse, la forteresse Europe !

Equipée et entraînée pour accomplir des tâches de police, l'armée finit nécessairement par remplacer des politiques sociales de lutte contre les inégalités, pour les droits culturels, sociaux, économiques de la population, par un instrument de contrôle militaire ainsi que le laissent présager les scenarii d'intervention contre des groupes de chômeurs ou des paysans en colère imaginés au cours de ces deux dernières années.

C'est pourquoi, inutile face à des menaces qui ne sont pas militaires, inapte pour les tâches de paix, l'armée est aussi dangereuse pour la population que pour la véritable ouverture du pays sur le monde.

Ainsi, abolir l'armée, ce n'est pas refuser la nécessaire collaboration avec les autres nations ; c'est, justement, affirmer aux yeux des opinions publiques que la solidarité et l'ouverture, passent, dans un monde qui consacre mille fois plus à la guerre qu'à la construction de la paix, par d'autres voies, des voies civiles, donc... sans armées.

Paolo GILARDI, GSsA, Genève

Stellungnahme des cfd - Christlicher Friedensdienst zu den zwei neuen GSoA-Initiativen «Sicherheit statt Verteidigung: Für eine Schweiz ohne Armee» und «Solidarität statt Sicherheit: Für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst (ZFD)»:

Der cfd ist ein Hilfswerk und eine Friedensorganisation mit feministischer Ausrichtung. Wir haben das GSoA-Projekt inhaltlich begleitet, an Diskussionen darüber teilgenommen und aus unserer Sicht Kritik daran geübt. Ein Teil dieser Kritik floss in die Initiativtexte ein, ein anderer Teil in ein feministisches Gutachten zuhanden der GSoA, das u.a. deren beschränkten Sicherheitsbegriff kritisierte.

Wir unterstützen die zwei Volksinitiativen, weil wir mit der politischen Stossrichtung der GSoA übereinstimmen und neue Denk-Räume schaffen wollen, wo eine öffentliche Diskussion über Sicherheitspolitik und über Fragen stattfinden kann, welche zivilen Instrumentarien wir zur Lösung aktueller globaler Probleme brauchen.

Wir teilen die Ansicht der GSoA, dass die Armee ein Sicherheitsrisiko ist, auch wenn sie halbiert oder reformiert würde. Der etwas späten Erkenntnis des EMD/VBS, dass die Schweiz ihren äusseren Feind verloren und innerhalb ihrer nationalen Grenzen keine Arbeit mehr hat, muss endlich die Einsicht folgen, die Armee abzuschaffen. Die verzweifelte Suche nach einer neuen Legitimation und neuen Aufgabenfeldern für die Armee, wie es die Studienkommission Brunner vorschlägt, geht von einem falschen Konfliktverständnis aus: Sicherheit durch Kontrolle, mit der Armee haben wir es im Griff. Konflikte werden dabei vor allem in militärischen Kategorien gesehen, die Politik kommt zu kurz. Als feministische Organisation fordern und fördern wir die grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Militarismus als Männerideologie. Auf die Zusammenhänge von Krieg, Militär, Gewalt und Geschlecht aufmerksam zu machen, ist auch in der GSoA noch nicht selbstverständlich genug. Die Einsicht, dass die Armee als Erziehungsanstalt zur gewalttätigen Männlichkeit dient, lässt nur die Forderung nach deren Abschaffung zu.

Der ZFD ist für uns ein Gegenprojekt zur Globalisierung von oben. Nicht Armeen und Gewalt können Konflikte lösen, sondern nur ein langfristiges Engagement von Frauen und Männern, die Frieden im Sinne von sozialer Gerechtigkeit als Prozess verstehen. Ein ZFD, wie wir ihn uns vorstellen, muss die Grundlage für einen bewusst gewaltfreien Umgang zwischen Frauen und Männern schaffen, eine Basis für den Abbau von alltäglicher Männergewalt. Sonst ist der Titel der zweiten Initiative: «Solidarität statt Sicherheit: Für einen freiwilligenen Zivilen Friedensdienst (ZFD)» irreführend. Sicherheit für wen? Erst ein Sicherheitsbegriff, der weibliche Lebensrealitäten mit einschliesst, wird den Bedürfnissen aller gerecht.

Sibylle Mathis, cfd

Private Organisationen haben Pionierarbeit geleistet

Der Friedensdienst soll nun zu einer staatlicher anerkannten Aufgabe werden
wie die Entwicklungszusammenarbeit

Service Civil International (SCI): Wer ist das?

SCI heute: Der SCI ist eine weltweit tätige Friedensorganisation und führt jährlich über 500 Freiwilligeneinsätze durch: Jeweils 6-20 Frauen und Männer aus verschiedenen Ländern arbeiten ein paar Wochen (z.T. auch länger) zusammen für gemeinnützige Projekte v.a. im ökologischen und sozialen Bereich. Z.B.: In Kroatien Animationsprogramme für Flüchtlingskinder und einheimische Kinder organisieren, in Italien ein Militärgelände in einen Park umwandeln... . Jedes Jahr nehmen auch aus der Schweiz über 300 Freiwillige an solchen Einsätzen teil.

SCI gestern: Auf Initiative von Pierre Cérésole, einem Bundesratssohn aus der Romandie, fand bereits 1920 ein erster Freiwilligeneinsatz statt: Menschen aus vorher verfeindeten Ländern leisteten gemeinsam Wiederaufbauarbeit in Frankreich. In den 20-er Jahren fanden erste Einsätze in der Schweiz statt: Militärverweigerer zeigten dabei, wie sinnvoll ein ziviler Dienst sein kann. 1928 räumten über 700 SCI-Freiwillige in Liechtenstein, nach einer verheerenden Überschwemmung, Geröll beiseite. Der SCI hatte eine Pionierfunktion auch bei Einsätzen in Entwicklungsgebieten ab den 30-er Jahren.

Den freiwilligen zivilen Friedensdienst Es gibt ihn also schon!

Seit bald 80 Jahren arbeiten SCI-Freiwillige dort, wo Konflikte sind und freiwillige Hilfe notwendig und sinnvoll ist. Versöhnung wird konkret gelebt: Freiwillige aus arabischen und europäischen Ländern, aus Kroatien und Serbien... arbeiten und leben intensiv zusammen.

Auch andere Organisationen wie z.B. das Balkan Peace Team sind in Konfliktgebieten (z.B. Kosov@) an Einsätzen, die der Versöhnung dienen.

Wozu braucht es denn noch eine Volksinitiative?

Was bisher bewährte Praxis kleiner Organisationen war, soll zu einem offiziellen Mittel staatlicher Friedenspolitik werden:

  • Katastropheneinsätze sind heute klar eine staatliche unterstütze Aufgabe
  • Ein Zivildienst für Militärverweigerer ist inzwischen auch in der Schweiz eingeführt (der SCI ist übrigens auch ein anerkannter Einsatzbetrieb für Zivildienstleistende)
  • Entwicklungszusammenarbeit ist eine wichtige Aufgabe geworden

All dies stellt heute kaum mehr jemand ernsthaft in Frage. Es ist nun an der Zeit, dass auch freiwillige Friedenseinsätze anerkannt werden!

Eine Pionierfunkition in diesem Bereich wäre eine Chance für die Schweiz: Ein aktives internationales Friedensengagement mit dem Mittel des ZFD könnte für die Schweiz eine neue Vision darstellen, welche an die weltoffene, humanitäre Tradition anknüpft und so der Isolation entgegenwirkt.

Die Jahresversammlung des SCI hat einstimmig die Unterstützung beider Volksinitiativen beschlossen. Inhaltlich wollen wir den Schwerpunkt auf den ZFD legen. Die Frage der Armeeabschaffung war aber so unbestritten, dass die 4-90-Jährigen eine Diskussion darüber als überflüssig erklärten. Eine Schweiz ohne Armee ist glaubwürdiger in ihrem Friedensengagement und hat die notwendigen finanziellen Mittel dafür.

Für den Service Civil International (SCI)

Christof Jakob, Sekretär


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