Medienmitteilung


20’000 Menschen an Friedensdemonstration in Bern

Bei einer Friedensdemonstration in Bern haben sich heute 20'000 Menschen eingefunden, um ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zum Ausdruck zu bringen. Zur Demonstration aufgerufen hatte eine breite Allianz von Bewegungen, Organisationen und Parteien.

Angesichts des russischen Angriffskrieges rief eine breite, friedliche Allianz von Bewegungen, Organisationen und Parteien unter der Koordination der Jungen Grünen und Campax heute in Bern zu einer bewilligten Friedensdemonstration auf. Damit wurde die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zum Ausdruck gebracht.

Anna Jikhareva, Journalistin bei der Wochenzeitung WOZ, berichtete über die Situation vor Ort und die zivilgesellschaftlichen Aktivitäten in Russland und der Ukraine: „Es ist wichtig, nicht nur über Geopolitik und Machtblöcke zu sprechen. Sondern über die Menschen. Wir müssen ihre Perspektive ins Zentrum rücken. Und unser Möglichstes tun, um ihnen zu helfen. Dass wir hier so zahlreich stehen, ist ein Anfang.“ Sasha Volkov, ukrainisch-schweizerischer Doppelbürger, findet dafür klare Worte: “Da der grosse heisse Krieg bereits im Gange ist, reichen die Worte der Unterstützung nicht aus. Den Worten müssen konkrete Taten folgen: jegliche Handelsbeziehungen mit Putins Russland müssen sofort unterbrochen werden! Keinen Franken dem Aggressor!”

Dem pflichtet auch Julia Küng, Co-Präsidentin der Jungen Grünen bei: “Die Schweiz darf nicht länger tatenlos zuschauen. Die reichen und mächtigen Kriegstreiber haben Gelder und Konzerne in der Schweiz. Stoppen wir sie.” Weiter ergänzt sie: “Empfangen wir alle Menschen, die Schutz suchen, mit offenen Armen in der Schweiz.”

Eine zentrale Forderung der Allianz besteht darin, dass der Bundesrat jetzt die nötigen Vorkehrungen trifft, damit so rasch als möglich mindestens 10’000 Schutzsuchende aus der ukrainischen Krisenregion in der Schweiz aufgenommen werden können und die Unterstützung von geflüchteten Menschen innerhalb der Ukraine gesichert ist. Saule Yerkebayeva, Aktivistin beim Migrant Solidarity Network, weiss aus eigener Erfahrung, wie gefährlich die Flucht nach Europa ist: “Wir selbst sind Geflüchtete, die alles verloren haben, die Verfolgung durch die Behörden oder Krieg ertragen mussten. Unsere gemeinsame humanitäre Aufgabe besteht darin, dringend eine sichere Route für ukrainische Flüchtlinge zu schaffen.“

Anja Gada von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee fordern die weltweite Abrüstung, inklusive der NATO, damit weitere Kriege gar nicht erst entstehen können: “Waffen ermöglichen Kriege und in diesen können Menschen nur verlieren. Kämpfen wir deshalb weiter, für eine Welt ohne Krieg!”

Auch Balthasar Glättli, Präsident der GRÜNEN, fordert den Erlass von scharfen Sanktionen, welche einen Importstopp für russisches Gas und Öl beinhalten und Russland per sofort aus dem Zahlungssystem SWIFT ausschliessen. Glättli betont ausserdem: “Wir müssen die Energiewende beschleunigen und aus den fossilen Brennstoffen aussteigen – für das Klima, aber auch für die Unabhängigkeit von Russland.”

Cédric Wermuth, Co-Präsident der SP Schweiz ergänzt: «Die Schweiz ist der wichtigste Rohstoffhandelsplatz und bedeutende Finanzdrehscheibe für russische Konzerne. Es ist verantwortungslos, dass der Bundesrat die Milliarden in russischem Besitz nicht sofort einfriert.»

Und Mia Jenni, internationale Sekretärin der JUSO Schweiz, pflichtet bei: «Die offizielle Schweiz muss ihre Verantwortung jetzt wahrnehmen. Es ist Krieg in Europa, Menschen sterben. Die Konten der Kriegstreiber*innen und der Oligarch*innen gehören eingefroren.»

Lars Bünger, Präsident von Libereco, fordert neben Sanktionen für Russland auch ebensolche für Belarus: «Lukaschenko hat den russischen Angriff auf die Ukraine von Belarus aus unterstützt. Beide Diktatoren gehören als Kriegsverbrecher vor den Internationalen Strafgerichtshof.»

Die Zehntausenden von Menschen, welche sich heute in Bern eingefunden haben, zeigen, wie gross die Solidarität mit der Bevölkerung in der Ukraine ist. Es liegt nun am Bundesrat zu zeigen, dass auch für ihn Menschen wichtiger sind als Profite.

Zur Demo aufrufende Bewegungen, Organisationen und Parteien:

Junge Grüne, Campax, GSoA, GRÜNE, SP, JUSO, Public Beta, Schweizerischer Friedensrat, Libereco, Frauen* für den Frieden, WILPF Schweiz, PWAG

 

Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung:

Anja Gada
Sekretariat GSoA
079 666 1343
anja@gsoa.ch