Grundlagen der militärstrategischen Doktrin
Stand Februar 2000

Verteiler
Mitglieder GL
PL Armee XXI
PL Stv Armee XXI
Chef Kernteam

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Executive Summary

Zusammenfassung der Anträge

Vorbemerkungen

Präambel

1 Militärstrategische Leitgedanken
1.1 Integrierter Einsatz erfordert Glaubwürdigkeit dank Effizienz
1.2 Die Konzeption des "Integrierten Armeeeinsatzes"

2 Methodischer Ansatz

3 Risikoanalyse
3.1 Risiken
3.2 Aggregatzustände
3.3 System der abgestuften Bereitschaft

4 Spannungsfeld Autonomie - Kooperation
4.1 Kooperation im Inland
4.2 Kooperation mit dem Ausland
4.3 Interoperabilität

5 Leistungsprofil
5.1 Sicherstellen der strategischen Handlungsfreiheit
5.2 Friedensunterstützung und Krisenbewältigung
5.3 Verteidigung und Raumsicherung
5.4 Prävention und Bewältigung existenzieller Gefahren
5.5 Unterstützungseinsätze Ausland
5.6 Unterstützungseinsätze Inland
5.7 Special Operations

6 Umsetzung des Leistungsprofils in militärische Operationen
6.1 Typologie der Operationen
6.2 Militärische Antworten auf die Risiken

7 Abgestufte Bereitschaft
7.1 Mechanik und Mittelansatz
7.2 Krisenreaktionskräfte
7.3 Sustainability (Durchhaltefähigkeit)

8 Aufwuchsfähigkeit und Aufwuchs

9 Logistik

10 Schlussbemerkungen

Beilagen



Abkürzungsverzeichnis

BAPBundesamt für Polizeiwesen
CASEVACCasualty Evacuation
CIMICCivil Military Cooperation
CJTFCombined Joint Task Force
CMOCivil Military Operation
EKFElektronische Kriegführung
FST GSCFührungsstab Generalstabschef
GCSPGeneva Center for Security Policy
GWKGrenzwachtkorps
HVKHauptverteidigungskräfte
IOInformation Operation
ITInformation Technology
KAMIBESKampfmittelbeseitigung
KRKKrisenreaktionskräfte
LWLuftwaffe
MOOTWMilitary Operations Other Than War
NEONon-Combatant Evacuation Operation
NGONon-Governmental Organization
OIWOperations in War
PARPPfP Planning and Review Process
PSOPeace Support Operation
ROERules of Engagement
SARSearch and Rescue
SIPOL B 2000Sicherheitspolitischer Bericht 2000 (vom 7. Juni 1999)
SIVEPSicherheits- und Verteidigungspolitik (im Generalsekretariat VBS)
SKHSchweizerisches Katastrophenhilfekorps
SOFSpecial Operations Forces
SOKSonderoperationskräfte
SNDStrategischer Nachrichtendienst
Strat EAStrategische Elektronische Aufklärung
TMDTheater Missile Defense
UFSUmfassende flexible Sicherheitskooperation
UNHCRUnited Nations High Commissioner for Refugees
USISUntersuchung des Systems Innere Sicherheit der Schweiz

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Executive Summary

Die vorliegenden "Grundlagen der militärstrategischen Doktrin" stellen eine Überarbeitung und Vertiefung des Vorgabepapiers (29.10.1999) dar, in welchen auch die Ergebnisse aus den internen Vernehmlassungen berücksichtigt worden sind. Sie geben den Stand vom Februar 2000 wieder. Im Zentrum des vorliegenden Papiers stehen folgende Bereiche:

Militärstrategische Ausrichtung der neuen Doktrin

Der im SIPOL B 2000 formulierte dreiteilige sicherheitspolitische Auftrag der Armee bedarf mit Blick auf die zu schaffende neue Doktrin einer militärstrategischen Präzisierung. Die militärstrategische Konzeption der Armee XXI steht unter dem Begriff des "Integrierten Armeeeinsatzes", womit die Kaskade von kooperativem und autonomem militärischem Handeln im Sinne der "Sicherheit durch Kooperation" beschrieben wird. Die Konzeption des "Integrierten Armeeeinsatzes" hat zum Ziel:

Mit dieser militärstrategischen Vorgehensweise wird den sicherheitspolitischen Vorgaben am besten entsprochen, wobei eine glaubwürdige militärische Sicherungs-, Schutz- und Verteidigungsfähigkeit mittels einer relevanten Eigenleistung gewährleistet und gleichzeitig der kooperative Handlungsspielraum optimal ausgenutzt wird. Aufgabe der Doktrin ist es, eine ausgewogene und vor allem realistische Mischung von autonomem und kooperativem Handeln im Sinne der Glaubwürdigkeit aufzuzeigen.

Leistungsprofil

Ausgangspunkt der Erarbeitung des Leistungsprofils waren die Risikoanalyse, eine Zusammenstellung von Bedrohungsannahmen ("Aggregatzustände") sowie das bereits entworfene System der abgestuften Bereitschaft. In einem iterativen Prozess, in welchem ein allgemeines Aufgabenspektrum der Armee anhand relevanter Faktoren wie der sicherheitspolitischen Vorgaben, der Zeitverhältnisse, der Mittel und Finanzen, des Ausbildungsbedarfs sowie des autonomen bzw kooperativen Handlungsspielraums überprüft worden ist, wurde ein realistisches Leistungsprofil der Armee XXI definiert. Das Leistungsprofil stellt somit das militärstrategische Pflichtenheft der Armee XXI dar. Es beschreibt, welche Leistungsbeiträge die Armee in welcher Mischung aus Eigenleistung und Kooperation unter welchen zeitlichen Auflagen zu erfüllen hat. Angesichts der parallel fortschreitenden übrigen Konzeptionsstudien ist es von zentraler Bedeutung, dass das vorliegende Leistungsprofil als eine validierte Richtlinie der zu erbringenden Leistungen der Armee XXI anerkannt wird.

Umsetzung des Leistungsprofils in eine Typologie der Operationen

Die im Leistungsprofil beschriebenen Aufgaben sind mit einer international gebräuchlichen Begriffstypologie von militärischen Operationen verknüpft. Diese Verknüpfung schafft klare Vorgaben zur Steuerung sämtlicher Konzeptionsstudien, indem sie die Leistungsbeiträge in eine militärisch fassbare und präzis definierte Sprache übersetzt und eine thematische Zuordnung der verschiedenen Aufgabenbereiche vornimmt. Zudem gewährleistet die Anlehnung an die international verwendete militärische Operationsterminologie die geforderte Interoperabilität im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern. Die Validierung dieser Typologie von Operationen zum vorliegenden Zeitpunkt ist von grosser Bedeutung, da sie als zentrales Ordnungsprinzip und projektinternes Steuerungselement der weiteren Arbeiten dient.

System der abgestuften Bereitschaft

Das System der abgestuften Bereitschaft, das bereits im Rahmen der "Prospektivstudie Doktrin" entworfen wurde, ist während der Konzeptionsphase weiter verfeinert worden. Insbesondere ist durch die Gegenüberstellung dieses Systems mit den zu erbringenden Leistungen ein erster Mittelansatz ermittelt worden, welcher der Feinüberprüfung durch die anderen Konzeptionsstudien harrt. Der Mittelansatz definiert entlang der Zeitachse die zur Wahrnehmung der Leistungsbeiträge benötigten Armeemittel, aufgeteilt nach den zeitlichen Segmenten "Aus dem Stand", "Nach kurzer Vorbereitung", "Mittelfristig" und "Langfristig". Das System der abgestuften Bereitschaft, das eine lagegerechte und leistungsorientierte stufenweise Bereitschaftserhöhung sicherstellt, unterscheidet im Rahmen der Erhöhung der Einsatzbereitschaft drei grundsätzliche Ressourcenpotentiale. Erstens: mittels stehender Krisenreaktionskräfte (Bereitschaftsverbände und im Dienst stehende WK-Truppen) wird auf kurzfristige und wahrscheinliche Gefahren/Ereignisse rasch und mit ausreichendem Kräfteansatz reagiert. Zweitens: das Gros der WK-Truppen konzentriert sich als Hauptverteidigungskräfte auf den langfristig planbaren und zur Zeit einer tiefen Wahrscheinlichkeit unterliegenden Verteidigungsauftrag und stellt die Aufrechterhaltung der entsprechenden Kernkompetenz sicher. Drittens: nach längerer Vorbereitungszeit steht zusätzlich die Reserve zur Verfügung.

Der Aufwuchs muss in Kooperation mit in- und ausländischen Partnern gestaffelt, selektiv oder aber in einem Zuge erfolgen können. Er ist die Antwort auf die im Rahmen der Restrisiken zurückgestellten, äusserst unwahrscheinlichen aber theoretisch nicht auszuschliessenden Bedrohungsannahmen ("Aggregatzustände" "Worst Case" und "High Pressure"). Zur Auslösung eines Aufwuchses bedarf es der Erweiterung der politischen, finanziellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Armee XXl durch das Parlament. Ein Aufwuchs steht grundsätzlich ausserhalb des "Systems Armee XXl". Die Armee XXl hat nicht den Aufwuchs sondern die Aufwuchsfähigkeit sicherzustellen, indem sie die vom SIPOL B 2000 geforderten Kernfunktionen in den Bereichen Sicherungs-, Schutz-, und Verteidigungsfähigkeit in glaubwürdigem Umfang aufrecht erhält.

Logistik

Die Logistik unterstützt das Einreichen und Erhalten der geforderten Einsatzbereitschaft, gewährleistet die Durchhaltefähigkeit für alle Operationstypen und bildet den Nukleus zur Aufwuchsfähigkeit. Die Logistik ist heute in eine zivile Logistik für die Unterstützung der Ausbildung und in eine statische Massenlogistik für eine schweizerische Dissuasivarmee aufgeteilt und technologisch auf dem Stand der 70er Jahre eingefroren. "Sicherheit durch Kooperation" und Armee XXl bedeuten für die Logistik einen Paradigmenwechsel in Bezug auf Flexibilität, Effizienz und Dynamik. Hauptsächliche Veränderungsfelder sind die Interoperabilität, die Ökonomie und die Technologie. Ohne rechtzeitige Einleitung dieses Paradigmenwechsels auf der doktrinellen Ebene bleibt die Verbindung zwischen Strategie und Taktik offen, wodurch der Erfolg von Operationen der Armee XXl im nationalen und multinationalen Umfeld gefährdet ist. Die neuen Anforderungen können nur mittels eines einzigen Logistiksystems sichergestellt werden.

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Zusammenfassung der Anträge

Antrag 1:

Der militärstrategischen Ausrichtung der Doktrin sei zuzustimmen.

(vgl insbesondere Kapitel 1)

Antrag 2:

Dem verfeinerten System der abgestuften Bereitschaft sei zuzustimmen.

(vgl. insbesondere Kapitel 3, 7 und 8)

Antrag 3:

Dem Leistungsprofil (militärstrategisches Pflichtenheft Armee XXI) sei zuzustimmen.

(vgl insbesondere Kapitel 5)

Antrag 4:

Die Typologie der Operationen sei als Ordnungsprinzip für die weiteren Arbeiten gutzuheissen.

(vgl insbesondere Kapitel 6 sowie Anhang C)

Antrag 5:

Den logistischen Grundsätzen für die Armee XXI sei zuzustimmen.

(vgl insbesondere Kapitel 9)

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Vorbemerkungen

Die vorliegenden "Grundlagen der militärstrategischen Doktrin", Stand Februar 2000, sind eine überarbeitete und ergänzte Fassung des Vorgabepapiers vom 29. 10. 1999, welches dadurch ersetzt wird. Das Papier verarbeitet die Ergebnisse der Besprechungen und Diskussionen zum Vorgabepapier (insbesondere diejenigen aus der GL und den Besprechungen mit den HSO) und enthält erweiterte und konkretisierte Vorgaben aus dem Bereich "Strategische Doktrin" für die Konzeptionsstudien 2 bis 7.

Der vorliegenden "Grundlagen" geben lediglich den Zwischenstand des iterativen Arbeitsprozesses an der Konzeptionsstudie 1 wieder und sind als Zwischenprodukt zu verstehen, das zwar die allgemeine Denkrichtung skizziert, aber keinesfalls in allen Einzelheiten als abgeschlossen zu betrachten ist. Unter anderem sind auch Begriffe wie "Krisenreaktionskräfte", "Hauptverteidigungskräfte" etc. bis zur Fertigstellung der Konzeptstudie 1 noch gründlich zu überdenken.

Im Sinne der generellen Ausrichtung des Projektes Armee XXI auf Interoperabilität wurde - wenn immer möglich - auf Unterlagen der NATO basiert. Wo dies nicht möglich war, wurde nach optimalen nationalen Lösungen bei europäischen Staaten mit ausgewiesener Einsatzerfahrung auf dem entsprechenden Gebiet gesucht. In diesem Zusammenhang wurde auch darauf verzichtet, die englischen Bezeichnungen in jedem Fall durch deutsche zu ersetzen

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Präambel

Die Konzeptionsstudie 1 entwirft die militärstrategische Doktrin zur Umsetzung des im SIPOL B 2000 erteilten Auftrages an die Armee, der in Kurzform lautet:

Neues Element gegenüber den praktisch gleich lautenden Aufträgen für die Armee 95 ist die Kooperation, welche aufgrund des gewandelten strategischen Umfeldes, des Bedrohungs-spektrums und unserer Ressourcenlage bei allen drei Teilaufträgen eine gesteigerte Bedeutung hat. Sie bestimmt die Umsetzung der hier entwickelten "Doktrin des integrierten Arrneeeinsatzes" in ganz erheblicher Weise.

Analyse des Auftrages

Beiträge zur internationalen Friedensunterstützung und Krisenbewältigung

Raumsicherung und Verteidigung

Einsätze zur Prävention und Bewältigung existenzieller Gefahren

Um die im SIPOL B 2000 geforderte Glaubwürdigkeit und Effizienz der Sicherungs-, Schutz-und Verteidigungsfähigkeit der Armee XXI gewährleisten zu können, erhält der Gedanke der Kooperation einen markant höheren Stellenwert als bisher. Das Gros der Armeeaufträge kann unter den gegebenen Bedingungen nur mehr in enger Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Partnern erfüllt werden.

Den Rahmen der militärstrategischen Ausrichtung bildet deshalb die Doktrin (Konzeption des im Kapitel 1 dargelegten ´Integrierten Arrneeeinsatzes", mit welcher wir allen drei Armeeaufträgen im SIPOL B 2000 am besten gerecht werden können.

Es ist somit von grösster Wichtigkeit, dass alle Kader der Armee XXI sich mit dieser neuen Doktrin vertieft befassen, sich mit ihren Voraussetzungen und Konsequenzen auseinandersetzen und die entsprechenden Folgerungen für ihre Arbeit ziehen.

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1 Militärstrategische Leitgedanken

1.1 Integrierter Einsatz erfordert Glaubwürdigkeit dank Effizienz

Glaubwürdigkeit setzt Vergleichswerte voraus; Verteidigungsfähigkeit ist somit glaubwürdig, wenn sie einem Vergleich mit anerkannten militärischen Standards unseres sicherheitspolitischen Umfeldes, dh. derjenigen mitteleuropäischer Armeen und den NATO-Standards standhält. Der Forderung, diesen Vergleichswerten zu genügen, werden wir gerecht, indem wir den 'Benchmark" der westeuropäischen und wenigstens teilweise auch der amerikanischen militärischen Qualitätskriterien zur Richtschnur für die Eigenleistungen der Armee XXI machen. Konsequenz: Wir müssen die verlangte umfassende Interoperabilität möglichst bald erreichen.

Glaubwürdigkeit dank Effizienz ist ferner verlangt im Lichte der Risikoanalyse, welche erfordert, dass den erkannten und allgemein anerkannten Risiken der absehbaren Zukunft zeitgerecht und mit hinreichendem Mittelansatz ausreichend begegnet werden kann. Konsequenz: Wir brauchen ein sowohl unter militärischen wie unter gesellschaftlichen Gesichtspunkten tragfähiges und zumindest mit Teilen miliztaugliches System der abgestuften Bereitschaft.

Glaubwürdigkeit dank Effizienz in Bezug auf die Qualität eines potenziellen Gegners verlangt Schlagkraft auch modernen Streitkräften gegenüber, auch wenn sie in vielen Bereichen nur mehr im Rahmen einer Koalition im notwendigen Ausmass zu erreichen ist. Konsequenz: Die Armee XXl ist rasch auf einen zumindest europäischen Standard zu bringen, um kooperationsfähig zu werden.

Glaubwürdigkeit dank Effizienz in Bezug auf den generellen Auftrag, "Schutz von Volk und Staat gegen Gewaltdrohung und Gewaltanwendung strategischen Ausmasses" heisst, dass die Armee dank ihrer Präsenz auch im Frieden immer wieder Vertrauen schafft und der Bevölkerung ein Sicherheitsgefühl vermittelt, das sich nicht zuletzt auch auf den Denk-und Werkplatz und den Wirtschaftsstandort Schweiz positiv auswirkt. Gleicherweise gilt es, durch Handlungen und Signale bei den ausländischen Partnern und Nachbarn ein Gefühl der Berechenbarkeit und Verlässlichkeit zu schaffen. Konsequenz: Ein selbstverständliches professionelles Auftreten der Armee unter Verzicht auf überholte Eigenarten und Gewohnheiten (nicht auf die wertvollen Traditionen!) im In- und Ausland ist wichtig.

1.2 Die Konzeption des "Integrierten Armeeeinsatzes"

Im Rahmen der militärstrategischen Konzeption "Integrierter Armeeeinsatz" sind überall wo möglich Arbeitsteilungen und Synergiewirkungen verschiedenster Art anzustreben: sowohl in der bilateralen und in der multinationalen (PfP) Ausbildung, als auch beim zivil-militärischen Zusammenwirken im Inlandeinsatz sowie im kooperativen Handeln mit ausländischen Streitkräften, befugten zivilen ausländischen Autoritäten und allenfalls Vertretern von NGOs. Die Konzeption "Integrierter Armeeeinsatz" hat zum Ziel:

Die Konzeption des ''Integrierten Armeeeinsatzes" trägt nicht nur den heutigen Sicherheitsstrukturen auf unserem Kontinent und den modernen politischen, gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen in der Schweiz und in Europa gleicherweise Rechnung. Sie entspricht ebenso den Vorgaben des SIPOL B 2000 (strategische Entwicklung seit 1989/90, neues Bedrohungsspektrum und knapper werdende personelle und materielle Ressourcen des Kleinstaates Schweiz) in optimaler Weise. Sie schliesst überdies autonomes militärisches Handeln, wo es sinnvoll oder unumgänglich ist, nicht aus.

Darstellung: "Integrierter Armeeeinsatz"

Antrag 1:

Der militärstrategischen Doktrin sei zuzustimmen.

(vgl insbesondere Kapitel-1)

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2 Methodischer Ansatz

Im Rahmen der Gesamtstudie geht es darum, ein definiertes Aufgabenspektrum1 für die künftige Armee in ein so präzis wie möglich definiertes Leistungsprofil der Armee XXI zu überführen.

Im Rahmen des dargestellten Prozesses gilt es, sämtliche möglichen Bereiche des Aufgabenspektrums zu werten sowie an Hand der verschiedenen Faktoren auf ihre militärische Machbarkeit hin zu

Grundsätzlicher Prozess

Darstellung: Methodischer Ansatz

Grundsätzlich sind dabei drei Aspekte besonders zu berücksichtigen:

Ziel des dargelegten Erarbeitungsprozesses ist das Leistungsprofil, weiches endogenen, d.h. spezifisch schweizerischen Charakters ist. Es stellt die Summe der sicherheitspolitisch, finanziell und materiell/technologisch realisierbaren Aufgabenbereiche der Armee dar. In diesem Sinn ist es das militärstrategische Pflichtenheft der Armee XXI.

In einem nächsten Schritt wird dieses Leistungsprofil mit einer exogenen, d.h. einer übernommenen, internationai gebräuchlichen Begriffstypologie von militärischen Operationen verknüpft. Diese Verknüpfung stellt sicher, dass den generell umschriebenen Aufgaben des Leistungsprofils die entsprechenden militärischen Operationen zugeordnet werden können. Damit wird dargelegt, auf welche militärische Weise die sicherheitspolitischen Aufgaben wahrgenommen werden. Zudem schafft die Anlehnung an die international verwendete Terminologie den erforderlichen gemeinsamen Nenner im Sinn der Interoperabilität.

Die militärischen Operationen ihrerseits setzen sich aus einem Katalog bestimmter militärischer Leistungen zusammen. Mitteis Gegenüberstellung des Leistungsprofils und der entsprechenden Operationen mit den benötigten militärischen Leistungen sowie den zeitlichen Auflagen wird ein erster Mittelansatz ersichtlich. Der Mittelansatz definiert somit Art und Umfang der zur Aufgabenerfüllung benötigten militärischen Mittel entlang der Zeitachse. (vgl auch Kapitel 7.1 "Mechanik und Mittelansatz")

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3 Risikoanalyse

3.1 Risiken

Ein Risiko3 ist eine potentielle Gefahr, welche nationale Interessen treffen kann. Unter Bedrohung4 versteht man eine Aggressionsmöglichkeit

Darstellung: Risikoanalyse. (Die Auflistung der Risiken findet sich in Beilage B).

gegen nationale Interessen, konkretisiert durch Willen und vorhandene Mittel. Die Risikoanalyse stellt die Eintretenswahrscheinlichkeit verschiedener Kategorien von Risiken entlang der Zeitachse dar.

3.2 Aggregatzustände

3.2.1 Definition Aggregatzustand

Ein "Aggregatzustand" zeigt relevante Umfeldeinflüsse auf, welche auf das System Armee im Ereignisfall einwirken. Ein "Aggregatzustand" ist eine Arbeitshypothese, die von einer Bedrohungsannahme ausgeht, um die verschiedenen Aufgabenbereiche des Aufgabenspektrums in bestimmte Umfeldsituationen zu versetzen und so auf ihre Machbarkeit überprüfen zu können.

3.2.2 Erste Erkenntnisse und Konsequenzen

In der Beilage E werden die sieben "Aggregatzustände" ausführlich beschrieben. Nachfolgend finden sich erste Erkenntnisse und Konsequenzen:

"Aggregatzustand" (gemäss Beilage E)

Erkenntnis

Konsequenz

Worst case

Wenig wahrscheinlich im heutigen europäischen Umfeld

Wird als Restrisiko eingestuft

High Pressure

Idem

Wird als Restrisiko eingestuft

Medium Pressure

Nicht auszuschliessen Verteidigungsanstrengung glaubwürdig und erfolgversprechend

Ist verkraftbar, selbst wenn Kooperation mit Ausland nicht a

prori vorgegeben ist

Armed Banditry

Nicht auszuschliessen Gegenmassnahmen glaubwürdig und erfolgversprechend

Ist autonom verkraftbar

 

Asymmetric Pressure

Nicht auszuschliessen Gegenmassnahmen erfolgversprechend sofern

in A XXI vorgesehen und vorbereitet. Muss in Zukunft unbedingt einbezogen werden

Ist autonom verkraftbar

Low Pressure

Personalintensiv Verlangt besondere Ausbildung Muss interdepartemental gelöst werden

Einbettung in System der inneren Sicherheit (USIS)

Abroad

Nicht auszuschliessen ist innerhalb PSO anzusiedeln verlangt eine entsprechende Bewaffnung

Machbar, entsprechende Bewaffnung I

vorausgesetzt

Aus verschiedenen Gründen (unter anderem Finanzen, demographische Entwicklung, sicherheitspolitische Notwendigkeit) kann sich die ArmeeXXI nicht mehr auf alle Eventualitäten vorbereiten. Doktrinell hat dies zunächst folgende Konsequenzen:

3.3 System der abgestuften Bereitschaft

Ausgangsbasis aller Untersuchungen war das System der abgestuften Bereitschaft, wie es bereits in der "Prospektivstudie Doktrin" entwickelt und präsentiert wurde:

Darstellung: System der abgestuften Bereitschaft; Entscheid Parlament ersetzen durch "Einleitung des politisch/militärischen Prozesses".

Innerhalb des Leistungsprofils der Armee XXI werden zur zeit- und lagegerechten Erhöhung der Einsatzbereitschafft drei unterschiedlich verfügbare Ressourcenpotentiale unterschieden:

Die Verantwortung zum zeitgerechten Entscheid für einen allfälligen Aufwuchs liegt vorbereitend bei der Armeeführung, faktisch beim Parlament; die Armee stellt bis dahin die Aufwuchsfähigkeit sicher.

In jedem Fall besteht der erste Schritt im Rahmen der zeit- und lagegerechten Erhöhung der Einsatzbereitschaft darin, das Können bezüglich des erwarteten/geforderten Auftrages sicherzustellen. Dies ist nur über angemessene Ausbildung zu erreichen, die in jedem Fall lage- und auftragsgerecht zu erfolgen hat. Damit ist auch offensichtlich, dass das bisherige System der Mobilmachung durch Instrumente zur Steuerung der Bereitschaft ersetzt werden muss.

Antrag 2:

Dem verfeinerten System der abgestuften Bereitschaft sei zuzustimmen

(vgl insbesondere Kapitel 3, 7 und 8)

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4 Spannungsfeld Autonomie - Kooperation

Die Gesamtheit der von der Armee XXI zu erbringenden Leistungen setzt sich grundsätzlich aus autonomem und kooperativem militärischen Handeln zusammen. Definitorisch wird deshalb zwischen Eigenleistung und Fremdleistung unterschieden5:

Darstellung: Autonomie versus Kooperation.

 

Eine hohe Eigenleistung ist sowohl für autonomes wie auch für kooperatives militärisches Handeln unabdingbar. Der SIPOL B 2000 fordert kooperatives militärisches Handeln; dieses beruht auf zwei Pfeilern:

Von der gesamten Palette des Aufgabenspektrums der Armee kann nicht mehr das volle Spektrum ohne Kooperation mit Partnern - d.h. autonom - erfüllt werden. Die Kooperationsfähigkeit gegen innen wie gegen aussen wird somit zu einem zentralen Eckwert der Armee XXI. Kooperationsfähigkeit setzt einen hohen Grad an Interoperabilität voraus: dies für die Unterstützung ziviler Behörden im Inland (nachfolgend "Kooperation im Inland" genannt), insbesondere jedoch für die Kooperation mit dem Ausland (nachfolgend "Kooperation mit dem Ausland" genannt).

4.1 Kooperation im Inland

Kooperation der Armee im Inland erfolgt nach folgenden Prinzipien:

Teile der Armee sind dabei so einzusetzen, dass Synergien mit allen an einer Operation im Rahmen der Umfassenden flexiblen Sicherheitskooperation (UFS) beteiligten Partnern genutzt und Doppelspurigkeiten vermieden werden können, und das grundsätzlich subsidiär.

Die Subsidiarität beruht im wesentlichen auf folgenden Grundsätzen:

Im Sinne der angestrebten Fähigkeit zur "Kooperation im Inland" ist:

4.2 Kooperation mit dem Ausland

Die "Kooperation mit dem Ausland'' als Komponente der schweizerischen Sicherheitspolitik stellt eine wichtige Neuerung für die Armee XXI dar. Mit Beteiligung an der Stabilisierung und am Krisenmanagement der internationalen Gemeinschaft durch Beiträge an friedensunterstützende Operationen (Peace Support Operations, PSO) werden die bisherigen Ansätze deutlich erweitert und vertieft. Dies bedingt:

Dabei ist festzuhalten, dass:

Kooperation im Rahmen von PSO und ausgewählte bilaterale Kooperation sind Voraussetzungen dafür, dass Einheiten, Truppenkörper oder grössere Verbände unserer Armee im Ausland auf Gegenseitigkeit trainieren können (Force-on-Force Training).

Bezüglich Umfang und Qualität der Fremdleistung werden grundsätzlich zwei Bereiche unterschieden:

Direkte Fremdleistung: Sie umfasst in der Regel einen abgeschlossenen und eigenständigen Leistungsbeitrag des Partners.

Indirekte Fremdleistung: Sie bezieht sich auf Aufgaben, die zwar eigenständig ausgeführt werden, bei deren Vorbereitung insbesondere im Ausbildungsbereich aber auf Fremdleistungen eines oder mehrerer Partner basiert werden muss. Diese Fremdleistungen können sein:

4.3 Interoperabilität

4.3.1 Allgemeines

Die neue sicherheitspolitische Strategie "Sicherheit durch Kooperation", sowie die daraus abgeleitete Doktrin verlangen von der Armee die Schaffung militärischer Kooperationsfähigkeit (also Interoperabilität). Interoperabilität ist unabdingbare und zentrale Voraussetzung für kooperatives militärisches Handeln mit armeeexternen Partnern sowohl im Inland dem Ausland.7

Im für die Schweiz relevanten strategischen Umfeld, dem euroatlantischen Sicherheitsraum, kann Interoperabilität nur auf die NATO ausgerichtet sein. Die Arbeitsverfahren im Rahmen der europäischen Sicherheitskooperation beruhen auf den allgemein gültigen NATO-Standards. Die NATO setzt derzeit ihr Konzept der Combined Joint Task Forces (CJTF) um. das Modell künftiger multinationaler Operationen im genannten Raum wird. Interoperabilität mit der NATO, bzw CJTF-Fähigkeit, bedeutet deshalb die Handlungsfreiheit zu erlangen, um mit sämtlichen potentiellen militärischen Partnerorganisationen im relevanten Umfeld kooperieren zu können.

Im Vordergrund steht dabei die Angleichung der mentalen und prozessorientierten Bereiche, insbesondere Stabsarbeitsverfahren, Arbeitssprache, Terminologien, Einsatzdoktrinen und Meldewesen. Ferner ist technische Kompatibilität bei den zentralen Führungs-, Kommunikations- und Informationssystemen gefordert.

Die allgemein gültige NATO-Definition der Interoperabilität8 ist für den langfristigen Interoperabilitätsprozess von Bedeutung. Sie steht im Zusammenhang mit dem NATO-Standardisierungsprozess, wobei vier Stufen der Standardisierung mit aufsteigender Zusammenarbeitseffizienz unterschieden werden: Compatibility, Interoperability, Interchangeability (Austauschbarkeit) und Commonality (Gleichartigkeit). Die Compatibility-Stufe stellt noch keine echte Zusammenarbeit sicher, sondern beschreibt lediglich den Zustand, in dem zwei Systeme störungsfrei nebeneinander wirken. Grundsätzlich strebt die NATO bei ihren multinationalen Strukturen folgende Standardisierung an: Commonality bei Sprache, Doktrin und Arbeitsverfahren, Interchangeability bei Logistik/Versorgungsgütern sowie Interoperability bei Führungs- und Kommunikationssystemen9. Für die unmittelbaren Interoperabilitätsanstrengungen der Schweiz sind folgende Richtlinien massgebend10:

"Partner Interoperability with NATO requires:

Erste Schritte der Umsetzung sind gemacht. Die Schweiz nimmt im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden seit Oktober 1998 am PfP Planning and Review Process (PARP) teil. Die ersten spezifischen Interoperabilitätsziele für die Schweiz sind im Frühjahr 1999 in bilateralen Gesprächen mit der NA1:O festgelegt worden.11

4.3.2 Militärstrategische Leitgedanken zur Interoperabilität

Der Schaffung von Interoperabilität liegen folgende militärstrategischen Zielsetzungen zugrunde:

Folgende Grundsätze sind bei der Schaffung von Interoperabilität für die Armee XXI zu beachten:

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5 Leistungsprofil

Das Leistungsprofil entspricht dem Pflichtenheft der Armee XXI auf operativer Stufe.

Darstellung: Leistungsprofil.

Aufgrund der Risikoanalyse ist die Eintretenswahrscheinlichkeit folgender Fälle derart gering, dass sie als Restrisiko bezeichnet wird und deshalb die entsprechenden Aufgabenbereiche vorübergehend nicht prioritär ins Leistungsprofil der Armee XXI aufgenommen werden:

Falls sich wider Erwarten dennoch Tendenzen in Richtung der dargestellten Aggregatzustände ergeben sollten, ist diesen durch den durch das Parlament auszulösenden Prozess des Aufwuchses, über das Leistungsprofil der Armee XXI hinaus, zu begegnen.

Folglich können folgende Aufgaben als unwahrscheinliche Fälle in der Priorität zurückgestellt werden und doktrinelle Überlegungen dazu vorläufig unterbleiben:

Gegen einen gleichwertigen Gegner fehlen der Armee XXI primär luftwaffen- aber auch heeresseitig wesentliche Teile zur operativen Angriffsfähigkeit, um diesen aus unserem Territorium hinauszuwerfen und in unserem oder im Raum des grenznahen Auslandes derart nachhaltig zu vernichten, dass er auf absehbare Zeit hinaus keine echte Bedrohung mehr darstellt. Der Aufbau einer derartigen Angriffsfähigkeit sprengt derzeit die Finanziellen Möglichkeiten des Kleinstaates Schweiz.13

Folgende Aufgaben werden ebenfalls aus dem Leistungsprofil ausgeklammert:

5.1 Sicherstellen der strategischen Handlungsfreiheit

5.2 Friedensunterstützung und Krisenbewältigung

5.3 Verteidigung und Raumsicherung

5.4 Prävention und Bewältigung existenzieller Gefahren

5.5 Unterstützungseinsätze Ausland

Insgesamt ist in Rechnung zu stellen, dass die Armee als Ganzes in der Lage sein muss, nach kurzer Vorbereitung mehr als eine Aufgabe gleichzeitig zu lösen.19

5.6 Unterstützungseinsätze Inland

5.7 Special Operations

Sonderoperationen werden in der Regel zur Unterstützung anderer Operationen militärischer oder humanitärer Natur geführt, sowohl in einem nationalen wie in einem internationalen Rahmen. In besonderen Fällen können sie unabhängig erfolgen, wobei die vom internationalen Recht oder Kriegsvölkerrecht gesetzten Grenzen eingehalten werden müssen (zB Evakuation von Schweizer Bürgern aus dem Ausland). Sonderoperation sind folglich praktisch im ganzen Spektrum des Leistungsprofils AXXI denkbar.

Eine Kooperation setzt die Interoperabilität von Ausrüstung und operativen Verfahren voraus.

5.7.1 Definition

Special Operations (Sonderoperationen) sind militärische Aktionen kleineren Ausmasses, welche in allen Lagen geführt werden können, um strategische Ziele politischer oder militärischer Natur zu erreichen. Solche Aktionen müssen mit den allgemeinen sicherheitspolitischen Zielen vereinbar sein. Sie können unabhängig oder im Rahmen von grösseren militärischen Operationen in einem nationalen oder multinationalen Rahmen erfolgen. Sie werden durch militärische, eigens dafür eintrainierte Formationen (Sonderoperationskräfte, SOK) durchgeführt. Diese Formationen können aber auch mit Spezialisten ergänzt werden, deren spezifische Kenntnisse für die Auftragserfüllung notwendig sind.

5.7.2 Charakteristika von Sonderoperationen

5.7.3 Einsatzrahmen

Sonderoperationen können geführt werden:

In der normalen Lage erfolgt die operationelle Führung durch das Armeekommando, meistens in enger Zusammenarbeit mit den mitbetroffenen Instanzen von EJPD und EDA.

Die Ausführung von Sonderoperationen - insbesondere der Einsatz von Sonderkräften auf grosse Entfernung und in unfriedlichen Gebieten - setzt eine entsprechende Führungs- und logistische Kapazität voraus.

Ausrüstung, Ausbildung und Einsatz müssen durch ein "Kommando SOK" wahrgenommen werden, damit die strategischen Ziele und die eingesetzten Mittel in Einklang gebracht werden können.

Antrag 3:

Dem Leistungsprofil (militärisches Pflichtenheft Armee XXI) sei zuzustimmen

(Vgl insbesondere Kapitel 5)

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6 Umsetzung des Leistungsprofils in militärische Operationen

Im vorgängig dargelegten Leistungsprofil der Armee XXI werden die Aufgaben in einer allgemeinen sicherheitspolitischen Sprache umschrieben. Zur Weiterbearbeitung auf der militärischen Stufe muss dieses Leistungsprofil in militärisch definierte Operationsbegriffe umgesetzt werden. Ausgangspunkt bildet die Erkenntnis, dass jede militärische Aktivität in Form einer Operation präzis und nachvollziehbar definiert werden kann.20 Die Typologie der Operationen stellt eine Begriffshierarchie dar und schafft damit klare Vorgaben, indem sie die Aufgaben des Leistungsprofils mit den entsprechenden, militärisch definierten Operationen verknüpft.

6.1 Typologie der Operationen

Die für die Doktrin der Armee XXI gewählte Typologie der Operationen übernimmt die bereits bestehende und international gebräuchliche Operationsterminologie des euroatlantischen Sicherheitsraums - sprich der NATO. Die bewusste Anlehnung an die Begriffe der entsprechenden ausländischen Streitkräfte ist aus folgenden Gründen vorgenommen worden:

Aus diesen Gründen wird als Regel die NATO-Terminologie verwendet. ªHelvetische Begriffe kommen nur dort zur Anwendung, wo spezifisch schweizerische Verhältnisse eine Übertragung der NATO-Begriffe nicht erlauben.

Die Hierarchie der Typologie unterscheidet drei Ebenen: Operationstypen,Operationsformen

und Operationsarten.21

Darstellung: Typologie der Operationen: Auf dieser Übersicht sind nur die ersten zwei Ebenen (Operationstyp und -forrn) ersichtlich; die gesamte Typologisierung inkl Operationsarten befindet sich in der Beilage C.

6.2 Militärische Antworten auf die Risiken

Bei einer Gegenüberstellung der eingangs dargelegten Risikoanalyse mit der Typologie der Operationen wird ersichtlich, welche Operation als "militärische Antwort" welcher Risikokategorie entspricht. Dieser Vergleich legt dar, auf welche Weise die Armee XXI zur Bewältigung der bestehenden Risiken i beiträgt

Darstellung: Militärische Antworten.

Antrag 4:

Die Typologie der Operationen sei als Ordnungsprinzip für die weiteren Arbeiten gutzuheissen.

(Vgl insbesondere Kapitel 6 sowie Anhang C)

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7 Abgestufte Bereitschaft

7.1 Mechanik und Mittelansatz

Im Rahmen der ersten Bearbeitungsphase der Konzeptionsstudie 1 ist das in den Vorbemerkungen präsentierte System der abgestuften Bereitschaft überprüft und weiter verfeinert worden. Im Vergleich zum System der herkömmlichen Mobilmachung geht es neu darum, entlang der Zeitachse auf eine bestimmte Risikokategorie oder eine sich daraus konkretisierende Bedrohung mit einem ausreichenden Kräfteansatz zu antworten. Die Zeitkomponenten "kurz-", "mittel-" und "langfristig" wurden verfeinert und in ''Stunden", ''Wochen", "Monate" und "Jahre" unterteilt. Daraus ergeben sich folgende zeitliche Segmente: