Zeitungen  |   Hauptseite


GSoA & Keinkrieg Zeitung September 2003
Armee im Inland, Nahost
GSoA & Keinkrieg - Zeitung September 2003

Start

Editorial

Leserbriefe

Kürzerer Zivildienst

Mit Sicherheit verunsichert

Gewalt für eine andere Welt?

Viel Grün am Genfersee

Der Krieg gegen die Uno

Beobachten, um gesehen zu werden

Deutsche Militäroptionen

Kein Ende der Gewaltspirale


2. Bund: Keinkrieg Zeitung Nr. 5

Editorial

Schlechte Karten für den Frieden

Kein Frieden ohne soziale Sicherheit

Schweizer Sozialforum

Kleinwaffen abschaffen

Der 11. September

Wer Freund, wer Feind im Nahen Osten

Am Anfang steht die Lüge

Die Uno im Koma

Frauenrechte in Gefahr

Ungewisse Zukunft

Auf dem Weg zur Militärmacht Europa

Konkreter Handlungsbedarf

Irak: Frauen im Off

Vernetzt denken - vernetzt handeln

Rapper Jurczok 1001

 
-> Druckerfreundliche Anzeige

Frauenrechte in Gefahr

Von Nina Schneider und Barbara Müller für Frauenstimmen gegen den Krieg

Die Lage in Bagdad und anderen irakischen Städten wirkt sich verheerend auf irakische Frauen und Mädchen aus und verhindert zu einem wichtigen Zeitpunkt, dass diese an dem öffentlichen Leben ihres Landes teilnehmen, sagte Human Rights Watch (HRW) am 16.7.03 zur Veröffentlichung des Reports: "Climate of Fear: Sexual Violence and Abduction of Women und Girls in Baghdad." www.hrw.org)

Der 17-seitige Bericht zeigt, dass das Versagen von US-Besatzungstruppen und irakischen Behörden für öffentliche Sicherheit zu sorgen, zu einer Zunahme von Entführungen, Vergewaltigungen und Morden führt. HRW interviewte Vergewaltigungs- und Entführungsopfer, irakische Polizeibeamte, Beamte des Gesundheitssystems, sowie Mitglieder der US-Militärpolizei und zivile Beamte und dokumentiert 23 Fälle von Vergewaltigung und Entführung. Der HRW-Bericht verdeutlicht, dass die lokale Polizei Anzeigen von sexueller Gewalt und Entführung nur wenig Aufmerksamkeit schenkt, dass den Beamten Ressourcen fehlen und Opfer von sexueller Gewalt oft gleichgültig oder diskriminierend behandelt werden. Auch die US-Militärpolizei ist lauf HRW nicht bereit einzugreifen, wenn die irakische Polizei nicht willens oder in der Lage ist, Untersuchungen von sexueller Gewalt und Entführung einzuleiten. In einigen Fällen sind gar die Akten von Vergewaltigungs- und Entführungsfällen verloren gegangen.

HRW fordert deshalb von den irakischen Behörden und den Besatzungstruppen umgehend rechtliche Reformen, Umschulungen für Polizeibeamte und medizinische Einrichtungen für Vergewaltigungsopfer. Bis die irakischen Behörden selbst dazu in der Lage sind, müsse die US-Regierung eine spezielle Kommission einsetzen, welche sexuelle Gewalttaten und Menschenhandel von Frauen und Kindern untersuche.

Auch "Equal Rights Now!" berichtet regelmässig von gravierenden Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen und dem Wiederaufleben islamischer Rechtstradition, welche Frauenrechte aufs Schlimmste missachtet:
Frauen, die heute in Bagdad ohne Socken und Handschuhe unterwegs sind, müssen fürchten, dass ihnen Säure angespritzt wird. Prostituierte werden ermordet. Vergewaltigungen und Tötungen von Frauen sind häufiger als je zuvor. Das überholt geglaubte Gesetz der Familienehre findet wieder vielerorts Anwendung.

Zwei Mädchen wurden von amerikanischen Soldaten vergewaltigt und darauf im Spital von männlichen Verwandten erschossen. Diese Männer glaubten nach islamischem Recht die Schmach sühnen zu können. Eine Schauspielerin wurde von einem Familienmitglied ermordet worden, weil ihr Beruf "Schande" auf die "Familienehre" werfe.

Gewisse Organisationen rufen auch zwecks Rache gegen Mitglieder der Baath-Partei zu Vergewaltigung von Frauen und Mädchen auf. In einem äusserst tragischen Fall wurden nach der Ermordung eines Baathisten, alle seine neun Töchter vergewaltigt. Daraufhin ermordete der Onkel alle diese jungen Frauen, um die "Familienehre" zu retten.


*"Equal Rights Now!" ist eine Publikation der "Iraqi Women's Right Coalition" (IWRC), einem Netzwerk von Exil-Irakerinnen, Frauenrechtsaktivistinnen im Irak und internationalen Frauenorganisationen. IWRC versucht den Aufbau einer neuen Zivilgesellschaft im Irak zu beeinflussen, fordert die bedingungslose Umsetzung von Gleichberechtigung und eine säkulare Verfassung, und wehrt sich insbesondere gegen die Einführung der Shariah.
Zurück


Nach oben
[ Zeitungen ] [ Hauptseite ]
© GSoA, 26.6.2003/dbu