Themen > Finanzierung von Kriegsmaterial

DON'T BANK ON THE BOMB
Schweizer Banken erhöhen ihre Investitionen in Atomwaffen
von GSoA | 12.11.15.

Gemeinsame Medienmitteilung von ICAN Switzerland, BHRC und GSoA

Heute wurde der neuste «Don’t Bank on the Bomb»-Report der internationalen Kampagne zur Abrüstung von Atomwaffen (ICAN) veröffentlicht. Der Report zeigt, dass Schweizer Finanzintermediäre ihre Investitionen in Atomwaffen produzierende Konzerne auch 2015 wieder erhöhten. Seit 2012 investierten sie insgesamt mehr als 6.4 Milliarden Franken. 

Die UBS hält Beteiligungen an Atomwaffen produzierenden Konzernen in der der Höhe von 5'122 Mio. US-Dollar, die Credit Suisse in der Höhe von 1'410 Mio. US-Dollar. Gemäss dem Vorjahresbericht war die UBS 2014 noch mit 3700 Mio. US-Dollar involviert und hat damit ihre Beteiligungen in diesem Jahr stark ausgebaut. 

Für die GSoA, BHRC und ICAN Switzerland ist es nicht nachvollziehbar, dass die beiden Schweizer Grossbanken Atomwaffen auch in diesem Jahr über eine Milliarde Franken in Kernwaffenproduzenten investieren. Die Banken nutzen Regelungslücken im Finanzierungsverbot von Atomwaffen im schweizerischen Kriegsmaterialgesetz gezielt aus. Skandinavische Banken beweisen, dass diese Art von Profitmacherei durchaus vermeidbar ist und es sinnvollere Investitionsmöglichkeiten gibt. 

„Die schweizerische Diplomatie arbeitet mit über 100 anderen Ländern auf eine internationale atomare Abrüstung hin, während unser Finanzplatz diese Bemühungen sabotiert. Dies ist inakzeptabel“, meint GSoA-Sekretärin Meret Schneider. Die GSoA fordert ein Ende der Beteiligung von Schweizer Banken an den Produzenten von Atomwaffen. Auch Dominique Jaussi, Co-Präsident von BHRC, ergänzt: „Es braucht endlich ein effektives Finanzierungsverbot im Kriegsmaterialgesetz. Nun ist das neue Parlament gefordert! Niemand kann ernsthaft daran interessiert sein, dass die globale Unsicherheit und Instabilität zunimmt – wie es beim atomaren Wettrüsten der Fall ist.“ Wir erwarten deshalb, dass das Parlament die Motion von Evi Allemann (SP, BE) unterstützt, welche diese Investitionen in Massenvernichtungswaffen endgültig verhindern würde.1

Gemeinsam veranstalteten ICAN Switzerland, BHRC und GSoA gestern auf dem Paradeplatz in Zürich eine Mahnwache gegen die Schweizer Beteiligung an der atomaren Aufrüstung.

Den Report finden sie hier.

Bilder der Mahnwache:
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1: Motion Allemann, http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/geschaefte.aspx?gesch_id=20143253.