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KRIEG UND FRIEDEN
«The 100-Country-Army»
von GSoA | 17.11.01.

Kriege und offene Interventionen regulärer US-amerikanischer Miliäteinheiten seit 1946.

Zusammenstellung: Hans Hartmann, November 2001*

Alles sei anders, nach diesem 11. September 2001, wird allenthalben behauptet. Stimmt das wirklich? Nicht wenn es um den Einsatz von Gewalt in der internationalen Politik geht! Die Diskurse und Begründungen mögen sich ändern, wenn auch nicht sehr. Zur Zeit, führt die USA den Krieg gegen das Böse in Person des Terroristen Osama Bin Laden. Namen, Ziele und Opfer wechseln; leidtragend ist heute die Zivilbevölkerung in Afghanistan. Aber das Konzept bleibt sich (wie dasjenige ihrer «kleinen» europäischen Partner Grossbritannien, Frankreich und wieder Deutschland, sowie ihrer Konkurrenten Russland und China) gleich: Militärische Mittel werden eingesetzt, um

  1. die Reichtümer dieser Welt für die Interessen der amerikanischen Multis zu öffnen und zu sichern;
  2. um politische Hegemonie über immer neue Zonen der Weltökonomie zu gewinnen;
  3. um die Bedürfnisse der einheimischen Rüstungsindustrie zu befriedigen;
  4. um die Entstehung alternativer nicht-kapitalistischer gesellschaftlicher Modelle zu verhindern.

Die folgende, möglicherweise unvollständige Liste von 94 Kriegen und offenen Militär-Interventionen der USA in beziehungsweise gegen 56 verschiedene Länder schliesst nicht mit ein:

  • Schon bestehende, permanente Stationierung von Militärpersonal auf fremdem Territorium1;
  • Routine-Militärmanöver;
  • Stärkedemonstrationen der US-Marine (feindselige Off-Shore-Flottenaufmärsche, Hafen-Besuche);
  • Atomare Erstschlagdrohungen;
  • Einsätze von US-Piloten auf fremden Flugzeugen;
  • Unterstützung befreundeter kriegsführender Nationen mit Satellitendaten u.ä. (z.B. Grossbritannien im Falkland-Krieg);
  • Einsätze von Militärbeobachtern in multinationalen Überwachungsoperationen;
  • Einsätze zur Minenräumung, zur militärischen Katastrophenhilfe und vergleichbare Hilfsoperationen, sofern sie nicht direkt mit Kampfoperationen oder der Übernahme der öffentlichen Gewalt verknüpft verknüpft sind (z.B. Luftbrücke Berlin, 1948-49);
  • Einsätze der US-Armee im Innern (z.b. Operation «Noble Eagle» ab 15. September 2001, 35'000 Reservisten mobilisiert), zur Grenzüberwachung und in annektierten Gebieten (z.B. Puerto Rico);
  • Einsätze der Nationalgarde, der Militärpolizei, der Drug Enforcement Agency oder anderer nicht dem Verteidigungsdepartement angehörender Einheiten (z.B. Sicherheitskräfte der US-Botschaften etc.)
  • Logistische und materielle Unterstützung sowie militärische Ausbildungs- und Beratungsprogramme in Bürgerkriegs-Situationen (Low-Intensitiy-Kriegsführung) und andere verdeckte Operationen, sofern nicht zusätzlich reguläre Einheiten der US-Armee direkt involviert sind (u.a. Philipinen 1945-53, Südkorea 1945-53, Griechenland 1947-50 und 1964-74, Albanien 1949-53, Iran 1953, Guatemala 1954, Indonesien 1957-58 und 1965, Guyana 1954-64, Brasilien: 1961-64, Chile 1964-73, Ost-Timor 1975, Afghanistan 1979-82, El Salvador 1980-92)

Keine einzige der in der Folge aufgelisteten Militärinterventionen der USA war ein deklarierter Krieg. Und dennoch führten die USA - meistens alleine, gelegentlich zusammen mit verbündeten Nationen - seit 1945 mit regulären Streitkräften offene Angriffskriege gegen dreizehn Staaten sowie in vier Bürgerkriegsregionen: China (1945), Korea (1950-53) , Libanon (1958, 1982-84), Vietnam (1961-75), Laos (1964-1971), Dominikanische Republik (1965), Kambodscha (1966-73), Grenada (1983), Libyen (1986), Iran (1988), Panama (1989-1990), Irak (1991-heute), Somalia (1992-93), Kroatien/Republika Srpska (1995), Sudan (1998), Afghanistan (1998), Serbien/Kosovo (1999), Afghanistan (2001-?). Es starben dabei zwischen 5,5 und 6 Millionen Menschen. Nicht erfasst sind damit die Menschen, die in den schmutzigen «Low-Intensitiy-Kriegen» der USA, bei verdeckten Operationen und von verbrecherischen Vasallen der US-Aussenpolitik in deren Einverständnis umgebracht wurden.
Die Jahreszahlen in der Klammer beziehen sich in der Regel auf die Einsatzdauer regulärer US-Truppen.

China (1945, 1948/49)

Im Oktober 1945 werden - zusätzlich zu den 60'000 nach dem Ende des 2. Weltkrieges in China verbliebenen Soldaten bis 50,000 U.S. Marines nach Nordchina geschickt, um die nationalchinesischen Behörden zu unterstützen und Häfen, Bahnlinien und Flughäfen zu kontrollieren.
Ab November 1948 werden 1250 Marines in Tsingtao und ab Mitte Dezember in Schanghai stationiert, wo sie die Amerikanische Botschaft nach der Niederlage der Nationalchinesen bewachen beziehungsweise amerikanische Bürger evakuieren.2

Jugoslawien (1946)

1946, als die Jugoslawische Armee ein US-Flugzeug abschiesst, ordnet Präsident Truman die Verstärkung der US-Truppen an der Besatzungszonengrenze (bei Triest) an. Schon früher hatte er Kriegsschiffe in die Adria entsandt.

Palästina (1948)

1948 werden Marineeinheiten nach Jerusalem geschickt um das Generalkonsulat der USA zu sichern.

Taiwan-Strasse (1950-74)

Erste Taiwan-Krise: Juni 1950 bis 1955: Die siebente Flotte der US-Navy schützt Taiwan vor einem Angriff Chinas; von den USA ausgebildete taiwanesische Kräfte besetzen zwischen Oktober 1952 und Juni 1953 verschiedene Inseln vor der chinesischen Festlandküste, während die chinesische Armee taiwanesisch besetzte Inseln bombardiert; mehrere Tausend Tote; im Januar 1955 evakuieren US-Kriegsschiffe amerikanische und taiwanesischeTruppen von den Tachen Inseln.

Zweite Taiwan Krise, 23. August 1958 bis 1. Januar 1959: Als China die unmittelbar vor dem Festland liegenden aber taiwanesisch besetzten Inseln Quemoy and Matsu Islands blockiert und zu beschiessen beginnt, schickt die USA einen grossen Flottenverband ; (von taiwanesischen Soldaten geflogene) US-Kampfflugzeuge schiessen chinesische MIGs ab; die USA droht China mit Atomschlägen und der Generalstab arbeitete entsprechende Pläne aus, die den Tod von Millionen von Zivilisten einkalkulieren. Die letzten Kampf- und Überwachungsflugzeuge ziehen die USA 1974 von Taiwan ab.

UdSSR (1950-55)

Flugzeugabschüsse, 11. April 1950 bis 31. Juli 1953 und 23. Juni 1955: Der Nervenkrieg der US-amerikanischen und sowjetischen Luftwaffe um Spionageflüge und Luftraumverletzungen führt die Welt mehrmals an den Rand eines Atomkrieges. Am 8. Oktober 1950 bombardieren US-Flugzeuge einen sowjetischen Flughafen nahe der nordkoreanischen Grenze. Bei insgesamt zehn Luftkämpfen beziehungsweise Abschüssen kommen auf beiden Seiten über 50 Menschen ums Leben.

Korea (1950-53)

Korea-Krieg, 27. Juni 1950 bis 27. Juli 1953: Die USA unterstützen das pro-westliche Südkorea im Krieg gegen das kommunistische Nordkorea. 276'000 US-Flüge, Einsatz von 454'000 Tonnen Bomben und Raketen. 36'940 US-Soldaten, 180'000 südkoreanische Soldaten, und eine unbekannte Zahl nordkoreanischer (maximal 520'000) und chinesischer (maximal 900'000) Soldaten und von Zivilisten sterben; die meisten Schätzungen gehen von insgesamt 3'000' 000 Toten aus.

Ägypten (1956)

Suez-Krise, 26. Juli 1956 bis 15. November 1956: Ein Marine-Bataillon landet in Alexandria um US-BürgerInnen und andere AusländerInnen vor dem Hintergrund des israelisch-französisch-britisch-ägyptischen Krieges zu evakuieren.

Libanon (1958)

Operation "Blue Bat", 15. Juli 1958 bis 20. Oktober 1958: Mehr als 14'000 US-Soldaten besetzen Beirut, um die amtierende pro-westliche Regierung gegen von Syrien gestützte Aufständische zu unterstützen; 1300 Tote.

Guatemala (1960-62)

13. November 1960: Die Unterstützung der Schweinebucht-Invasion durch die Militärjunta, die sogar Militärübungen der exil-kubanischen Invasionstruppen in Guatemala zu lässt, führt zu einer Revolte unzufriedener guatemaltekischer Offiziere, die mit US-Unterstützung niedergeschlagen wird.
Nach der Bildung einer linksgerichteten Guerilla im Februar 1962 und blutig niedergeschlagenen Protesten in Guatemala City (mindestens 20 Tote) schicken die USA Soldaten zur Aufstandsbekämpfung.
(Hintergrund: Die Repression diverser, von den USA unterstützter Militärjuntas nach dem von der CIA und der United Fruit Company betreibenen Sturz der demokratisch gewählte Regierung Arbenz (1954) und der über drei Jahrzehnte dauernde Bürgerkrieg haben nach vorsichtigen Schätzungen 120'000 Tote zur Folge, vor allem unter der ländlichen Bevölkerung der Maya-, Garifuna- und Xinca-Indianer. Ein unbekannte Zahl von Menschen «verschwinden».)

Kuba (1961-63)

Schweinebucht-Invasion, 17. April bis Mai 1961: 1500 von der CIA in Guatemala ausgebildete Exil-Kubaner landen auf Kuba um die Regierung Castro zu stürzen. Die US-Luftwaffe unterstützt den Angriff mit Luftschlägen, dennoch scheitert die Invasion schon am 20. April; einige Exil-Kubaner können entkommen und versuchen in den Bergen eine Guerilla-Basis einzurichten, werden aber bald verhaftet; die Invasion und die anschliessenden Scharmützel fordert insgesamt 300 Todesopfer;
Kuba-Krise, 24. Oktober 1962 bis 1. Juni 1963: Die Blockade der Insel durch die US-Navy bringt die Welt an den Rand eines Atomkrieges.

Vietnam (1961-75)

Vietnam-Krieg, diverse Operationen, 1961 bis April 1975: 1961 schicken die USA eine grosse Zahl von Militärberatern und Kampfflugzeugen, um Südvietnam im Krieg gegen Norvietnam zu unterstützen; die Bombardierungen Nordvietnams durch US-Flugzeuge beginnen am 4. August 1964; Maximaler Truppeneinsatz 543'000 US-Soldaten im April 1969; im August 1972 verlassen die letzten US-Bodenkampftruppen das Land (43'000 Mann Supportpersonal bleibt stationiert); die schweren Bombardierungen werden bis zum Waffenstillstand vom 28. Januar 1973 fortgesetzt; das Gesamtgewicht der abgeworfenen US-Bomben bzw. Raketen entspricht mit 6'162'000 Tonnen der dreifachen Menge der im 2. WK von den USA eingesetzten Bomben; ca. 2 Millionen Tote, vor allem unter der Zivilbevölkerung; 58'000 gefallene US-Soldaten. Spezielle Operationen:
Operation "Ranch Hand", Januar 1962 bis Januar 1971: die USA vernichten 20 Prozent der südvietnamesischen Urwälder und 36 Prozent der Mangrovenwälder mit Herbiziden.
Operation "Pocket Money", 9. Mai 1972 bis 23. Oktober 1972: die USA verminen norvietnamesische Häfen mit über 11'000 Minen.
Operation "Freequent Wind", 26. April 1975 bis 30. April 1975: Evakutaion von US-Bürgern und anderen Ausländern.

Laos (1961-1975)

Aufstandsbekämpfung, 1961: Intervention von US-Bodentruppen. April 1964 bis 1970: Nach einem Militärputsch unterstützen die USA die konservativen Kräfte auch mit Luftangriffen auf die kommunistischen Milizen; mindestens 20'000 nach anderen Angaben sogar bis zu 350'000 Tote. 3
Operation "Tailwind", 1970: Gemäss Berichten von CNN and Time Magazine vom 8. Juni 1998 benutzen die USA bei ihren Angriffen gegen feindliche Einheiten 1970 auch das Nervengas Sarin.
Februar 1971: Die Südvietnamesen starten mit amerikanischer Luftunterstützung eine Offensive gegen Laos. Mehrere zehntausend Soldaten stoßen vom ehemaligen US-Stützpunkt Khe Sanh nach Westen vor, aber der Vorstoss scheitert.
(Hintergrund: Die Destabilisierung der nationalen Einheitsregierung in Laos durch die USA führt ab Dezember 1958 zum Bürgerkrieg, in dem die USA die konservativen Kräfte bis 1975 unterstützt.)

Thailand (1962)

Aufstandsbekämpfung, 17 Mai 1962 bis zum 30. Juli 1962: 5000 Marines des «3d Marine Expeditionary Unit» unterstützen Thailand gegen die «kommunistische Bedrohung».

Panama (1964)

Die «Flag Riots», 7, Januar 1964 bis 16. Januar 1964: Hunderte von Panamesen versuchen in der Kanalzone ihre Nationalflagge zu hissen; daraufhin übernimmt die USA die alleinige Kontrolle der Kanalzone; 20 Panamesen und 4 US-Soldaten sterben bei den Scharmützeln.

Kongo/Zaire (1964/67/78)

1964 schicken die USA vier Transportflugzeuge inklusive Besatzung für Truppentransporte in den kongolesischen Sezessionskrieg.
Operation "Red Dragon", 23. November 1964 bis 27. November 1964: Die USA unterstützen belgische Interventions- und Evakuationstruppen im Sezessionskrieg mit Transportflugzeugen inklusive Besatzung. 1967 werden drei militärische Transportflugzeuge entsandt, um die Regierung Mobutu bei der Aufstandsbekämpfung zu unterstützen.
Operation "Red Bean", 19. Mai 1978 bis Juni 1978: USA schicken Transportflugzeuge inklusive Besatzung, um Mobutu sowie belgische und französische Interventionstruppen gegen Aufständische zu unterstützen. (Hintergrund: Unmittelbar nach der Wahl des unabhängigen Kandidaten Patrice Lumumba zum ersten Ministerpräsidenten des unabhängigen Kongo im Juni 1960, beginnt die Sezession der an Rohstoffen reichen Provinz Katanga, wo Mitglieder der Eisenhower-Administration ihre Interessen bei der Ausbeutung dieser Bodenschätze sichern wollen. Auf Anweisung Eisenhowers wird Lumunba im September als Ministerpräsident abgesetzt und im Januar 1961 ermordet. Die CIA installiert Mobutu, welcher das ursprünglich reiche Land über 30 Jahre lang mit spektakulärer Grausamkeit regiert und ruiniert.)

Dominikanische Republik (1965)

Operation "Powerpack", 28. April 1965 bis 21. September 1966: Als eine Revolte ausbricht, die den demokratische gewählten, 1963 vom Militär weggeputschten und exilierten Präsidenten Juan Bosch an die Macht zurückbringen will, landen innert fünf Tagen 19'000 US-Soldaten, welche die Revolte niederschlagen. Die Gefechte fordern 3500 Tote, davon 30 US-Soldaten.

Kambodscha (1966-73, 1975)

Vietnam-Krieg: Bombenangriffe auf angebliche Vietkong-Basen im neutralen Kambodscha ab 1966. Operationen "Breakfast", "Lunch", "Snack", "Dinner" und "Dessert", 17 März 1969 bis 14. August 1973: Massive Flächenbombardements in Kambodscha. Die schweren Bombenangriffe der US-Air-Force werden erst beendet, als der Kongress das definitive Ende der von der Regierung Nixon-Kissinger teilweise geheim durchgeführten Bombardierungen beschliesst. Vom 30. April 1970 bis zum 30. Juni 1970 intervenieren zusätzlich 31'000 US-Bodentruppen (zusammen mit über 40'000 südvietnamesischen Soldaten) gegen Vietkong-Basen; mindestens bis September 1970 unterstützen US-Soldaten in Kambodscha die südvietnamesischen Armee logistisch; insgesamt verursachen diese Operationen, insbesondere die Bombardierungen, mindestens 150'000, nach anderen Angaben sogar 600'000 Tote. 3
Operation "Eagle Pull", 11. April 1975 bis 13. April 1975: Evakuierung.
Operation "Mayaguez", 14. Mai 1975 bis 20. Mai 1975: Nach der Beschlagnahmung eines US-Handelsschiffes durch Kambodscha landen US-Marines an der thailändischen Küste in der Nähe der kambodschanischen Grenze und beginnen Kambodscha zu bombardieren; 50 Tote.

(Hintergrund: Die Zerstörung Kambodschas durch die USA ermöglichten die Machtübernahme der Roten Khmer, die einen systematischen Massenmord an bis zu zwei Millionen Kambodschanern durchführten. Dies hinderte die USA nicht daran, die Roten Khmer nach der Intervention Vietnams in Kambodscha 1979 zu unterstützen.)

Nordkorea: (1968/76)

Operation "Red Fox", 23. Januar 1968 bis 5. Februar 1969: Truppenaufmarsch nach Kaperung eines US-Spionageschiffes durch Nordkorea (Pueblo Incident).
Operation "Paul Bunyan", 21. August 1976: 27 US-Hubschrauber und mehrere B-52 Bomber «unterstützen» die Fällung eines Baumes in der neutralen Sperrzone, nachdem Tage zuvor zwei US-Offiziere an dieser Stelle erschlagen worden sind. (Aussenminister Henry Kissinger will Nordkorea bombardieren).

Mittlerer Osten: (1973)

Operation "Nickel Grass": 14. Oktober 1973 bis 14. November 1973: Luftbrücke, mit der die USA die israelische Armee während dem Jom Kippur Krieg logistisch und mit Waffenlieferungen unterstützt. Zwei US-Flugzeugträger werden in die Konfliktregion verschoben, um einem allfälligen sowjetischen Eingreifen zuvor zu kommen.

Zypern (1974)

22. Juli 1974: US-Marineeinheiten greifen in Zypern ein und evakuieren 460 Personen (die meisten davon sind US-Bürger). Hintergrund: Zusammen mit der faschistischen griechischen Junta organisieren die CIA und das US-Aussenministerium einen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten des Inselstaates, Erzbischof Makarios, der aber dem Attentat entkommen kann. Als die Demokraten in Athen die Obristen-Junta verjagen, wechselt US-Aussenminister Kissinger auf die Seite der Türkei, welche Zypern überfallen hat.

Libanon (1976)

Am 22. und 23. Juli 1976 evakuieren Helikopter von fünf US-Kriegsschiffen etwa 250 Amerikaner und Europäer aus dem Libanon.

Saudi Arabien (1979-89)

Operation "Elf One", März 1979 bis 15. April 1989: Im März 1979 werden zwei US-amerikanische E-3-Überwachungsflugzeuge von Japan nach Saudi Arabien verlegt, um den Grenzkonflikt zwischen Nord- und Südjemen zu überwachen. Seit September 1980 verstärken vier E-3-Überwachungsflugzeuge (inklusive 200 Crew-Mitglieder) die saudische Luftabwehr. Während dem ersten Golfkrieg sind diese Flugzeuge rund um die Uhr in der Luft (6000 Aufklärungsflüge mit einer Gesamtdauer von 87'000 Stunden).

Südkorea (1979-80)

Verstärkung der amerikanischen Truppen nach der Ermordung von Präsident Park am 26. Oktober 1979 und nach den Revolten gegen die von den USA unterstützte Militärdiktatur im Mai 1980. General John A. Wickham Jr. lässt vom 8. bis zum 17. Mai 1980 Südkoreansiche Truppen des gemeinsamen Militärkommandos einen Studentenaufstand in Kwangju blutig niederschlagen.

Iran (1980)

Operationen "Eagle Claw/Desert One", 25. April 1980: gescheiterter Befreiungsversuch der US-Botschaft in Teheran mit sechs Transportflugzeugen und acht Helikoptern.

Honduras/Nicarauga/Costa Rica (1981-89)

Juli 1983: die USA führen Militärübungen in Honduras durch, die beinahe zum offenen Konflikt mit Nicaragua führen.
25. März 1986: Helikopter der US-Army fliegen honduranische Truppen zu Grenzgefechten mit der nicaraguanischen Armee.
Operation "Golden Pheasant", März 1988: Truppen des XVIII US-Airborne Corps provozieren an der honduranisch-nicaraguanischen Grenze.
(Hintergrund: Nach dem Sieg des FSLN gegen das Somoza-Regime und dem Amtsantritt Ronald Reagans im Januar 1981 organisiert und finanziert die CIA (u.a. mit von General Noriega gewaschenen Drogengeldern) den Aufbau einer Konterrevolutionären Guerilla («Contra») von bis zu 15'000 Mann in Honduras und Costa Rica, was in den achtziger Jahren zu mehreren Grenzkonflikten zwischen Nicaragua und diesen Ländern führt; der schmutzige Krieg der Contras in Nicaragua fordert 25'000 zumeist zivile Opfer; häufige Flottenmanöver der US-Marine vor der nicaraguanischen Küste; 1984 vermint die CIA nicaraguanische Häfen und versenkt so mehrere Handelsschiffe, wofür die USA vor dem internationalen Gerichtshof verurteilt werden.

Libyen (1981-89)

Operation "Golf von Sidra", 18. August 1981: Abschuss zweier lybischer Kampfjets über dem von Libyen beanspruchten Golf von Sidra während einem US-Militärmanöver.
Operation "Attain Document", 26. Januar 1986 bis 29. März 1986: Nach Bombenanschlägen in Rom und Wien führt die US-Navy «Freedom of Navigation»-Manöver im Golf von Sidra druch. Zwischen dem 24. und dem 26. März greifen US-Raketen lybische Stellungen und fünf libysche Kriegsschiffe an, von denen mindestens zwei versenkt werden; 50 bis 100 Tote.
Operation "El Dorado Canyon", 12. April 1986 bis 17. April 1986: ca. 100 US-Flugzeuge bombardieren verschiedene Ziele in Libyen (nachdem ein amerikanischer Soldat bei einem Bombenanschlag in einer Berliner Diskothek getötet und 63 verwundet worden sind); ca. 150 Tote, v.a. in Tripolis und Benghasi.
Januar 1989: USA provozieren mit neuerlichen Flottenmanövern und schiessen am 4. Januar 1989 zwei libyscher Kampfflugzeuge 70 Meilen nördlich der libyschen Küste ab.

Ägypten: (1981-?)

Operation "Bright Star", 6. Oktober bis November 1981: Nach der Ermordung des ägyptischen Präsidenten Sadat am 6. Oktober 1981 werden 2 Flugzeuge und 200 Soldaten der US-Luftüberwachungskräfte in Ägypten stationiert. Flotteneinheiten stationieren sich vor der ägyptischen Küste.
Opertion "Early Call", ab 18. März 1983: Vier US-AWACS-Flugzeuge werden in Ägypten stationiert und überwachen libysche Flugbewegungen.

Libanon: (1982-84)

Operation "US Multinational Force", 25. August 1982 bis 26. Februar 1984: Nach dem israelisch-palästinensischen Waffenstillstand soll die «US-Multinational Force» mit ihren bis zu 1200 Soldaten die libanesische Regierung stabilisieren; faktisch wird die bis dahin militärisch dominierende PLO vertrieben und die Stellung der christlichen Falangisten-Milizen gestärkt; im Oktober 1983 sterben 241 US-Soldaten bei einem Bombenanschlag.

Grenada (1983)

Operation "Urgent Fury", 23. Oktober 1983 bis 21. November 1983: Eine 5000 Mann starke US-Interventionstruppe stürzt die bestehende, sozialistisch orientierte Regierung nach internen Wirren; 250 tote, davon 42 US-Soldaten.

Tschad/Sudan (1983-?)

Operation "Arid Farmer", Am 8. August 1983: US-Regierung schickt zwei AWACS-Überwachungsflugzeuge in den Sudan, um libysche Flugbewegungen zu überwachen. Acht F-15-Kampfflugzeuge helfen dem auch von Frankreich unterstützten Tschad, von Libyen unterstützte Rebellentruppen zu bekämpfen.

Iran/Persischer Golf (1984-88)

Am 5. Juni 1984 schiessen Saudi Arabische Kampfflugzeuge mit Unterstützung US-amerikanischer AWACS und KC-10 Luftbetankungsflugzeuge zwei iranische Kampfflugzeuge über dem Persischen Golf ab.
Operation "Ernest Will", 24. Juli 1987 bis 2. August 1990: Eskorten für Kuwaitische Öl-Tanker; militärische Zwischenfälle am 23. September, 10. Oktober und 20. Oktober 1987 sowie am 19. April, 4. Juli und 14. Juli 1988.
Operation "Praying Mantis": 17. April 1988 bis 19. April 1988: drei Tage nachdem eine US-Kriegsschiff im auf eine Wassermiene aufläuft, zerstören Einheiten der US-Kriegsschiffe und Flugzeuge zwei iranische Ölplattformen, drei iranische Kriegsschiffe und mindestens sechs Schnellboote.
3. Juli 1988: US-Schlachtschiff «Vincennes» verwechselt einen zivilen iranischen Airbus mit einem F-14 Kampfflugzeug und schiesst ihn ab; 280 zivile Tote.

Mittelmeer (1985)

Am 10. Oktober 1985 zwingen U.S. Navy-Kampfflugzeuge ein ägyptisches Flugzeug zur Landung in Sizilien, um die Entführer des Kreuzfahrtschiffes «Achille Lauro» zu verhaften.

Bolivien (1986)

Operation "Blast Furnace", Juli 1986 bis November 1986: «Anti-Drogen»-Operationen und Counter-Insurgency-Training; bis zu sechs Blackhawk-Helikopter und 160 Solaten im Einsatz.

Panama (1988-1990)

Ab März 1988 Truppenverstärkungen (auf insgesamt 11'000 Soldaten) zur Sicherung des Kanals und amerikanischer Interessen.
Operation "Nimrod Dancer", 11. Mai 1989 bis 20. Dezember 1989: Die US-Truppen werden um weitere 1,900 Mann verstärkt; Schutz amerikanischer Bürger und Interessen sowie militärische Stärkedemonstration; bei mehreren aggressiven Militärmanövern (Operation "Purple Storm" und Operation "Sand Fleas") setzt die US-Armee ihre absolute Bewegungsfreiheit gegen Einheiten der panamenischen Armee mit Warnschüssen, bzw. Artilleriefeuer mit Leuchtmunition und Einschüchterungseinsätzen der Luftwaffe (Kampfflugzeuge, Hubschrauber) durch.
Operation "Just Cause", 20. Dezember 1989 bis 31. Januar 1990: 23'000 US-Soldaten überfallen Panama, Bombardierung Panamas durch die Luftwaffe; Jagd auf den ehemaligen CIA-Agenten und damaligen Präsidenten, General Noriega; ganze Stadtteile, besonders Armenviertel, werden zerstört; nach offiziellen Angaben über 550 Tote (darunter 26 US-Soldaten), andere Schätzungen sprechen von 2000 toten und 15'000 Obdachlosen.
Operation "Promote Liberty" bzw. "Kindle Liberty", ab 31. Januar 1990 bis heute: Gegen 200 US-Soldaten bleiben auf panamenischem Territorium stationiert.

Südamerika, insbesondere Bolivien und Kolumbien (1989-heute)

Operationen "Safe Haven", "Ghost Zone" and "Support Justice I-IV" im Rahmen der «Anden-Initiative», ab 15. September 1989 bis 1994: Die USA entsenden 50 bis 100 Militärberater und -ausbildner sowie sieben Spezialkräfteteams von je 2 bis 12 Mann zur Drogenbekämpfung nach Kolubien, Bolivien und Peru. Zusammen mit den lokalen Sicherheitskräften kontrollieren sie den Anden-Luftraum.
Operationen "Steady State", 1994 bis April 1996 und "Green Clover" ab 1995 sowie "Laser Strike", ab 1. April 1996: Das US Southern Command (CINCSOUTH) koordiniert dabei die Unterstützung der Anti-Drogen-Operationen der Sicherheitskräfte von 19 lateinamerikanischen Ländern durch Einheiten des US-Militärs und der DEA, der Zollbehörden, der CIA und der US Küstenwache; 300 zusätzliche US-Militärexperten sind zu diesem Zweck in ganz Lateinamerika stationiert.
"Plan Colombia" ab Juli 2000: zusätzliche 1,3 Milliarden Dollar Militärhilfe und Militärberater «privater» Sicherheitsagenturen für Kolumbiens «Drogenkrieg» gegen die linksgerichtete Guerilla. 4

St. Croix und Virgin Islands (1989)

Operation "Hawkeye", 20. September bis 17. November 1989: Einheiten des Heeres, der Marine, der Küstenwache, der U.S. Marshals und des FBI intervenieren nach einem Wirbelsturm mit einer «Joint Task Force» auf den Karibikinseln um die öffentliche Ordnung zu sichern, Plünderer und Proteste abzuschrecken und entlaufene Häftlinge sowie Drogenhändler zu verhaften.

Philippinen (1989)

Operation "Classic Resolve", November bis Dezember 1989: Am 1. Dezember 1989 unterstützen US-Kampfflugzeuge von der Clark Air Base in den Philippinen die Regierung Aquino gegen einen Putschversuch. 100 Marines der U.S. Navy-Basis Subic Bay schützen die US-Botschaft in Manila.

Liberia (1990-91)

Operation "Sharp Edge", 2. Juni 1990 bis 9. Januar 1991: Schutz der US-Botschaft und Evakuation von US-Bürgern.

Irak/ Persischer Golf/Südwest-Asien (1990-heute)

Operation "Desert Shield", 2. August 1990 bis 17. Januar 1991: Von den USA geführte Allianz marschiert nach der Besetzung des Kuwait durch irakische Truppen in Saudi Arabien auf.
Operation "Desert Storm", 17. Januar 1991 bis 28. Februar 1991 (2. Golfkrieg): Krieg gegen den Irak; 550'000 Soldaten im Einsatz; bei 110'000 Angriffsflügen werden Bomben und Raketen mit 60'600 Tonnen Gewicht eingesetzt; nach offiziellen irakischen Angaben zwischen 85'000 und 110'000 tote irakische Soldaten und über 40'000 tote Zivilisten - die Angaben der irakischen Opposition liegen deutlich darüber, amerikanische stellen schätzen 25'000 bis 65'000 tote irakische Soldaten; ca. 200 Soldaten der Allianz im Kampf getötet.
Operation "Proven Force"; 18. Januar 1991 bis 28. Februar 1991: Angriffe mit 110 in der Türkei stationierten Flugzeugen auf den Norden des Iraks und auf Baghdad; Abzug am 20. März 1991 beendet.
Operation "Desert Calm/Desert Farewell", 1. März 1991 bis 1. Januar 1992: Abzug der Desert-Storm-Truppen.
Operation "Provide Comfort I + II", 5. April 1991 bis 31. Dezember 1996: Durchsetzung der Flugverbotszone über dem Norden des Iraks und Unterstützung befreundeter kurdischer Organisationen; 42'000 US-Flüge, bis zu 43'000 US-Soldaten im Einsatz.
Operation "Southern Watch", 27. August 1992 bis heute: Durchsetzung einer «Flugverbotszone» über dem Süden des Irak; Abschuss des ersten irakischen Kampfflugzeuges am 27. Dezember 1992; ab 13. Januar 1993 Bombardierungen im Süden des Iraks mit über 100 Flugzeugen; am 17. Januar Angriff mit 42 Cruise Missiles. Weitere Angriffe am 18. und 21. Januar sowie am 9. und 18. April, am 19. Juni und am 19. August 1993; am 26. Juni 1993 Vergeltungsschlag mit 23 seegestützten Cruise Missiles gegen den Hauptsitz des irakischen Geheimdienstes in Bagdad (nach einem angeblichen Attentatsversuch auf Ex-Präsident Bush); 28'800 US-Flüge alleine bis Januar 1997; über 6000 Luftwaffen-Angehörige und bis zu 14'000 US-Soldaten im Einsatz; nach US-Angaben 175 zivile Tote und 500 zivile Verwundete alleine zwischen Januar 1999 und April 2000.
Operation "Desert Strike", 3. bis 4. September 1996: Angriffe mit insgesamt 44 Cruise Missiles im Süden Iraks und Angriffe mit B-52-Bombern, die von Guam aus gestartet sind und 34 Stunden Non-Stop in der Luft bleiben.
Operation "Pacific Haven/Quick Transit", 15. September 1996 bis 16. Dezember 1996: Evakluation von insgesamt 6493 Pro-US Kurden nach Guam während kurdischen Fraktionskämpfen im Nordirak.
Operation "Northern Watch", seit 31. Dezember 1996 bis heute: Durchsetzung der Flugverbotszone über dem Norden des Iraks durch US-amerikanische, britisch und türkische Flugzeuge; über 5000 Angriffsflüge auf 225 Ziele alleine zwischen Juni 1998 und Juni 1999, erstmalige Verwendung der AGM-130-Flugzeuge (fliegende Festungen), bis 1100 US-Soldaten im Einsatz.
Operation "Phoenix Scorpion I-IV", November 1997 bis Dezember 1998: Vorbereitung von "Desert Fox".
Operation "Desert Thunder " Februar 1998 bis 16. Dezember 1998: Flottenaufmarsch.
Operation "Desert Fox", 16. Dezember 1998 bis 20. Dezember 1998: Über 100 Bombardements und Angriffe mit ca. 400 Cruise Missiles.

Somalia (1991-95)

Operation "Eastern Exit", 2. Januar 1991 bis 11. Januar 1991: Evakuierung der US-Botschaft in Mogadischu.
Operation "Restore Hope", 10. Dezember 1992 bis 4. Mai 1993: 28'000 US-Soldaten machen den Kern der US-geführten «United Nations Unified Task Force», welche die öffentliche Ordnung in Somalia wiederherstellen soll. US-Truppen beteiligen sich auch an der nachfolgenden «United Nations Operation in Somalia» (UNOSOM II); im Juni 1993 intervenieren Luft- und Bodenkräfte der «US-Quick Reaktion Force» gegen feindliche Miliztruppen.
Operation "United Shield", 1. bis 25. März 1995: 4000 US-Soldaten sichern den UN-Truppenabzug aus Somalia.

Saudi Arabien: (1991-heute)

Operation "Desert Falcon", ab 31. März 1991: Installation und Unterhalt ständiger Patriot-Raketenstellungen;
Operation "Desert Focus", ab Juli 1996: Anti-Terror-dispositiv und Aufbau einer neuen Basis für 4000 US-Soldaten.

Zaire (1991)

Operation "Quick Lift", 24. September 1991 bis 7. Oktober 1991. Truppentransporte für französische und belgische Truppen sowie Evakuationen.

Sierra Leone (1992)

Operation "Silver Anvil", 2. Mai 1992 bis 5. Mai 1992: Evakuation von US-Bürgern.

Bosnien-Herzegowina: (1992-heute)

Operation "Sky Monitor", ab 16. Oktober 1992 bis heute: bemannte Überwachungsflüge der USA und weiterer Nato-Staaten.
Operation "Deny Flight", 12. April 1993 bis 20. Dezember 1995: Nato-Flugzeuge kontrollieren den Luftraum über Bosnien; über 100 Flugzeuge im Einsatz, 1993 bis 1994 47'000 Einsätze; am 28 Februar 1994 schiessen US-Flugzeuge vier serbische Kampfflugzeuge in der Flugverbotszone ab - das war die erste, im Namen der Nato durchgeführte Kampfhandlung überhaupt; am 5 August und am 22. September 1994 attackiert die Nato serbische Stellungen um Sarajewo; am 21. November 1994 greift die Nato einen serbisch kontrollierten Flugplatz auf kroatischem Territorium an.
Operation "Determined Effort", Juli 1995 bis Dezember 1995: Vorbereitung auf "Joint Endeavor".
Operation "Joint Endeavor", Dezember 1995 bis Dezember 1996: 20'000 US-Truppen («Task Force Eagle») und verbündete installieren die Nato-Interventionstruppe IFOR.
Operation "Decisive Endeavor/Decisive Edge/ Deliberate Guard", Januar 1996 bis 20. Juni 1998 (Fortführung der Operation "Deny Flight" zur Unterstützung der IFOR- bwz. SFOR-Truppe);
Operation "Joint Guard", Dezember 1996 bis 20. Juni 1998: weiterhin 20'000 US-Truppen der «Task Force Eagle» zur Unterstützung der Nato-Truppe in Bosnien.
Operation "Deliberate Forge", ab 20. Juni 1998 bis heute: das «United States European Command» unterstützt mit dieser Luftüberwachungsoperation weiterhin die SFOR-Truppe in Bosnien.
Operation "Joint Forge", ab 20. Juni 1998 bis heute: 6900 US-Soldaten unterstützen weiterhin die SFOR-Truppe in Bosnien.

Adria (1992-heute)

Operation "Maritime Monitor", 16. Juli 1992 bis 22. November 1992: Überwachungsflüge vor der montenegrinischen Küste.
Operation "Maritime Guard", 22. November 1992 bis 15. Juni 1993: Überwachungsflüge und Inspektion von 1032 Handelsschiffen.
Operation "Sharp Guard", 15. Juni 1993 bis Dezember 1995: Embargo gegen Jugoslawien, 7400 Schiffe inspiziert, bis zu 11700 US-Soldaten im Einsatz.
Operationen "Decisive Enhancement", ab 1. Dezember 1995, und "Determined Guard", ab Dezember 1996 bis heute: Schiffe und U-Boote kontrollieren Embargo gegen Jugoslawien.

Ruanda (1994)

Operation "Distant Runner", 9. April 1994 bis 15. April 1994: Das «Air Mobility Command» (AMC) und US-Marines evakuieren US-Bürger und andere Ausländer.

Serbien-Mazedonien (1994)

Operation "Able Sentry", ab 5. Juli 1994: 350 US-Soldaten Soldaten zur Unterstützung der «United Nations Preventive Deployment Force».

Haiti (1994-96)

Operation "Sea Signal", August 1994 bis Februar 1996: US-Navy installiert Zwischenlager für Haitische und Kubanische Flüchtlinge auf dem Marinestützpunkt Guantanamo.
Operation "Uphold/Restore Democracy", 19. September 1994 bis 31. März 1995: US-geführte «multinationale» Truppe interveniert nach Militärputsch, übernimmt die öffentliche Gewalt und bricht die Flüchtlingswelle in Richtung USA; bis zu 20'000 US-Soldaten und 14 Schiffe der Navy im Einsatz; etliche Tote bei der Entwaffnung der haitischen Polizei und paramilitärischer Einheiten. (Hintergrund: Nachdem der US-Vasall «Baby Doc» Duvallier nicht mehr zu halten ist, installieren die USA 1986 eine Militärjunta. 1991 veranlasst die CIA einen Putsch gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Jean-Bertrad Aristide; die neue Militärjunta stürzt das Land in eine dreijährige Periode schlimmster Menschenrechtsverletzungen bevor die USA Aristide - zu ihren Bedingungen - wieder in sein Amt einsetzt.)

Kuwait (ab 1994)

Operationen "Vigilant Warrior", "Vigilant Sentinel", "Intrinsic Action" und "Desert Spring", Oktober 1994 bis heute: Grenzmanöver gegen den Irak und Aufbau einer ständigen US-Präsenz in Kuwait.

Albanien (1995-97)

Operation "Nomad Vigil", 1. Juli 1995 bis 5. November 1996: 70 US-Soldaten koordinieren von Albanien aus unbemannte Überwachungsflüge über Jugoslawien;
Operation "Silver Wake", 14. März 1997 bis 26. März 1997: Evakuationen; 100 Soldaten zum Schutz der US-Botschaft in Tirana stationiert.

Kroatien / Republika Srpska (1995)

Operation "Quick Lift", 8. Juli 1995 bis Anfang August 1995: 100 US-Soldaten beziehungsweise -Piloten führen Truppentransporte für die UN-Truppen in Kroatien durch.
4. August bis 8. August 1995: Die USA unterstützen Kroatien bei der Planung der "Aktion Sturm", der Rückeroberung der serbisch kontrollierten Krajina durch die kroatische Armee, bei der 200 000 in der Region lebende Serben vertrieben und hunderte massakriert werden. 5
Operation "Deliberate Force", 29. August 1995 bis 21. September 1995: Luftangriffe auf 338 Ziele im serbisch kontrollierten Bosnien; die USA fliegen 2318 der 3515 Angriffs- und Unterstützungsflüge.

Taiwan-Strasse (1995-96)

Dritte Taiwan-Krise, 21. Juli 1995 bis 23. März 1996: Die 7. Flotte der US-Navy schützt Taiwan vom 19. Dezember 1995 bis April 1996 demonstrativ im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen gegen chinesische Einschüchterungsversuche.

Ungarn (1996)

Operation "Nomad Edeavor", ab März 1996: Unbemannte Überwachungsflüge über Jugoslawien.

Liberia (1996/98)

Operation "Assured Response", 6. April 1996 bis 3. August 1996: «Special Operations Command Europe» sichert Evakuationseinsätze vom 9. April bis zum 18. Juni sowie den Schutz der US-Botschaft und des benachbarten US-Wohnbezirkes. Ein ähnlicher Einsatz findet nochmals 1998 statt.

Zentralafrikanische Republik (1996)

Operation "Quick Response", Mai 1996 bis 22. Juni 1996: Evakuationen und Schutz der US-Botschaft.

Zaire/Ruanda/Uganda (1996/1997)

Operation "Guardian Assistance", 15. November 1996 bis 27. Dezember 1996: Luftüberwachung der Konfliktregion und der Flüchtlingsbewegungen mit P-3C-Flugzeugen der Mittelmeerflotte von Uganda aus.
Operation "Assurance/Phoenix Tusk": Unterstützung der geplanten multinationalen Intervention, die aber nach dem Vormarsch der von Ruanda und Uganda unterstützten Kabila-Truppen von den USA abgesagt wird.
Operation "Guardian Retrieval", März 1997 bis Juni 1997: Evakuationen in Kongo/Zaire.

Sierra Leone (1997)

Operation "Noble Obelisk", Mai 1997 bis Juni 1997: Evakuationen.

Kambodscha (1997)

Operation "Bevel Edge", Juli 1997: Evakuationen.

Eritrea, Asmara (1998)

5. und 6. Juni 1998: Evakuationen; 130 Soldaten im Einsatz.

Guinea-Bissau (1998)

Operation "Shepherd Venture", 10. Juni 1998 bis 17. Juni 1998: Schutz und Evakuation von US-Bürgern; 130 Soldaten im Einsatz.

Mazedonien/Albanien: (1998)

Operation "Determined Falcon", 15. Juni 1998 bis 16. Juni 1998: 85 Kampfflugzeuge aus den USA und 12 weiteren Nato-Ländern führen Einschüchterungsflüge an den Grenzen Albaniens und Mazedoniens zu Jugoslawien durch.

Sudan und Afghanistan (1998)

Operation "Infinite Reach", 20. bis 30. August 1998: 80 Cruise Missiles nach Terroranschlägen auf US-Botschaften in Kenia und Tanzania abgefeuert. Im Sudan wird die wichtigste pharmazeutische Fabrik des Landes zerstört, weil dort angeblich Nervengas für Terroristen hergestellt werde (diese Vermutung stellt sich später als haltlos heraus).

Kenia und Tanzania (1998)

Operation "Resolute Response", 9. August 1998 bis heute: Marines und spezielle Anti-Terror-Einheiten schützen die US-Botschaften.

Kosovo (1998-heute)

Operation "Cobalt Flash", 8. Oktober 1998 bis 23. März 1999: Vorbereitung des Bombardements; das «United States European Command» mobilisiert Flotteneinheiten, 260 Flugzeuge und 7300 Soldaten.
Operation "Eagle Eye", 16. Oktober 1998 bis 24. März 1999: Überwachungsflüge.
Operation "Determined Force", 23. März 1999 bis 10. Juni 1999: Bombardierungen in Serbien, Montenegro und Kosovo; die Nato setzt Splitterbomben und Uran-Munition ein; ca. 3000 Tote und 6000 Verletzte, zumeist Zivilisten; durch Bombardierung von Chemiefabriken, Erdgasanlagen und Erdölrafinereien werden weite Gebiete verseucht.
Operationen "Shining Hope" und "Sustain Hope", vom 5. April 1999 bis zum Herbst 1999: Unterstützung der «humanitären» Nato-Operation "Allied Harbour". 6
Operation "Joint Guardian", 11. Juni 1999 bis heute: Installation der Kfor-Truppen; 50'000 Soldaten, davon 42'000 im Kosovo, der Rest in Mazedonien, Albanien und Griechenland; davon maximal 7500 US-Truppen der «Task Force Falcon»; zur Zeit ungefähr 6'300 US-Soldaten im Einsatz.

Israel (1998)

Operation "Shining Presence", Dezember 1998: Anlässlich des neuerlichen Angriffes auf den Irak, verstärken US-Truppen Raketenabwehr-Stellungen in Israel.

Ost-Timor (1999 bis heute)

Operation "Stabilize", 11 September 1999 bis November 1999: Hunderte von US-Soldaten unterstützen die von Australien geführte UN-Peacekeeping-Mission logistisch und mit Aufklärung.

Mazedonien (2001-?)

Bei der Nato-Operation "Essential Harvest" vom 27. August 2001 bis 26. September 2001 und der Nachfolgeoperation "Amber Fox", ab 27. September 2001, übernimmt die US-Luftwaffe den Lufttransport; 700 zusätzliche Nato-Truppen werden in Mazedonien stationiert.

Afghanistan (2001-?)

Operation "Enduring Freedom", ab 7. Oktober 2001: Die USA bombardieren Ziele in ganz Afghanistan und unterstützen mit Verbindungstruppen am Boden die sogenannte Nord-Allianz in ihrem Krieg gegen die herrschende Taliban-Regierung; nach 5 Kriegswochen mindestens 1500, zumeist zivile Tote; wegen Versorgungsengpässen und Kälte droht eine humanitäre Katastrophe.

Anmerkungen:

* Kommentare, Korrekturen und Ergänzungen bitte an: hans@gsoa.ch. [Zurück]

1 Am 4. Juni 1997 veröffentlichte die US-Armee (Heer) eine Presseerklärung mit dem Titel «The 100-Country-Army». Darin hiess es, alleine das amerikanische Heer habe zur Zeit 33'000 Soldaten in 100 Ländern stationiert beziehungsweise im Einsatz.
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2 Die Zahlenangeaben zu den eingesetzten Soldaten und Waffen stammen in der Regel aus der Dataenbasis der «Federation of American Scientists» (s.u.); die Opferzahlen beziehen sich in der Regel auf die Angaben oder (konservativen) Schätzungen aus Bercovich/Jackson (s.u.) und beinhalten in der Regel nur die Opfer direkter Kampfhandlungen und nicht die «indirekten» Opfer nach offizieller Beendigung der Kämpfe (Minenopfer, Verhungerte etc.).
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3 Angaben aus «Die Akte Kissinger», Christopher Hitchens, Lettre International, Heft 53, Sommer 2001.
Zur heutigen Situation und dem Wiederaufbau in Kambodscha siehe auch hier.
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4 Genauere Angaben zu dieser als «Krieg gegen Drogen» bezeichneten Spielart der Low-Intensitiy-Kriegsführung insbesondere in Kolumbien finden sich beispielsweise in den Archiven der Monatszeitung Le Monde Diplomatique (http://www.monde-diplomatique.fr/cuaderno/plancolombia/).
Zum Plan Colombia gehört namentlich die Lieferung von 63 Militärhubschraubern und Radarinstallationen für die Armee sowie von neuen Flugzeuge für die Nationalpolizei, alles inklusive Ausbildung, im Gesamtwert von 1,03 Milliarden Dollars (http://www.state.gov/www/regions/wha/colombia/fs_000328_plancolombia.html).
Amnesty International lehnt dieses militärische Hilfsprogramm ab, weil es «den bewaffneten Konflikt eskalieren und die Menschenrechtskrise verschärfen» werde (http://www.amnestyusa.org/news/2000/colombia07072000.html).
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5Vgl. dazu die neuesten Ermittlungsbemühungen des Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, in: «Kriegsverbrecher in Kroatien. Kritische Dokumente.», Martin Schwarz, Jungle World 2.10.01.
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6Da die angeblich «humanitäre» Operation "Allied Harbour" wird an dieser Stelle mitgezählt, weil sie mittels eines eigenen militärischen Dispositivs von der Nato in Konkurrenz zu den etablierten internationalen Organisationen der humanitären Hilfe durchgeführt und in den Dienst einer möglichst vollständigen Kontrolle des Kriegsverlaufs (Kontrolle der Flüchtlingsströme vor Ort) gestellt wurde.
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Recherchebasis:

Federation of American Scientists FAS, Washington.
http://www.fas.org/man/dod-101/ops/sources.htm

Weitere wichtige Quellen:

Das Online-News-Archiv der US-Army unter http://www.dtic.mil/armylink/news/ (ab Juli 1996). «Instances of Use of United States Forces Abroad, 1798-1993», Ellen C. Collier, Specialist in U.S. Foreign Policy, Foreign Affairs and National Defense Division Washington DC, Congressional Research Service, Library of Congress, October 7, 1993. Auf dem Netz unter http://www.history.navy.mil/wars/foabroad.htm, dort auch mit zusätzlichen Quellenangaben.

«International conflict: a chronological encyclopedia of conflicts and their management, 1945-1995», Jacob Bercovich and Richard Jackson, Washington 1997, Congressional Quarterly Inc.

«A Brief History of U.S. Interventions:1945 to the Present», William Blum, Z magazine , June 1999, http://www.thirdworldtraveler.com/Blum/US_Interventions_WBlumZ.html

Weitere Informationen aus

Mitteldeutscher Rundfunk. Apokalypse Vietnam. Die Chronik im Internet. www.mdr.de/vietnam/ (3.4.2003: link ungültig)

«The Drug War in the Skies. The US Air Bridge Denial Strategy. Findings of the Research Project of the Drugs and Democracy Program», Acción Andina, Transnational Institute Cocahamba, Bolivia, May 1999, http://www.tni.org/drugs/pubs/drugsum.htm

Thema: Krieg und Frieden
Typ: Blog

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