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STREUMUNITION
Streubomben: GSoA lanciert Petition
von GSoA | 30.11.11.

Streubomben: GSoA lanciert Petition

Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats hat sich am 18. Oktober  gegen die Ratifizierung der Anti-Streubomben-Konvention ausgesprochen. Die GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) macht Druck auf das neue Parlament, diesen Fehlentscheid am 21. Dezember zu korrigieren und lanciert heute unter www.stopstreubomben.ch eine Petition zur Ratifizierung der Konvention.

Der Einsatz von Streumunition in Ländern wie Libyen, Libanon, Afghanistan oder Bosnien-Herzegowina hat gezeigt, dass die Waffe ganze Landstriche unbewohnbar macht und in erster Linie die Zivilbevölkerung trifft. In den letzten 40 Jahren sind mehr als 55'000 Menschen dieser Kriegswaffe zum Opfer gefallen. 66 Staaten haben deshalb die UN-Konvention gegen Streumunition bisher ratifiziert.

"98 Prozent aller Streubomben-Opfer weltweit sind Zivilistinnen und Zivilisten. Mit ihrer Weigerung, das Streubomben-Verbot zu ratifizieren, begibt sich die Schweiz in eine Liga mit Schurkenstaaten wie Burma, Nordkorea oder Syrien", begründet GSoA-Sekretär Jonas Zürcher die Unterschriftensammlung. "Noch Jahre nach dem Einsatz bringen Blindgänger insbesondere spielende Kinder in Lebensgefahr", so Zürcher weiter.

Als "hocheffiziente Verteidigungswaffe" hatte der abgewählte SVP-Nationalrat Ulrich Schlüer die grausame Munition in den Medien verteidigt: "Mit einer einzigen Streubom-be vom Gotthard aus lässt sich die ganze Leventina unpassierbar machen." GSoA-Sekretärin Cordula Bieri kritisiert: "Diese Argumentation ist menschenverachtend. Die ganze Region wäre auf Jahrzehnte unbewohnbar. Es bleibt zu hoffen, dass das neue Parlament Menschenleben höher gewichtet als ewiggestrige Reduit-Phantasien."


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