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Ostermarsch 2004

Zum zweiten Mal fand diesen Ostermontag der Ostermarsch statt. Organisiert wurde er von der GSoA zusmman mit dem Service Civil International SCI, Jugend gegen Krieg und kirchlichen Kreisen. Im Eichholz wurden die 500 TeilnehmerInnen mit Alphornklängen eingestimmt und dann von Louise Schneider von der GSoA begrüsst.

Der Aare entlang ging der Marsch zum Berner Münster. Dort angekommen wurde der Umzug mit Musik der Band Fango begrüsst. Es folgten Reden der Schriftstellerin Irena Brezna zu Tschetschenien, Marianne Müller, SCI. Nach einem musikalisches Intermezzo der Palästinenserin Kamilya Jubran, begleitet von Werner Hasler sprachen der Synodalratspräsident Samuel Lutz und Rahel Ruch von Jugend gegen Krieg. Zum Abschluss stellte Reto Gasser von der GSoA sein Kunstwerk vor.

 

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Ostermarsch 12. April 2004 - Louise Schneider, GSoA

Liebe Leute

Vor einem Jahr am Ostermontag waren wir auch hier versammelt. Der letzjährige Wahlspruch lautete «Eine friedliche Welt ist möglich».

Ein Jahr ist seither vergangen. Und wie steht es nun mit friedlichen Welt? Sie ist nicht friedlicher sondern kriegerischer, grausamer und in weiten Teilen unsicherer geworden. Aus Israel, Palästina, Tschetschenien, Somalia, Albanien, Serbien und anderen Orten erreichen uns schreckliche Nachrichten. Im Irak ist der Krieg in den letzten Tagen neu entflammt und terroristische Anschläge auf zivile Einrichtungen lassen uns erzittern.

Müsste ob all dem Schrecklichen unser Glaube und unsere Hoffnung für eine friedliche Welt nicht so erschüttert sein, dass wir resignieren und kleinmütig gar nicht mehr wagten Parolen wie am diesjährigen Ostermarsch zu verkünden?

«Gewalt überwinden» so lautet das Motto heute. Fast tönt es wie ein Befehl. So steht manch eine und einer vor dieser Aufforderung und fragt sich, wo er oder sie damit anfangen soll und kann. Wo begegnen wir eigentlich der Gewalt? In welchen Bereichen des Alltags ist Gewalt gegenwärtig? Kommt sie denn immer gewaltig daher oder versteckt sie sich klammheimlich hinter systems- und gesellschaftsrelevanten Wörtern und Begriffen? Zum Beispiel «Humankapital das nicht rentiert», «Gewinnmaximierung», «freie Marktwirtschaft», «Privatisierung öffentlicher Dienste», «Entzug von Fürsorgegeldern» und anderem mehr?

Gewalt ist nicht nur auf den viel beklagten Pausenplätzen und den Schlachtfeldern zu finden. Sie ist allgegenwärtig. Deshalb braucht es aufmerksame Augen, offene Ohren um sie zu erkennen und einen wahrhaftigen Mund, der die Gewalt beim Namen nennt. Dass Ihr heute trotz Kälte und grauem Wetter den Weg hierher nicht gescheut habt, freut uns sehr. Ihr beweist damit, dass Ihr gewillt seid, trotz vielen entmutigenden Nachrichten, die Hoffnung und den Glauben an mögliche Veränderungen nicht aufzugeben und in der Gemeinschaft mit andern Menschen einen Weg dafür zu suchen und zu begehen.

In diesem Sinne begrüsse ich Euch alle im Namen der VeranstalterInnen ganz herzlich.

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Irena Brezna, Schriftstellerin

Liebe Freundinnen und Freunde,

Europa überwindet seine östlichen Grenzen. Ich stamme aus einem Land, das vier Jahrzehnte lang hinter dem Eisernen Vorhang lag und nun in die EU kommt. Wenn die westlichen Politiker weiter nach Osten gehen, die Scheu auch vor Russland ablegen, ist dies Friedensarbeit. Und doch nicht. Denn die neue Russophilie betrifft einen Mann, der aus einem kleinen kaukasischen Land Steinwüste gemacht hat, der im Oktober 1999 vom Kaspischen Meer Präzisionsraketen Zemja-Zemja abfeuern liess, die Hunderte von tschetschenischen Marktfrauen in den Ruinen von Grosny zerfetzten. Russland warf von der Genfer Konvention verbotene chemische und biologische Waffen auf die einzigartige Flora und Fauna im Nordkaukausus ab - Entlaubungsmittel, Phosphor wie auch Vakuumbomben, die im grossen Umkreis die Lungen zerreissen. Die russische Regierung bestreitet dies bis heute. Ich habe 1996 eine explodierte Vakuumbombe im Dorf Samaschki gesehen und den Abwurf von Napalm über dem Dorf Sernowodsk erlebt. Die russische Armee benützte regulär von der Weltgemeinschaft verpönte Damm -Dammgeschosse, die solange durch den Körper wandern, bis der Mensch qualvoll stirbt.

Die Liste der Kriegsverbrechen in diesem Kolonialkrieg ist lang und wird täglich länger. Kein Kriegstribunal zu Tschetschenien fand statt, der offizielle Westen konfrontiert den russischen Präsidenten nicht mit Zahlen wie diesen: 25% der tschetschenischen Bevölkerung ist in den beiden Kriegen seit Dezember 1994 umgekommen und 30% ist zu Flüchtlingen geworden. Das weniger als eine Million zählende Volk hat inzwischen zehntausende Kriegsinvalide, ob durch Minen, Granaten oder Folter. Tschetschenien ist das mit Minen drittverseuchteste Land der Welt. Die tschetschenische Menschenrechtlerin Zainap Gaschajewa hat Namenslisten von Voll- und Halbwaisen, einigen bringt sie Hefte, etwas Mehl, Tee und Zucker, sie schätzt ihre Zahl auf 60 000. Es gibt keine tschetschenische Familie ohne Tod und Verstümmelung.

Die EU hat wiederholt die russische Regierung, ob unter Jelzin oder Putin mit Milliarden sogenannter Demokratisierungshilfe vollgepumpt, während Grosny und hunderte von Dörfern bombardiert wurden - mitfinanziert von den westlichen Steuerzahlern. Herr Putin hat im Einverständnis der westlichen Demokraten, die mit ihm gerne per Du sind und ihren Urlaub mit ihm verbringen, die Jagd auf die sogenannten tschetschenischen Terroristen für eröffnet erklärt. Der russische Kampf gegen den Terrorismus bedeutet, dass meist junge tschetschenische Männer willkürlich verhaftet und in zahlreichen sogenannten ?Filtrationslagern? gefoltert werden dürfen, es bedeutet ?Zatschistki?, Säuberungen, das heisst, dass im Morgengrauen maskierte Angehörige von Spezialeinheiten Zivilisten aus ihren Häusern verschleppen und später den Familien die verstümmelten Leichen für hohe Preise in US Dollars zum Verkauf anbieten. Ueber 80 000 Soldaten, Angehörige der Polizei-, des Geheimdienstes FSB, der OMON-Einheiten sind in einem Land mit einer Bevölkerung von etwa 400 000 Menschen stationiert. In einer straflosen Zone, zu der weder internationale Beobachter noch Helfer und keine Medienleute freien Zutritt haben.

Die russische Menschenrechtsorganisation Memorial berichtet von regelmässigen Vergewaltigungen, von monatlich Dutzenden Verschwundenen, von Plünderungen. Ich habe bei meinen Besuchen in Tschetschenien Panzerwagenkolonnen beladen mit Möbeln, Teppichen, Elektrogeräten gesehen. In jedem durchwühlten Bauernhaus hat sich die Besatzungsarmee bedient, in den Ställen Kühe, Schafe im Wodkarausch abgeknallt. Die tschetschenischen Bauern lieben ihre Tiere genauso wie die Schweizer Bauern. Mit dem Tod der Tiere wird ihnen auch die Lebensgrundlage entzogen. Der Krieg, das sah ich in jedem Dorf, bedeutet sinnlose Gewalt auch gegen Tiere, es bedeutet Respektlosigkeit der ganzen Umwelt gegenüber. Diese Soldaten, die von ihren Vorgesetzten eine Lektion in triumphierender Zerstörung und Straflosigkeit bekommen, kehren kriminalisiert, verstört nach Hause. Der Gatinnenmord hat sich in den letzten Jahren in Russland vervierfacht. Es sind diese Tschetschenienrückkehrer, die mit ihrer Agression nicht umgehen können, sie werden mit ihren Symptomen alleine gelassen, ihre eigene Gesellschaft stösst sie aus.

Und die tschetschenische Jugend wächst in der Atmoshäre der Willkür, der perversen Brutalität auf, manche binden sich Sprengstoff um die Taille und tragen die Antwort auf Wunden, die ihrer Familie, ihrem Land angetan wurden, nach Russland zurück. Die Todessehnsucht ist die Begleiterin des Krieges. Die Selbstmordatentate sind ein neues Phänomen in der tschetschenischen Kultur. Sie sind Flaschenpost aus einem Konzentrationslager. Immer mehr von diesen gefährlichen Botschaften werden ans Ufer gespült. Wir sollten sie richtig lesen lernen. Die westlichen Politiker wissen, was in Tschetschenien geschieht, doch sie argumentieren, dass die Kritik an Russland kontraproduktiv sei, dass man Russland nicht isolieren dürfe. Sie verbünden sich mit einer Kraft, die Russland schadet, statt jenen Russinnen und Russen behilflich zu sein, die mutig gegen Putins Militarisierung, gegen seine Zensur der freien Medien, gegen den autoritären Persönlichkeitskult arbeiten. Diese dünne Bevölkerungsschicht ist das Gewissen Russlands. Russland zu achten, Russland ins gemeinsame Europa einzubeziehen, soll bedeuten, von Russland Achtung vor dem Anderen zu verlangen und bei Menschenrechtsverletzungen unnachgiebig zu sein, nicht Lügen, die Menschenleben fordern, als Kompromisse zu akzeptieren, nicht ein uraltes kaukasisches Volk kurzsichtig, amoralisch den Wirtschaftsinteressen zu opfern. Es kann kein demokratisches Russland geben, solange im Kaukasus Völkermord verübt wird.

Die Weltgemeinschaft muss forden, dass Tschetschenien für Medien, humanitäre Hilfe und internationale Beobachter geöffnet wird. UNO-Truppen sollen die russischen Truppen ablösen, ein funktionierendes Gerichtswesen soll etabliert werden. Tschetschenische Menschenrechtler und Menschenrechtlerinnen sowie die Vertreter der kämpfenden Partei sollen bei Entwürfen über eine tschetschenische Zivilgesellschaft mitreden. Ein Kriegstribunal soll die Verbrechen untersuchen, der Begriff Völkermord soll für Tschetschenien anerkannt werden. Tschetschenien ist ein Teil Europas, die Sicherheit der tschetschenischen Zivilbevölkerung ist auch ein Teil unserer Sicherheit. Kein Schweigen mehr zu Tschetschenien!

Irena Brezna stammt aus der Slowakei und lebt als Schriftstellerin in Basel. Sie war Kriegsberichterstatterin in Tschetschenien und setzt sich mit Texten gegen den Krieg ein. In ihrem letzten Buch «Die Sammlerin der Seelen», «Unterwegs in meinem Europa», erschienen 2003 beim Berliner Aufbau-Verlag, thematisiert sie auch diesen Kolonialkrieg. Mehr Informationen über Irena Brezna und ihre Bücher sind unter www.brezna.ch zu finden.

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Marianne Müller, SCI

Gewalt überwinden

 1919: Esnes, in der Nähe des elsässischen Verdun. Pazifisten aus der Schweiz aus Österreich, Grossbritannien und aus den damals verfeindeten Ländern Deutschland und Frankreich bauen gemeinsam die zerstörte Stadt wieder auf. Wiederaufbau und Versöhnungsarbeit- Gewalt überwinden konkret. Eine Pioniertat und die Geburtsstunde des Service Civil International.

Die Grundidee des SCI:

Durch das Zusammenleben und Zusammenarbeiten von Freiwilligen aus verschiedenen Ländern wird Kulturaustausch und gegenseitiges Verständnis gefördert.

Der SCI verfügt heute über 35 Länderzweige und etwa 50 Partnerorganisationen. Er organisiert jährlich über 600 Workcamps und Studiencamps weltweit. In all diesen Camps unterstützen Freiwilligengruppen mit 10-15 Personen soziale, ökologische oder friedensfördernde Projekte. Ein paar Beispiele:

  • Italien-in einem Ferienhaus für Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen werden mit den Kinder Aktivitäten im Haus, am Strand und im Wasser durchgeführt
  • Belgien-Freizeitgestaltung für 6-18 jährige Kinder und Jugendliche in Aufnahmezentrum für Asylbewerber
  • Finnland-Renovation eines Jugendzeltplatzes
  • Russland-Pflegearbeiten in Naturschutzpark und Renovation einer Schule
  • USA-Mithilfe in Notunterkunft für Obdachlose
  • Japan-verschiedene Arbeiten auf biologischer Teefarm

Durch das Organisieren von internationalen Workcamps setzt sich der SCI für Friedensarbeit mit einen gewaltfreien Hintergrund ein und setzt in seinen Projekten an der Basis an. Der SCI ist überzeugt, dass sich Menschen nicht mit Gewalt bekämpfen, wenn sie sich mit verschiedenen Kulturen auseinandergesetzt haben. Sie treten für Gewaltfreiheit ein, wenn sie einen Freundeskreis über Landesgrenzen hinweg aufbauen.

November 1999: 8 Monate nach Beginn des Krieges in Kosova, die Mehrheit der albanischen Flüchtlinge aus den Flüchtlingslagern in Albanien und Mazedonien ist wieder zurückgekehrt, viele Vermisste und Tote, auch die Zerstörung an Hab und Gut ist riesig, für die zahlreichen Kinder und Jugendlichen gibt es keine sinnvolle Freizeitbeschäftigung die Idee für ein Community Building Projekt des SCI Schweizer Zweiges im Kosova entsteht rund 80 Jahre nach Esnes ein Rückbesinnen zu den Anfängen des SCI.

In der darauf folgenden Zeit baute der SCI Schweizer Zweig mit Unterstützung der GSOA in der stark zerstörten Kleinstadt Vushtrri (albanisch)/ Vucitrn (serbisch) ein Kinder- und Jugendprojekt auf. Langzeitfreiwillige v.a. aus der Schweiz begleiteten eine Gruppe lokaler Jugendlicher beim Organisieren und Durchführen von Kleinprojekten und dem Sommerferienprogramm für Schulkinder. Das Sommerferienprogramm wurde jeweils als internationales SCI Workcamp durchgeführt. Freiwillige aus Norwegen, Frankreich, Italien, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Grossbritannien, Japan und China setzten sich vor Ort nebst der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen intensiv mit der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lage Kosovas auseinander und hatten die Möglichkeit Land und Leute im Kosova selber kennen zu lernen. Gewalt überwinden heisst auch Verständigungsbrücken aufbauen über kulturelle Grenzen hinweg.

Vor gut 2 Wochen: Gewalteskalation in verschiedenen Orten Kosovas und wieder Tote und Verletzte.

Kurz zuvor war ich das letzte Mal vor Ort. Mein erstes Gefühl: riesige Frustration, Angst und und die Frage: War die Friedensarbeit der letzten Jahre umsonst? Ist all das mühsam Erarbeitete in kürzester Zeit zerstört worden?

Vorerst war ich froh diese Gewaltwelle nicht vor Ort miterlebt zu haben. Erst im Nachhinein wurde mir meine Schwäche bewusst. Denn je schwieriger die Zeit, desto wichtiger ist für die Bevölkerung einer Krisenregion der Kontakt zur Aussenwelt. Umso wichtiger sind auch die kleinen Inseln von Friedensarbeit in ihrem Umfeld, damit die Bevölkerung die Hoffnung nach einer friedlicheren Umwelt und ihre Motivation sich dafür einzusetzen nicht verliert.

Einige Tage nach den Gewaltmeldungen erhielt ich Nachrichten, welche mir wie eben gesprossene Pflanzen in der Wüste erschienen Hoffnungsträger für eine friedlichere Zukunft: 2 jugendliche Albaner planen ein multiethnisches Radio zu gründen und Albaner beschützten ein Romadorf gegen Übergriffe.

In diesem Sommer plant der SCI 3 Workcamps in Kosova:

das bewährte Sommerferienprogramm in Vushtrri, das Mitgestalten einer Kindertheatertournée und ein Musikfestival in der geteilten Stadt Mitrovica

Der Wiederaufbau nach Gewalteskalationen ist ein sehr langer und sehr steiniger Weg und benötigt viel finanzielle, aber ebenso ideelle Mittel und persönliches Engagement.

Vor dem Ausbruch des Irakkrieges im letzten Jahr gab es weltweit einen grossen Aufschwung in der Antikriegsbewegung mit vielen Kundgebungen und Grossdemonstrationen.

Die Forderung nach Konfliktlösungsstrategien nicht bzw nicht nur militärischer Art wird immer stärker. Der SCI beteiligt sich aktiv an dieser Bewegung.

Im letzten Herbst organisierte der SCI Schweizer Zweig als Ausdruck dafür ein No-More-War-(Nie-Mehr-Krieg)Studiencamp. Schwerpunkte waren dabei Friedenspolitik, Menschenrechte, Antimilitarismus, Medien und Krieg/Antikrieg/Nachkrieg, gewaltfreie Konfliktlösung und gewaltfreier Widerstand. Dieses Studiencamp wird auch dieses Jahr wieder durchgeführt.

Gewalt überwinden heisst Vertrauens- und Versöhnungsarbeit zu leisten und Verständigungsbrücken zu bauen über kulturelle Grenzen hinweg.
Gewalt verhindern heisst, für die Menschenrechte einzustehen und sich z.B. gegen den Kahlschlag in der Asylpolitik zu stellen, auch in der Schweiz.
Gewalt verhindern heisst, sich für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen.

Informationen zum SCI und Camp-Programm www.scich.org

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Wameedd

Wameedd is a dynamic and symbiotic creational process between Kamilya Jubran and Werner Hasler. In the unique opportunity of their meeting, Kamilya and Werner started an experiment with no definition, nor an intended destination. They both have different roots yet their central current worlds meet. At every meeting, Kamilya and Werner experiment and go to a different orbit as they get inspired with the questions that mobilize their imagination. Every outcome becomes consistent with strong and new meanings yet at the same time associated with the simplicity of sound .It is an open communication with less cultural preconceptions .This is a smooth outcome of Kamilyas voice quality and its limitless utility, Arabic words, Arabic phonemic rhythms and Kamilyas compositions. It is also an outcome of the roots of Werners vocal instrument, his own melodies and his unique lead in electronic music. They both come in on common grounds with a common vision of the world and a shared knowledge of how to communicate with it. The outcome at every meeting is fragile, uncertain, yet at the same time expressive and definitive. Kamilya and Werner continue questioning and moving in unwalked territories towards a horizon they have not experienced before. This creation may result in a unique alchemy in a harmonious universe and may become a distinctive language of art which is hard to name.

Kamilya Jubran

is born in 1963 in Aakka, to Palestinian parents who are from Al-Rameh- a northern Palestinian village in Al-Jaleel. Elias Jubran, Kamilyas father, an authentic instrument maker and a music teacher; was her first source of musical education. From the age of four, Kamilya started learning and interpreting the classical Arabic Egyptian repertoire.. In 1982; she joined the Palestinian musical group Sabreen in Al-Quds-Jerusalem .For twenty years, Kamilya was Sabreens lead singer/ performer, Qanoon and other oriental instruments player, and partner in the production of four albums which Sabreen toured with in Palestinian cities and in many other cities in the world. The period Kamilya lived with Sabreen represents a deep and dynamic process that created a new style of a unique modern Arabic song. At the end of 2002, Kamilya premiered her production Mahattaat2 from Bern, which she toured with for one year, in many European and Egyptian cities. Kamilya Jubran is a singer-composer, inspired by classical Arabic music, traveling through alternative worlds, and searching for new dimensions in artistic freedom.
www.kamilyajubran.com

Werner Hasler

is born in 1969 and now living in Bern, Switzerland. Werner Hasler studied music (trumpet) at Swiss Jazz School of Bern. He toured and recorded with bands such as Nits, Tonus, William Bell, and Eddy Floyd. Since 1997, Werner Hasler runs his own band: Manufactur (www.manufactur.ch) where he develops his own style of audio researched electronic music. Recordings: Manufactur #1 (Manufactured Audio/RecRec) Manufactur #2 (Braincells Records, RecRec). Werner Hasler was a soloist in the Swiss Pavilion of the World Expo 2000 in Hanover, performed electronic live music and trumpet with the Ballet of Stadttheather Bern in 2001; and in 2002 toured with Kamilya Jubran on Mahattaat. Werner Hasler is currently recording with the Japanese sound designer Sunao Inami;, and working on a new recording and repertory of Manufactur.

Wamedd

Wamedd means Stations. It is an audio visual production of Kamilyas musical existences with French and Swiss artists .It toured in Europe and Egypt form Oct 2002 to December 2003.

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Rahel Ruch, Jugend gegen Krieg

Liebe Friedensbewegte

Mitte März 2003 sind weltweit hundert tausende von Menschen auf die Strasse gegangen und haben gegen den Krieg im Irak demonstriert. Heute, ein Jahr später herrscht im Irak immer noch Chaos und Gewalt. Unter dem Vorwand, Frieden und Demokratie herbeiführen zu wollen, haben die USA mit Waffengewalt ihre wirtschaftlichen und neoimperialistischen Interessen durchgesetzt. Es ist weiterhin unfassbar, wenn wir hier mitbekommen, auf welchen Grundlagen Entscheidungen gefällt wurden, wie die Vorkriegspolitik vonstatten ging, aber auch, wie es jetzt um den Irak und seine Bevölkerung steht. Die Leidtragenden waren dabei wie immer im Krieg die Unschuldigen. Nicht umsonst gibt es die Redewendung; Krieg ist, wenn Menschen die sich nicht kennen, sich umbringen im Dienste von jenen, die sich kennen, sich jedoch nicht umbringen.

Irak ist nicht das einzige Beispiel. Er ist nicht das einzige Beispiel wo Menschen sterben, weil Stärkere ihre Machtinteressen, ihre Hegemonieansprüche immer noch weiter ausbauen. Kinder, die täglich 18 Stunden Schuhe zusammennähen, die wir später für einen Spottpreis im Grossverteiler erstehen sind ebenso Realität wie Frauen, die sich prostituieren müssen weil sie sonst nicht überleben können oder denen ein luxuriöses Leben vorgegaukelt wird, ein Traum, der einzig und allein für die reichen Drahtzieher im Hintergrund wahr ist. Das ist Gewalt, das ist Krieg, auch wenn Panzer und Gewehre vielleicht nicht immer mit im Spiel sind. Der Krieg der Armen gegen die Reichen wird Tag für Tag geführt. Und er ist grausam.

Gewalt ist aber nicht nur in weiter Ferne Realität. Gewalt ist auch hier in der Schweiz. Jedes Jahr sterben hier 40 Frauen an den Folgen häuslicher Gewalt. Und erst langsam festigt sich die Ansicht, dass genau diese Gewalt nicht einfach Privatsache ist, sondern es Aufgabe der Öffentlichkeit ist, Massnahmen gegen sie zu ergreifen. Auch das zeigt, dass Gleichstellung auch hier noch immer nicht verwirklicht ist. Jüngster Beleg dafür waren die skandalösen Bundesratswahlen letzten Dezember. Auch das ist Gewalt.

Ein anderes Beispiel sind die Sans-Papiers. Vor drei Jahren waren sie dank engagierten AktivistInnen in aller Munde heute spricht niemand mehr von ihnen. Alle wissen, dass es sie gibt, Menschen, die unter uns leben, die es aber eigentlich nicht geben dürfte und die unter härtesten Bedingungen in der reichen Schweiz arbeiten. Es macht mich wütend, wenn ich die betroffene Heuchelei derjenigen höre, die selber gut dastehen, die aber niemals etwas gegen die Ausbeutung der Papierlosen unternähmen.

Gewalt wird vorgelebt. Trotzdem ist alle Welt überrascht, wenn Jugendliche gewalttätig werden. Wir wachsen in dieser Welt auf, in der alles durchgesetzt werden kann, wenn nur genügend Kapital und genügend Einfluss vorhanden ist. Wir wachsen in dieser Welt auf, in der Solidarität und der Gedanke von Gerechtigkeit und Gleichberechtigung dort wo Entscheidungen getroffen werden, keine Rolle spielen. Wir wachsen in dieser Welt auf, in der Individualismus gepredigt, Egoismus gelebt und Konsum verherrlicht wird. Gleichzeitig steigen Jugendarbeitslosigkeit und Perspektivemangel, es wird an allen Ecken und Enden gespart, wenn es um Soziales oder Bildung geht, es werden Gleichstellungsbüros angegriffen, alles darf nichts kosten und muss schnell und effizient sein. Und weiter kommen nur die Besten. Aber es wird schöngeredet und relativiert. Bis es zum äussersten kommt. Das heisst: Die Schweiz hat eine der höchsten Jugendsuizidraten. Oder dann richtet sich die Gewalt nicht gegen sich selbst sondern gegen andere. Das nennt man dann das neue Phänomen der Jugendgewalt, das in der Presse breitgeschlagen wird. Muss es so weit kommen bis jemand aufhorcht?

Ich sprach von leeren Kassen und Sparpolitik auf Kosten der Schwachen. Man fragt wo dieses Geld hinfliesst. Noch immer gibt die Schweiz mehr Geld aus für die so genannte Landesverteidigung als für Bildung. Ist das denn friedensfördernde Politik? Ich fordere Friedenserziehung in den Schulen anstatt neue F/A 18-Flieger!

Stattdessen beschloss das Parlament vor einigen Wochen, die Rüstungszusammenarbeit mit Israel weiter zu verfolgen, obwohl sich Israel nicht an die Genfer Konvention hält, die es unterzeichnet hat. Ist denn das Engagement für den Frieden? Ich finde es erschreckend, wie doppelzüngig die Politik unserer Regierung ist einerseits wird betont, wie sehr sich die Schweiz für humanitäre Zwecke engagiere andererseits wird der Profit über das Durchsetzen von Menschenrechten gestellt.

Vor einem Jahr wurde die neue Friedensbewegung hochgejubelt. Jetzt stellt sich langsam die Frage, wohin hat sie uns denn geführt, diese Anti-Kriegs Bewegung? Was haben wir denn erreicht? Den Irakkrieg konnten wir nicht verhindern. Die sowohl wirtschaftlich als auch politisch expansionsorientierte US-Amerikanische Politik bisher auch nicht. Trotzdem bin ich überzeugt, dass sie uns etwas gebracht hat. Es ist übertrieben zu sagen, die Anti-Kriegs Bewegung habe die Schweizer Jugend massenweise politisiert. Aber es ist Fakt, dass viele Jugendliche, gerade in meinem Alter sensibilisiert wurden. Es haben sich Organisationen gebildet, funktionierende Netzwerke an Schulen. Jüngster Streich war der SchülerInnen und Studierendenstreik gegen den Bildungsabbau, der nur dank diesen Vernetzungen in diesem Masse durchgeführt werden konnte. Dieser Krieg HAT die Menschen aufgeweckt. Und auch wenn sich ein Jahr später nicht mehr Tausende auf den Strassen tummeln, war es ein Anfang. Ein Anfang oder eine Fortsetzung des alten gemeinsamen Kampfes für eine gerechte Welt.

Diese Erkenntnis lässt hoffen.

1986 sagte Max Frisch: Ein Aufruf zur Hoffnung ist heute ein Aufruf zum Widerstand! Für mich gilt dieser Satz heute mehr denn je; deshalb: Gehen wir weiterhin auf die Strasse, organisieren wir uns, setzen wir uns gemeinsam ein für Frieden, für Gerechtigkeit!

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