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Krieg und Frieden: Texte aus der GSoA-Zeitung

MILITÄRPROPAGANDA
Zimmerwald statt Marignano!
Krieg und Frieden | von Josef Lang | 30.09.2014

Im September 2015 begeht die offizielle Schweiz den 500. Jahrestag der Schlacht von Marignano. Deren nationalistisch militärischen Symbolik soll eine humanistisch-zivile Alternative entgegengestellt werden. Dafür eignet sich der 100. Jahrestag der internationalen Antikriegs-Konferenz von Zimmerwald, die im September 1915 stattfand.

Marignano wird dargestellt als Ende eidgenössischer Grossmachtpolitik und Beginn der Neutralität. Allerdings dürfte die kurz darauf folgende Glaubensspaltung entscheidender zur Kühlung des aussenpolitischen Übermuts bei getragen haben als die verheerende Niederlage vom 14. September 1515. Und die Verknüpfung von Neutralität und Marignano wurde erst 176 Jahre später erfunden.

Eine der wichtigsten ...

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VOLLVERSAMMLUNG
Ein erfreulicher Rückblick
Krieg und Frieden | von Adi Feller | 30.09.2014

In Solothurn feierten am 22. Juni die versammelten GSoA-AktivistInnen den historischen Sieg in der Gripen-Abstimmung. Drei ReferentInnen thematisierten die Friedensbewegungen und die Kriegsdienstverweigerung während des Ersten Weltkrieges. Die Abstimmungskampagne für das Gripen- Nein erforderte viel Energie. Dank der tatkräftigen Mithilfe vieler AktivistInnen konnte die GSoA am 18. Mai einen historischen Sieg feiern. Sechs Jahre haben wir auf diesen Sieg hingearbeitet: Wir haben über 100'000 Unterschriften für eine Initiative gesammelt. Diese Initiative ermöglichte eine referendumsfähige Vorlage, wofür wir wiederum einen grossen Teil der Unterschriften sammelten. Doch auf diesen Lorbeeren können wir uns ...

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DREILÄNDERECK
Friedensmarsch gegen Nationalismus und Militarismus
Krieg und Frieden | von Daniela Fischer | 30.09.2014

Am diesjährigen 1. August organisierte die GSoA zusammen mit anderen Organisationen einen Friedensmarsch im Basler Dreiländereck. Rund 500 Personen erinnerten gemeinsam an den Beginn des Ersten Weltkrieges und setzten ein Zeichen gegen Nationalismus und Militarismus - Ideologien, die auch heute noch für Kriege und Konflikte rund um den Erdball verantwortlich sind.

Jedes Jahr weckt der 1. August in vielen Schweizer Innen patriotische Gefühle und den damit verbundenen Wunsch «ihre» Nation zu feiern. Die GSoA öffnete dieses Jahr zusammen mit anderen Organisationen den Blick auf die internationale Gemeinschaft. Mit einem Friedensmarsch wies sie darauf hin, dass vor rund ...

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Editorial
Krieg und Frieden | von Adi Feller | 30.09.2014

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Welt scheint in Flammen - ob in der Ukraine, in Syrien, im Irak oder in Gaza - der
Krieg zeigt wieder sein hässlichstes Gesicht. Entflammt ist auch die Kriegsrhetorik.
Die lauteste Forderung ist im Moment nämlich nicht die nach Frieden, sondern nach Waf-
fenlieferungen in die Krisenregionen. Dabei ist vielfach gerade die Hochrüstung zur
vermeintlichen Stabilisierung eines Regimes oder zur Unterstützung einer Rebellen-
bewegung eine der Hauptursachen dafür, dass Jahre und Jahrzehnte später politische
Konflikte zu blutigen Kriegen eskalieren. Bei den wenigen vorhandenen Bemühungen
zur Konfliktlösung wird die Uno ...

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GRASWURZELBEWEGUNGEN
Internationale Konferenz gegen Gewalt
Krieg und Frieden | von Nikolai Prawdzic | 01.07.2014

Alle vier Jahre lädt die antimilitaristische und pazifistische Organisation War Resisters International (WRI) zu einer Internationalen Konferenz der Friedensbewegungen ein. Das diesjährige Treffen vom 4.- 8. Juli ist besonderer Natur. Erstmals findet das Treffen gegen Gewalt auf dem kriegsgeplagten Kontinent Afrika statt.

Im südafrikanischen Kapstadt diskutieren über200 FriedensaktivistInnen aus Asien, Lateinamerika, Nordamerika, Europa und Afrikaüber Formen der Gewalt. Zur Eröffnung der Konferenz treten neben GegnerInnen desfrüheren Apartheidregimes, RednerInnen aus Paläs tina, Israel und Zimbabwe auf. Die Themen der Veranstaltung reichen von militärischen Konflikten und ihren schrecklichen Konsequenzen bis zu den alltäglichen ...

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TALINN-MANUAL
Umstrittenes Nato-Handbuch gegen Cyber-Attacken
Krieg und Frieden | von Martin Parpan | 01.07.2014

Der Begriff «Cyber-War» gewinnt in aktuellen sicherheitspolitischen Diskussionen immer mehr an Gewicht. Ein offizielles Regelwerk für das Verhalten von Staaten im digitalen Krieg gibt es bislang nicht. Die Nato hat mit dem sogenannten «Tallinn Manual» aller-dings ein Handbuch erstellt, wie sie sich im «Cyber-War» positionieren will. Das Hand-buch gilt als eigentliche Nato-Cyber-Doktrin. Dies beunruhigt, denn das Handbuch enthält sehr problematische Passagen.

Kriege werden längst nicht mehr nur mit Waffen, sondern auch am Computer geführt. So könnte beispielsweise ein Angriff auf ein Atomkraftwerk gravierende und grossflächige Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Die UNO-Charta w ...

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UKRAINE
Harter Schlag gegen die Abrüstung
Krieg und Frieden | von Tobias Estermann | 01.07.2014

Die Ereignisse in der Ukraine in den letzten Monaten regen zum Denken an. Einige stellen sich beispielsweise die Frage, ob eine erneute militärische Aufrüstung von Nöten wäre, um Russland Paroli bieten zu können. Diesen Überlegungen gilt es europaweit und weltweit entschlossen entgegenzutreten.

Mit der Annexion der Krim und der aktiven und passiven Unterstützung von Separatisten in der Ost-Ukraine betritt Russland einen Weg, auf dem es der USA die Vorherrschaft in der Welt absprechen und sich selbst einen grösseren Stellenwert einräumen möchte. Das jüngste Vorgehen gleicht jenem von 2008, als Russland ...

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AEGIS DEFENCE SERVICES
Goodbye und auf Nimmerwiedersehen
Krieg und Frieden | von Andreas Weibel | 01.07.2014

Die britische Söldnerfirma Aegis Defence Services verlässt die Schweiz. Eine positive Überraschung. Die Begründung für den Wegzug lässt vermuten, dass die Firma mehr Dreck am Stecken hat als bisher angenommen.

Gäbe es ein Rating für die unbeliebteste Schweizer Firma, würde Aegis Defence Services einender allervordersten Ränge belegen. Als die Söldnerfirma im Jahr 2010 ihren Holdingsitz von London nach Basel verlegte, gingen die politischen Wellen hoch. Quer durch alle Lagerforderten Politikerinnen und Politiker gesetzgeberische Massnahmen, um das Unternehmen wieder loszuwerden. Aegis und sein Gründer Tim Spicer hatten sich als Rundum-Dienstleister ...

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BUCHREZENSION
Wo sind all die Soldaten geblieben?
Krieg und Frieden | von Andreas Weibel | 01.07.2014

Die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert war eine Auseinandersetzung zwischen Militarismus und Pazifismus - und der Pazifismus hat gewonnen, nachdem Europaaus den Schrecken der zwei Weltkriege gelernt hat.

Das Buch «Kontinent der Gewalt» (im Original «Where have all the soldiers gone?») des US-amerikanischen Historikers James J. Sheehanist schon 2008 erschienen, zum Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs ist es jedoch aktueller denn je. Sheehan, Geschichtsprofessor an der Stanford University und ehemaliger Präsident der American Historical Association ,erzählt die Geschichte Europas in den vergangenen hundert Jahren aus einer neuen Perspektive: Als Auseinandersetzung zwischen Militarismus und Pazifismus, bei welcher der Pazifismus ...

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SCHWEIZ
Kriegszustand ohne Krieg
Krieg und Frieden | von Adi Feller | 01.07.2014

Obwohl nicht selber aktiv Krieg führend, versetzte der Erste Weltkrieg auch die Schweiz in einen militarisierten Zustand. Der Aktivdienst und die Grenzbesetzung brachten Soldaten und ihre Familien an die finanziellen Grenzen. Die Versorgungslage und die Teuerung führen zu immer mehr Protesten, welche im Landesstreik von 1918 gipfelten.

Auch in der Schweiz wurden die Gräuel des Krieges mit Schrecken aufgenommen. Durch die Bedürfnisse der Kriegsführung wurden immer mehr Lebensmittel zur Mangelware. Auf einen solchen Versorgungsengpass war der Bund nicht vorbereitet, erst spät wurde eine Rationierung eingeführt. Die Teuerung nahm deshalb ein enormes Ausmass an ...

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