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Panzerknacker, die Zeitung für Rekruten

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Aaaachtung?

Jetzt stehst du also da in der grünen Tarnung - voller Begeisterung, voller Tatendrang und bereit zu Heldentaten? Wohl kaum, eine solche Einstellung findet man etwa so selten wie Dino-Knochen im Garten. Die 15 Wochen RS gehen zwar vorbei. Vielleicht sogar ohne bleibende Schäden ... Aber es ist eine lange Zeit. Jedenfalls lange genug, um sich über die Armee einige Gedanken zu machen.

Dieser Panzerknacker in deinen Händen bietet dir eine Hilfestellung bei Problemen in der RS und erklärt dir die Alternative zum Militär, den Zivildienst. Er stellt dir aber auch die GSoA vor. Wir - die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee - haben am 10. September 1999 250'000 Unterschriften für eine Schweiz ohne Armee und einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst (ZFD) eingereicht. Warum? Das erfährst du weiter unten auf dieser Seite.

Wir wünschen dir beim Lesen viel Spass! Und nicht vergessen: Nicht alles, was sich wichtig macht, muss man auch ernstnehmen...

Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA)

Inhalt dieser Zeitung für Rekruten


Für eine glaubwürdige Sicherheitspolitik:

Schweiz ohne Armee und mit einem freiwilligen zivilen Friedensdienst

Wir sind umzingelt von "Freunden" und der bewaffnete Alleingang macht keinen Sinn. Sollen wir etwa gegen die Nato Krieg führen? Na dann mal viel Vergnügen! An Landesverteidigung glauben wirklich nur noch die Ewiggestrigen. Und als weltweit teuerste Putz-Equipe hätte die Schweizer Armee einen Eintrag ins Guiness-Book der Rekorde verdient. "Man versucht doch nicht, mit einigen Kompanien und Bataillonen, die sich bei der Schadensminderung bewähren, eine zahlenmässig dreihundertmal stärkere Armee zu belegen", meinte der ehemalige Divisionär Alfred Stutz. Dem haben wir nichts beizufügen, Katastrophenhilfe können zivile Organisationen viel billiger und effizienter leisten. Und trotzdem soll die Armee weiterhin volkswirtschaftlich 9 Milliarden pro Jahr kosten. Und trotzdem sollen alle jungen Schweizer in Zukunft sogar 24 Wochen in die RS und jedes Jahr einen WK leisten müssen. Absurd? Wir finden Ja. Für uns ist weder der Mythos der Landesverteidigung noch eine Annäherung an das Militärbündnis der reichen Staaten (Nato), wie ihn sich die Armeemodernisierer wünschen, eine glaubwürdige Sicherheitspolitik.

  Die zwei GSoA-Initiativen in Kürze
"Für eine Schweiz ohne Armee"
Die Armee wird abgeschafft. Zivile Behörden übernehmen deren zivile Aufgaben. Über eine allfällige bewaffnete Beteiligung an internationalen Friedensbemühungen müsste die Bevölkerung erneut abstimmen. Der Bund unterstützt die Umwandlung von militärischen in zivile Arbeitsplätze.
"Für einen freiwilligen Zivilen Friedensdienst"
Der ZFD leistet im In- und Ausland einen Beitrag zum Abbau von Gewaltverhältnissen. Auf Anfrage und in Zusammenarbeit mit lokalen Basisorganisationen steht der ZFD für Menschenrechtsarbeit, Wahlbeobachtungen, sozialen Wiederaufbau und für die Unterstützung lokaler Friedensbestrebungen zur Verfügung. Zivildienstleistenden wird der Friedensdienst angerechnet.

Wir fordern stattdessen einen friedenspolitischen Beitrag der Schweiz auf internationaler Ebene. Die Frage ist: welchen Beitrag? Die arbeitslosen Militärs versuchen uns vorzumachen: "Irgendwo auf der Welt gibt es ein Problem, die Armee fährt hin und löst es." Nur: So einfach funktioniert das nicht. Friede entsteht nicht durch schnelle militärische Eingriffe, sondern ist ein gesellschaftlicher Prozess. Sicherheit ist nicht durch militärische Kontrolle zu haben, sondern durch Solidarität - wir müssen die Ursachen von Konflikten bearbeiten und nicht versuchen, mit der Armee die Konfliktauswirkungen von der Schweiz fernzuhalten. Darum die zweite Initiative für einen "freiwilligen zivilen Friedensdienst" (ZFD). Der ZFD soll dazu beitragen, Gewaltverhältnisse und Konfliktursachen abzubauen. Weltweit werden 1200 Milliarden Franken für Armeen und Rüstung und gerade 20 Milliarden für zivile Konfliktbearbeitung ausgegeben. Viel zu viel für Krieg und zu wenig für Frieden.


Weitermachen auf keinen Fall!

Etwa ein Viertel eines RS-Jahrgangs wird zur Absolvierung der UO vorgeschlagen. Noch immer kann die Armee Soldaten zu "einem bestimmten Grad verpflichten" (Art. 85 DR). Du kannst aber klarmachen, dass du nicht die geeignete Person für eine Militärkarriere bist.

In der RS

In der RS gibt es mehrere Qualifikationsperioden. Schon früh wird herausgefiltert, wer "gewisse Führungsqualifikationen" hat, Verantwortung übernimmt oder seine Kameraden für ihre Dienstpflichten motiviert. Du solltest dir also von Anfang an bewusst sein, wie du dich verhalten willst.
  1. Versuche, von vornherein ungeeignet für die UO-Funktion zu erscheinen (leise sprechen, nicht korrekt grüssen, Verantwortung ablehnen, Aufträge unvollständig erledigen, kein Organisationstalent beweisen ...).
  2. Sprich mit dem Schularzt und erkläre ihm, dass dir bereits die RS psychische Probleme bereitet.
  3. Gib dem beurteilenden Vorgesetzten klar und deutlich zu verstehen, dass du nicht weitermachen willst oder kannst. Falls du trotzdem vorgeschlagen wirst: Unterschreibe nicht selber und lass dich auch nicht überreden, wenn dir angeboten wird, dass du dafür den Zeitpunkt der UO selber wählen darfst!
  4. Mach aus deiner antimilitaristischen Gesinnung keinen Hehl. GSoA-T-Shirts eignen sich ausgezeichnet als Turntenue. Wehre dich auch, wenn du dich ungerecht behandelt fühlst. Spare nicht mit Rekursen und Klagen, wie sie dir gemäss DR (Art. 104) offen stehen.
  5. Reiche beim Vorgesetzten des vorschlagenden Offiziers eine Dienstbeschwerde (gemäss Art. 104 DR) ein. Du kannst sie z.B. damit begründen, dass du unkorrekt beurteilt oder unter Druck gesetzt wurdest.

Nach der RS

Du hast weiterhin verschiedene Möglichkeiten, von der UO wegzukommen, zum Beispiel über ein psychiatrisches Gutachten. Oft ist es allerdings leichter, ganz vom Militärdienst wegzukommen als nur von der UO. Nimm Kontakt auf mit der Beratungsstelle für Militärverweigerung und Zivildienst (Adressen siehe Rückseite).


Aus der RS rauskommen

Hältst du es in der RS nicht mehr aus, stehen dir grundsätzlich zwei Wege offen: ein Zivildienstgesuch stellen oder ärztliche Dispensation.

Zivildienst / Verweigerung

Du hast die Möglichkeit, ein Zivildienstgesuch aus der RS heraus einzureichen (siehe nebenan). Es wird prioritär, d.h. innerhalb ungefähr zweier Wochen behandelt. Dann wirst du von der Zentralstelle für Zivildienst vorgeladen. Um zugelassen zu werden, musst du glaubhaft machen, dass sich der Militärdienst nicht mit deinem Gewissen vereinbaren lässt. Wird das Gesuch akzeptiert, wirst du aus der RS entlassen. Bist du aber schon unerlaubt nach Hause gegangen, wird dir vom Militärgericht auch dann eine Strafe wegen Ausreissens aufgebrummt, wenn dich die Zentralstelle zum Zivildienst zulässt, allerdings in diesem Falle eine eher geringe (Busse). Verweigerung aus anderen Motiven (zum Beispiel politischen Gründen) bleibt in der Schweiz strafbar. Der Tarif beträgt ungefähr 5 bis 10 Monate Knast.

Ärztliche Dispensation

Fehlt dir körperlich nichts Wesentliches, kannst du versuchen, mit psychiatrischer Hilfe wegzukommen. In der RS wendest du dich an den Truppenarzt, den Waffenplatzpsychiater oder den psychologischen Dienst der Armee. Das ist dein Recht. Brich die Unterredung ab, wenn sie dich als Simulanten oder politischen Verweigerer hinstellen wollen. Hole eventuell im Urlaub von einem Hausarzt/Psychiater ein Arztzeugnis ein. Gehst du ohne Dispens nach Hause oder rückst vom Urlaub nicht mehr ein, kommt ein Strafverfahren auf dich zu. Mach es trotzdem, wenn du es wirklich nicht mehr aushältst! Lass dich in der Zwischenzeit von einem privaten Psychiater begutachten und lege das Zeugnis dem Untersuchungsrichter vor - dann hast du gute Chancen, mit einer Busse davonzukommen. Die Heerespolizei wird nicht ausrücken, wenn dein Aufenthaltsort bekannt ist. Nimm früh genug mit einer Beratungsstelle für Militärprobleme Kontakt auf. (Adressen siehe hier).


Zivildienst: Etwas Sinnvolles tun

Wer Schwierigkeiten mit der Militärdienstleistung hat, kann ein Gesuch für Zivildienst einreichen. Voraussetzung für die Zulassung ist, dass ein Gewissenskonflikt wegen dem Militärdienst glaubhaft gemacht werden kann. Zudem dauert der Zivildienst das 1,5fache der noch zu leistenden Militärdiensttage. Allein im Jahre 2000 haben etwa 1500 Personen ein Zivildienstgesuch eingereicht - die Zulassungsrate ist mittlerweile bei rund 85 Prozent.

Wie vorgehen?

Für ein Zivildienstgesuch sind der zuständigen zivilen Behörde (Zentralstelle Zivildienst, Aarestube, Uttigenstrasse 19, 3600 Thun) ein ausführlicher Lebenslauf, eine Darlegung des Gewissensentscheides gegen den Militärdienst, ein Auszug aus dem Zentralstrafregister und das Dienstbüchlein einzureichen. Das Gesuch muss mindestens drei Monate vor einer Militärdienstleistung eingereicht werden, damit du bis zum Entscheid über das Gesuch in keinen Militärdienst einrücken musst. Wenn du aber bereits in der RS bist, kannst du auch aus der RS ein Gesuch einreichen - das Verfahren wird dann beschleunigt. Bis zum Entscheid über das Gesuch musst du aber in der RS bleiben. Lass dich bei der Formulierung deines Gesuchs von einer Beratungsstelle für Militärverweigerung und Zivildienst unterstützen!

Wer entscheidet über dein Gesuch?

Du wirst vor einen dreiköpfigen Ausschuss von Zivilpersonen geladen. In einem einstündigen Gespräch prüfen die drei Kommissionsmitglieder, ob der Gesuchsteller es wirklich nicht mit seinen moralischen Überzeugungen vereinbaren kann, in der Armee mitzuwirken. Es ist nicht sinnvoll, der Kommission erklären zu wollen, warum die Armee Schrott ist. Zeige auf, warum du es persönlich nicht mit deinem Gewissen vereinbaren kannst mitzumachen.

Wo Zivildienst leisten?

Den Zivildienst kannst du bei über 1000 gemeinnützigen Organisationen leisten. Den Einsatzort kannst du prinzipiell selber auswählen. Du brauchst auch nicht den ganzen Zivildienst am Stück zu leisten. "Lohn" erhältst du im Zivildienst genau gleich wie in der Armee: Taschengeld, Essen, Unterkunft (oder finanzielle Entschädigung dafür) und Erwerbsersatz.


E-Mail vom Appellplatz

Als wir auf dem Appellplatz in Appellformation standen, teilte uns der Kadi mit, dass es einen Überschuss in der Kasse gebe. Er schlug vor, das überschüssige Geld einer gemeinnützigen Organisation zu spenden. Er fragte, ob wir einen Vorschlag hätten. Daraufhin hörte man aus aller Mund "Dr GSoA gäh!". Der Kadi fand das nicht so komisch und zog Leine. Ja, liebe Leute, so ist das Leben.
Sdt. C.T.


Page française (GSsA)

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