GSoA-Start in Zürich, Bern, Biel, Thun, Solothurn, Luzern... und bei dir?



Zürich: Wetterpech - Sammelglück

Heiter-beklemmendes Lichtspieltheater und swingender Live-Jazz am Lancierungsfest; klamme Finger und erfreulicher Zuspruch beim Sammelstart. Drei Tage nach der offiziellen Lancierung lud die GSoA Züri am Freitag, den 20. März, zu einer Party in der "Wunderbar". Eine kleine Schar von Gästen ergötzte sich ab halb neun Uhr mal schenkelklopfend, mal kopfschüttelnd, mitunter schockiert, aber immer wieder schmunzelnd am famosen Dokumentarfilm "L'homme des casernes". Jacqueline Veuve drehte während vier Monaten den Soldatenalltag in einer Infanterie-Rekrutenschule: Realsatire vom Feinsten!

Nach einer Umbaupause - jetzt wurden fleissig Unterschriften gesammelt - sorgten die vier Aargauer Musiker von der Mark Williams Rhythm Combo mit ihrem frischen Jazz zusammen mit dem nun zahlreichen Publikum für locker-lebhafte Baratmosphäre bis in die späte Nacht.

Schlaftrunken und bei Huddelwetter machten wir uns nach der kurzen Nachtruhe am Samstagmorgen an den Aufbau unserer drei Sammelstände. Etwas mulmig war uns schon zumute: Wie werden die PasantInnen reagieren, sind wir genügend vorbereitet, interessieren sich die Leute überhaupt...

Kaum aber waren die ersten Unterschriften auf die regennaBogen gesetzt, wichen mit den dunkelsten Wolken auch die letzten Zweifel, und es zeigte sich ganz deutlich: Viele Menschen in der Schweiz interessieren sich durchaus für unsere Initiativen, sie sind oft sehr gut informiert, und sie glauben daran, dass wir armeefrei friedensfähig sein können und müssen.

Über tausend Unterschriften und unzählige ermutigende Kommentare aus der Bevölkerung waren schöner Lohn des ersten Zürcher Sammeltages. Wir bleiben dran!

Martin Käser, GSoA Züri



Sammelaktivitäten in Bern, Biel und Thun

In der ersten Woche nach der Lancierung der beiden GSoA-Initiativen fanden im Kanton Bern verschiedene Sammelakti-vitäten statt. In Biel, Bern und Thun standen GSoA-Stände, über 1000 Unterschriften sind im Kanton Bern bereits zusammengekommen. Eine Vielzahl von Ständen werden in den kommenden Wochen noch stattfinden. In Bern jeweils am Donnerstag von 16-21 Uhr und Samstags von 10-16 Uhr. In Thun erneut am Samstag 18. April von 10-16 Uhr. Die nächsten Sammeldaten in Biel werden demnächst festgelegt. Wir würden uns sehr freuen, wenn Du mal mitsammeln kommst. Gemeinsam macht's mehr Spass. Lass uns doch wissen, wann Du mitmachen könntest (Bern: Tel. 031 301 82 09; Biel: Tel: 032 342 59 58; Thun: 033 223 24 25).

Der achte Bus in Solothurn

Mit sieben Postautos ist die offizielle Schweiz mit ihrer Gedenkausstellung zu 150 Jahren Bundessstaat und 200 Jahren Helvetik derzeit unterwegs. Seit dem 18. März hupt noch ein achter Bus hinterher: Der Bus der anderen Schweiz. Die GSoA und das Komitee Schweiz ohne Schnüffelpolizei (SoS), dessen Initiative am 7. Juni 1998 zur Abstimmung kommt, haben sich der offiziellen Schweiz ans Hinterrad geheftet. Am 18. März - nach der Lancierung der beiden GSoA-Initiativen - fuhr der achte Bus zum ersten mal auf dem Messeplatz in Solothurn vor. Neben den sieben Postautos haben wir unseren Bus hingestellt, KuhNo aufgeblasen, Unterschriften für die beiden GSoA-Initiativen gesammelt und SoS-Flugblätter verteilt. Der offiziellen Schweiz schien es vorerst wenig auszumachen. Kein Problem, man sei ja tolerant. Wir sollten nur den Zugang zur Ausstellung nicht versperren, war der Tenor. Nach einer halben Stunde wurden dann - händeringend - andere Saiten aufgezogen. Weisung von oben: Wir müssen weg. Soviel zur helvetischen Toleranz. Aber was soll's: Das Publikum der Ausstellung bestand an diesem Mittwoch Vormittag praktisch ausschliesslich aus Schulklassen, welche aufrichtig bedauerten, dass sie noch nicht unterschreiben durften. In der Solothurner Fussgängerzone hatten wir schon mehr Glück. Je 200 Unterschriften sammelten wir an diesem Nachmittag noch für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst und eine Schweiz ohne Armee.

Nico Lutz, GSoA Bern


Aktive GSoA in Luzern

Nachdem am Dienstag in Bern die beiden Initiativen lanciert wurden, standen wir nun am Samstag auch in Luzern zum ersten Mal auf der Strasse. Die Standbewilligung bekamen wir von einem äusserst zuvorkommenden und freundlichen Polizisten und wir waren auch genügend Leute fuer einen erfolgreichen Start der Unterschriftensammlung. Nur das Wetter machte uns einen kleinen Strich durch die Rechnung. Den Stand konnten wir zum Glück noch einigermassen im Trockenen aufstellen. Schon bald zogen sich aber über dem Pilatus die schwarzen Wolken zusammen. Dank unserem "Swiss Pavillion Standard (made in China)" blieben wir aber mehr oder weniger trocken. Das junge Luzern blieb heute morgen fast vollständig unter der wärmenden Decke und getraute sich nicht ins nasskalte Wetter. So probierten wir unser Glück bei den älteren Generationen. Das Echo war aber trotzdem erstaunlich positiv. Nur wenige Male bekamen wir "Landesverräter", "Träumer", "Arschloch" und dergleichen zu Gehör. Die meisten interessierten Leute unterschrieben sofort beide Initiativen, einige wollten vor allem genauere Informationen zur Friedensdienst-Initiative. Etwa zehn Prozent unterschrieb nur die ZFD-Initiative, einige aus Überzeugung, viele aber wahrscheinlich auch aus Bequemlichkeit, gerade zweimal unterschreiben zu müssen. Am Nachmittag war es trocken und die Sonne kam sogar zum Vorschein. Sofort waren vermehrt junge Leute auf der Strasse und die Unterschriftensammlung gestaltete sich einiges einfacher. Bilanz der Unterschrifensammlung in Luzern: zehn glückliche GSoAtInnen (dank ca. 350 Unterschriften), rund 50 fröhliche Kinder (dank den schönen GSoA-Luftballons), einige weniger fröhliche Eltern (auch wegen der schönen GSoA-Luftballons) und ein aufheulender, expansionslüsterner GSoA-Kassier (Materialverkauf kann noch intensiviert werden!). Am Sonntagabend starteten wir die erste Panzerknacker-Verteilaktion. Um 19.00 Uhr war noch kein Uniformierter unterwegs. Vor Acht kam schliesslich Leben auf im Luzerner Bahnhof und wir brachten einige Panzerknacker an unsere lieben Freunde in grün. Zur besten Zeit trat ein Securitas in Aktion und wollte uns vertreiben. Das hiess für uns, dass wir ein bisschen beweglicher sein mussten. Das Verteilen im vollen Zug kurz vor der Abfahrt bewährte sich schliesslich und die verteilten Panzerknacker lieferten hoffentlich Gesprächsstoff in den verschiedenen Zügen.

Mario Schaffhauser, GSoA Luzern

Armee in Frauenfeld

GSoA in der ganzen Schweiz

Am 12. / 13. Juni findet in Frauenfeld der Armeetag 1998 statt. "Mit dem Armeetag soll die Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit unserer modernen gewandelten Armee (...) veranschaulicht werden. Ein weiterer Grund ist das Jubiläumsjahr 150 Jahre Bundesstaat", erklärte der Bundesrat auf eine Anfrage der Grünen Fraktion. Drei Millionen Franken wird das zweifelhafte Spektakel kosten. Ein Armeetag ist Ogis VBS immer noch mehr wert, als das Zentrum für humanitäre Mienenräumung in einem ganzen Jahr kosten darf (1999: 2,25 Millionen). "Die Geschichte der modernen Schweiz ist eng verbunden mit jener der Milizarmee. Unsere Armee hat oft eine wesentliche Klammerfunktion ausgeübt", meint der Bundesrat. Soll sich die Armee doch in Frauenfeld klammern. In der übrigen Schweiz möchten wir aber darfür sorgen, dass nach weiteren 150 Jahren keine Armeetage mehr möglich sind. Das Ziel ist, an 50 Standorten in der Schweiz Unterschriften für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst und eine Schweiz ohne Armee zu sammeln. Das hiesst also für alle Regionalgruppen, SammlerInnen, Interessierte...: Schreibt euch den 12/13. Juni in eurer Agenda schon ein, diskutiert mit so vielen Leuten und Organisationen wie möglich, dass in eurer Region an diesen Tagen eine Vielzahl von Sammelständen stehen. Eben: Die Armee klammert sich in Frauenfeld und wir sind in der ganzen Schweiz.

Elektronische GSoA-Post

Die GSoA ist nicht nur über E-Mail zu erreichen (GSoA@gsoa.ch) und hat eine eigene Homepage (http://www. gsoa.ch), sondern wir verschicken auch Infos über einen E-Mail-Verteiler. Vor allem für Regionalgruppen ist das interessant, denn du bekommst Texte, Einladungen usw. als Textfile zum Weiterverwenden. Wenn du in Zukunft auch elektronische GSoA-Post bekommen willst, dann schick uns eine kurze Mail und wir nehmen dich in den Verteiler auf.