GSoA-Zeitung


Edition Nr.184

21,1 MILLIARDEN – DIE TEUERSTE ARMEEBOTSCHAFT ALLER ZEITEN

Trotz Corona-Pandemie, Wirtschaftskrise und fehlendem Rückhalt in der Bevölkerung – die Armee hat einen immensen Einkaufszettel für den unwahrscheinlichsten Fall durch das Parlament gebracht.

Die Armeebotschaft 2020 ist die teuerste aller Zeiten. Mehr als 21 Milliarden will das VBS in den nächsten vier Jahren zum Fenster rauswerfen. Neben den beantragten Krediten in der Höhe von 1’354 Millionen Franken für das Rüstungsprogramm 2020 sind in den nächsten Jahren zusätzlich sechs Milliarden für neue Kampfjets, zwei Milliarden für neue Bodenluft- Raketen und weitere sieben Milliarden für die Erneuerung der Bodensysteme eingeplant. Damit all dies möglich ist, wird das Budget der Armee um 1,4% pro Jahr erhöht. Dabei sind die geplanten Beschaffungen auf das unwahrscheinlichste Szenario ausgerichtet: den Kriegsfall. Dass die Schweiz von einem Nachbarland angegriffen wird, ist in etwa so wahrscheinlich wie ein Angriff aus dem All. Für viel wahrscheinlichere Risiken fehlt scheinbar das Geld. Mit neuen Kampfpanzern und Flugzeugen lässt sich der Klimawandel oder eine Pandemie nicht aufhalten – im Gegenteil. Panzer und Flugzeuge verschmutzen die Luft noch mehr und kosten so viel, dass für das Gesundheitswesen oder den Zivil- und Bevölkerungsschutz nur noch ein Applaus der Bevölkerung übrigbleibt. Es wird Zeit, dass wir uns auf die wirklichen Bedrohungen vorbereiten und nicht Milliarden für ein unglaubwürdiges Szenario aus dem Fenster werfen.