GSoA-Zeitung


Edition Nr. 176

Hinter den Kulissen

Anfang September durfte ich die GSoA in einer SRF-Arena vertreten. Das Thema war der skandalöse Entscheid des Bundesrates, Waffenexporte in Bürgerkriegsländer zuzulassen.

Die Nervosität vor einem Arena-Auftritt ist nicht wegzudenken. Was, wenn man etwas Falsches sagt? Wenn man auf eine Frage des Moderators keine gute Antwort bereit hat? Doch beginnen wir von vorne. Der immense Druck aus der Bevölkerung gegen den Entscheid des Bundesrates, hat dazu geführt, dass die SendungsmacherInnen der SRF-Arena am 7. September zum Thema «Schweizer Waffen in Bürgerkriegsländer?» eingeladen haben. Als Vorbereitung habe ich alle meine Argumente auf einer A4-Seite festgehalten, mit anderen GSoA-SekretärInnen potentielle Fragen geübt und natürlich angemessene Kleidung organisiert.
Kaum im Fernsehstudio angekommen, war ich schnell fertig geschminkt und musste auf den Beginn der Sendung warten. Bereits im Aufenthaltsraum anwesend: Urs Loher, CEO von Rheinmetall Air Defence, einer Rüstungsfirma aus Zürich. Wenig später gesellten sich Claudio Zanetti (SVP) und Josef Dittli (FDP) zu uns. Gemeinsam tranken wir je ein Glas Wasser und redeten wenn möglich nicht über Waffenexporte. Erst kurz vor Sendungsbeginn tauchten noch Rosmarie Quadranti (BDP) und Tiana Angelina Moser (glp) auf – welche dann auch während der Sendung eine sehr willkommene Unterstützung darstellten.
Die Kamera lief gerade einmal ein paar Sekunden und schon war ich nicht mehr nervös, sondern vielmehr genervt über den ersten Satz der Befürworter. Man schaue sich jedes einzelne Gesuch genau an, hiess es mantramässig aus der rechten Ecke. Ich wehrte mich gegen diese bürokratische Darstellung der Schweizer Waffenexporte, erwähnte diverse Skandale der letzten Jahre und rief dazu auf, dem Bundesrat bei seinem Vorhaben die rote Karte zu zeigen. Nach der Sendung kamen drei mutmassliche SVP-WählerInnen aus dem Publikum auf mich zu: «Herr Lempert, die GSoA finden wir gar nicht gut, aber bei dieser Sache, da haben Sie recht!» Da wusste ich, dass ich mit dem Auftritt zufrieden sein konnte.