GSoA-Zeitung


Edition Nr. 175

Endlich uneingeschränkt am Tod verdienen

Die RUAG will viel Geld verdienen am Geschäft mit dem Tod. Lästig sind deshalb alle Gesetze und Verordnungen, die sie daran hindern. Nun scheint sich aber für die Rüstungsschmiede eine Lösung abzuzeichnen, welche ganz in ihrem Sinne sein dürfte

Die RUAG, zu 100 Prozent im Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft, führte in den letzten 20 Jahren eine enorm aggressive Expansionsstrategie durch. So kaufte sie Firmen in Australien, den USA, Ungarn, den Vereinigten Arabischen Emiraten und will nun eine Munitionsfabrik in Brasilien bauen. Dieser Umstand führte selbst bei bürgerlichen PolitikerInnen zur Frage, wer denn nun eigentlich kontrolliere, dass die Schweizer Exportkontrollen bei diesen Auslandniederlassungen eingehalten werden. Das Seco sieht sich dafür nicht zuständig und das VBS sieht den Verwaltungsrat der RUAG in der Pflicht. Das Problem dabei ist, dass im RUAG-Verwaltungsrat kein einziger Vertreter des Bundes sitzt. Der Bundesrat will dieses Problem nun aus der Welt schaffen, indem er die RUAG in eine nationale und eine internationale Gesellschaft
aufteilt. Das internationale Geschäft könnte eines Tages verkauft werden und dieser internationale Teil müsste sich nicht an die Schweizer Kriegsmaterialexportregeln halten. Den Finanzchef der RUAG würde es freuen. Endlich könnte man sich den lästigen Widersprüchen entledigen und noch hemmungsloser am Geschäft mit dem Tod verdienen. Fazit: Wenn rüstungsfreundliche PolitikerInnen und die RUAG zusammenspannen, zeigt sich einmal mehr diese hässliche und menschenverachtende Fratze. Abscheulich.