GSoA-Zeitung


Edition Nr. 178

Der Irrsinn Armee

An einige Zahlen im Zusammenhang mit dem «Irrsinn» Armee haben wir uns schon fast gewöhnt. Zum Beispiel, dass die Armee über ein jährliches Budget von fünf Milliarden verfügt und dieses auch verprasst. Andere Zahlen sind uns weniger geläufig. Zum Beispiel, dass im vergangenen Jahr 5,4 Millionen Diensttage geleistet wurden. Eine schockierende Zahl.

Wir dürfen davon ausgehen, dass Menschen mit ihrer Lebenszeit grundsätzlich etwas Sinnvolles tun wollen. Sei es im Beruf oder in der Freizeit, die Suche nach Erfüllung gehört zu uns. In krassem Widerspruch dazu steht die Tatsache, dass Männern jährlich 5,4 Millionen Tage gestohlen werden, in denen viele nicht das tun können, was aus ihrer Sicht Sinn ergibt. Nun darf man zwar davon ausgehen, dass für einen Teil der Armeeangehörigen, die von ihnen geleisteten Tage als sinnvoll beurteilt werden, ebenso darf man aber davon ausgehen, dass es sich dabei um die Minderheit handelt. Fakt ist, dass die allermeisten Armeeangehörigen Dienst leisten, weil sie das müssen und nicht, weil sie dies als sinnvoll erachten. Wer argumentiert, dass die Armeeangehörigen aber zum Beispiel im Bereich der Katastrophenhilfe viel Wertvolles leisten, dem sei in Erinnerung gerufen, dass dieser Anteil völlig unbedeutend ist. Im Jahr 2018 waren es 93 Tage oder 0.001 Prozent. Noch irrsinniger erscheinen diese 5,4 Millionen Tage, wenn wir diese Zahl ins Verhältnis zu anderen Zahlen setzen.

Kaserne ja, Vaterschaftsurlaub nein
So gibt es in der Schweiz beispielsweise nach wie vor keinen gesetzlichen Anspruch auf Vaterschaftsurlaub. In der Privatwirtschaft müssen ArbeitgeberInnen ihren Arbeitnehmer lediglich die «üblichen freien Stunden und Tage» für familiäre Ereignisse gewähren. Arbeitnehmer können von Ihren ArbeitgeberInnen nach der Geburt Ihres Kindes ein bis zwei freie Tage einfordern. Die Tatsache, dass ein Mann sein neugeborenes Kind nicht begleiten darf, gleichzeitig aber Wochen und Monate in der Kaserne verbringen muss, ist einfach nur sinnlos. Wenn wir uns überlegen, was die Schweiz bewirken könnte, wenn diese 5,4 Millionen Diensttage in sinnvolle Tätigkeiten investiert würden, dann wird uns die gewaltige Verschleuderung von Ressourcen noch klarer vor Augen geführt. Jährlich 5,4 Millionen Tage für Umweltschutz, humanitäre und soziale Projekte wäre eine Grösse, die einiges ermöglichen würde. Zudem könnten damit erst noch Schäden verhindert werden, welche die Armee anrichtet. Beispielsweise verursachte die Armee nach eigenen Angaben allein im Jahr 2018 «Landund Sachschäden» von 1,6 Millionen Franken. Unter «Land- und Sachschäden» fasst die Armee Personen-, Tier-, Wald-, Land- und andere Sachschäden zusammen.
Fazit: Die 5,4 Millionen Diensttage, welche sich die Schweiz für den Irrsinn Armee leistet, sind nicht nur aus finanzieller Sicht unverantwortlich. Sie sind auch irrsinnig, weil Menschen Lebenszeit gestohlen wird, die sie sinnvoll gestalten könnten. Die Abschaffung der Armee ist auch aus diesem Grund im Jahr 2019 eine sinnvolle Forderung. Der Kampf gegen den Irrsinn Armee bleibt Pflicht.