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Gute Performance der ZKB dank unethischen Investitionen
von GSoA | 28.08.15.

Heute präsentierte die Zürcher Kantonalbank (ZKB) ihre Halbjahreszahlen und damit trotz Frankenstärke und Krisenherden eine gute Performance. Die Konzerne, in die investiert wird, sorgen jedoch für harsche Kritik: trotz offiziellen Verbots der Finanzierung von Atomwaffen und Streumunition fliesst noch immer Geld der ZKB in die Atomwaffenproduktion.

Die Halbjahreszahlen der ZKB lassen erst einmal aufatmen: Trotz des starken Frankens, Krisen und Unsicherheiten präsentierte die ZKB eine relativ gute Performance und eine stabile Entwicklung. Kunden und Kontoinhabende atmen auf – und schnappen bei einem Blick auf die Investitionen, die mit ihrem Geld getätigt werden, nach Luft.

So hat Swiss Canto seit Januar 2011 5 Millionen US Dollar in Atomwaffen produzierende Konzerne investiert, insbesondere in den französischen Konzern Safran. Zudem besitzt sie mindestens 0.5% der Obligationen dieses Unternehmens. Safran produziert im Rahmen eines Joint Ventures die ballistischen Raketen des Typs M-51 für die französische Marine. Jede dieser Raketen ist mit 6 – 10 thermonuklearen Mehrfachgefechtsköpfen ausgestattet. Die Subunternehmen von Safran (Snecma und Sagem) stellen ausserdem Navigations- und Antriebssysteme für diese Rakete her.

Durch das Gewähren von finanziellen Vorteilen an solche Unternehmen finanziert die ZKB die atomare Aufrüstung mit – und sie tut es mit Schweizer Geld. Dies trotz gesetzlichem Finanzierungsverbot von Atomwaffen und Streumunition. Die ZKB ist jedoch bei weitem nicht die einzige Schweizer Bank mit fragwürdigen bis illegalen Beteiligungen. Interessant ist, dass solche Zustände, dh. Gesetzesverstösse, bekannt werden können, ohne dass sich an diesen Praktiken etwas ändert. „Die ZKB ist nur eine von vielen Schweizer Banken mit Beteiligung an der atomaren Aufrüstung. Es ginge jedoch auch anders – diverse norwegische und andere skandinavische Banken schliessen solche Konzerne von ihren Investments aus: wann ziehen Schweizer Banken nach?“, fragt Meret Schneider, Sekretärin der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee.