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An die Soldaten, die für den G8 Gipfel aufgeboten wurden

Was soll das alles?

Für den G8 Gipfel, das Treffen der 7 reichsten Industrienationen und Russland, wurden über 6600 Soldaten aufgeboten – so viele wie nie mehr seit dem Zweiten Weltkrieg. Viele Soldaten sind aber nicht damit einverstanden, Hilfssheriffs zu spielen für Kriegsverbrecher wie George W. Bush und Toni Blair oder korrupte Wirtschaftskriminelle wie Berlusconi. Anstatt sich darum zu kümmern, das Elend in der Welt zu lindern, erlassen die Herrscher der Welt, welche sich am G8-Gipfel treffen, Welthandelsregeln, welche die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher machen. Es kann doch nicht die Aufgabe der Armee sein, Leuten wie George W. Bush einen angenehmen Empfang zu bereiten, die auf die Grundsätze des Völkerrechts spucken.

Und die Demonstranten?

Die Demonstrantinnen und Demonstranten sind keine gewalttätigen Monster - was auch immer Dir erzählt wird. Sie wehren sich gegen den Zustand einer Welt, wo sich die grössten Verbrecher öffentlich treffen können, um die Beute aus dem Irakkrieg zu verteilen. Mach den Demonstrantinnen und Demonstranten klar, dass Du nicht gegen sie bist. Sollte es brenzlig werden, so bleibe besonnen. Lass Dich nicht gegen die Demo einsetzen, verweigere notfalls den Befehl und schiesse niemals auf die Menschen. Zerschlagene Scheiben oder versprayte Mauern lassen sich reparieren, Menschen nicht.

Was kannst Du tun?

Wenn Du diesen Text liest, bist Du schon eingerückt. Trotzdem bleiben Dir noch einige Möglichkeiten, um nicht eingesetzt zu werden: Du kannst zum Kasernenarzt oder Psychiater gehen und ihm erklären, dass du massive Probleme mit diesem WK hast (Politische Gründe sind hier nicht wichtig, sondern Folgen Deiner Angst wie Schlaflosigkeit, Alpträume, Kopfschmerzen ...). Oder Du kannst Deinem Kadi erklären, dass Dein Gewissen es Dir verbietet, einen Einsatz gegen die Zivilbevölkerung zu leisten. Entweder wird er Dich bis Ende des WK's in den Urlaub schicken oder in die Dienstgruppe versetzen.

Solidarisiere Dich mit dem Protest gegen Krieg und Ungerechtigkeit: Organisiere Dich mit deinen Kameraden, nimm eine PACE-Fahne mit oder male mit ihnen ein Transparent. Angemacht am Puch, an der Richtstrahlschüssel oder der Uniform ist das ein gutes Symbol, um Deinen Unmut auszudrücken.