GSoA-Zeitung


Edition Nr.182

«War in Yemen – Made in Europe»

Während grosse Teile der Welt die Ankunft des Coronavirus mit voller Wucht erlebten, jährte sich am 25. März der Beginn des Jemenkrieges zum fünften Mal. Die GSoA beteiligte sich darum an einem europaweiten Aktionstag.

Seit 2015 herrscht im Land ein blutiger Krieg, der direkt beinahe 100’000 Tote gefordert hat, darunter mindestens 12’000 ZivilistInnen das Leben gekostet und dazu geführt hat, dass 24 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Schutz vor Bomben und Nahrung aufzutreiben lauten hier die Prioritäten anstatt Social Distancing und Hände waschen. Ein vergessener Krieg, der in den letzten Wochen noch mehr in Vergessenheit geriet als vorher. Um trotz der aussergewöhnlichen Situation in Europa den öffentlichen Druck auf die Politik hoch zu halten und diese unhaltbare Situation anzuprangern, wurde auch dieses Jahr der Aktionstag zum Jemenkrieg durchgeführt – und zwar online. Friedenspolitische und Menschenrechts-Organisationen aus ganz Europa haben am Online-Aktionstag teilgenommen, unter dem Titel «War in Yemen – Made in Europe».Denn Europa und auch die Schweiz tragen eine grosse Mitverantwortung an dieser Tragödie: Seit Jahren exportieren europäische Länder Waffen im Wert von mehreren Milliarden Euro in die Region. Allein im ersten Quartal 2020 genehmigte das Seco Waffenexporte für knapp eine Million Schweizer Franken nach Saudi-Arabien, das die Militäroffensive im Jemen anführt. Auch Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate, welche ebenso im blutigen Jemen-Konflikt involviert sind, wurden mit Schweizer Rüstungsgütern beliefert. Menschen in ganz Europa wurden somit aufgerufen, Fotos von sich mit Forderungen wie «Keine Unterstützung der von Saudi-Arabien angeführten Kriegskoalition!» oder «Stoppt die Waffenexporte in den Jemen-Krieg!» in den sozialen Medien zu teilen. Auch die GSoA hat an der Aktion teilgenommen, um den Schweizer Waffenhandel und das heuchlerische Verhalten der politischen Mehrheit zu kritisieren. Wie immer mit der Hoffnung, dass dieses das letzte Jahr sein wird.