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Panzerknacker
GSoA-Zeitung für Soldaten
GSoA - Panzerknacker

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Die langen Wochen leichter gemacht

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Subsidiäre Einsätze - ein Beispiel

Ich mache nicht weiter, basta!

Sturmgewehr zu Hause: unnötig und gefährlich

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Ich mache nicht weiter, basta!

Jedes Jahr will die Schweizer Armee zahlreiche Kaderfunktionen besetzen. Da aber meist zu wenig freiwillige oder «qualifizierte» Rekruten zu finden sind, werden immer wieder Rekruten gegen ihren Willen verknurrt. Grundsätzlich kannst du laut Militärgesetz «zu einem bestimmten Grad verpflichtet» werden (DR 85). Üblicherweise nach 7 Wochen RS erfährst du, ob du «auserwählt» wurdest. Bis dahin hast du jede Menge Zeit, deine Vorgesetzten von deiner Unfähigkeit zur militärischen Führung zu überzeugen. Aber Vorsicht: deine Vorgesetzten achten ständig auf subtile Hinweise, welche deine versteckten «Talente» aufblitzen lassen.

Does & dont's:

o Korporal

o Pistolenträger

o EX-Rekrut mit schlechter Verhandlungsstrategie

  • Mache schon zu Beginn der RS einen unmotivierten Eindruck: Stelle dich dumm und frage nach Gründen für die Befehle.
  • Unordnung und schlechte Disziplin werden nur ungerne gesehen; Übertreibe es aber nicht, da Schauspielerei oft durchschaut wird.
  • Missachte den Dienstweg, grüsse nie zackig, eher zögerlich und leise.
  • Versuche nicht, als Vermittler oder Motivator in der Truppe zu agieren, höchstens wenn kein Kader anwesend ist.
  • Kommt es zu einem Einzelgespräch mit einem deiner Vorgesetzten, so kann dies auch ein Qualifikationsgespräch sein. Versuche dich unsicher auszudrücken, verwende keine militärischen Slang und mache keine Verbesserungsvorschläge zum Dienst.
  • Wenn du gefragt wirst, ob du weitermachen willst, sage eindeutig und klar, dass du nicht weitermachen wirst, so dass es definitiv und unwiderruflich klingt!
  • Schreibe Rapporte, beschwere dich über Vorgesetzte oder Übungen, aber achte darauf, dass dies nicht als Kritik eines engagierten Mitdenkers ankommt...
  • Stelle die Frage nach dem Sinn des Ganzen und trage im Sport ein GSoA-Shirt oder andere antimilitaristische Zeichen.

Dir droht der «Vorschlag»

Unterschreibe niemals selbst, auch wenn dir «Erleichterungen» versprochen werden. Droht dir die Verpflichtung, so kannst du den Waffenplatzpsychiater oder Truppenarzt aufsuchen, um eine allfällige Untauglichkeit zu beantragen. Lege ihm dar, weshalb du auf keinen Fall weitermachen kannst und lass dies auch deinem Vorgesetzten zukommen. Nimm sofort Kontakt mit der Beratungsstelle für Dienstverweigerung auf, sie kann dir weiterhelfen.

Du musst trotz allem in die UOS

Nützt alles nichts und ein Vorgesetzter unterschreibt den Vorschlag für dich, so rücke nicht in die Anwärterschule, sondern zu deinen Kameraden ein. Wirst du dennoch in die Anwärterschule verlegt, so halte schriftlich fest, dass dies gegen deinen ausdrücklichen Willen geschieht. Du solltest dabei auch mit Dienstverweigerung drohen.

Versuche deinen Arbeitgeber dafür zu gewinnen, der Armee einen Beschwerdebrief zu senden, da er weiter auf dich verzichten muss. So gewinnst du eventuell Zeit für weitere Massnahmen.

«Fange» dir Disziplinarstrafen ein, mache dich so «unmöglich» wie es nur geht, vor allem zu Beginn der Anwärterschule. Auch der Armee ist mittlerweile klar, dass widerwillige Unteroffiziere die Moral der Truppe senken.

Riskiere im schlimmsten Fall auch einen Rauswurf aus der Armee, denn die UOS dauert immerhin 13 Wochen länger als die normale RS .

Übrigens: Die Kaderschmiede Armee ist in den allermeisten Berufsgruppen passé und eine militärische Laufbahn ist meist eher ein Nachteil für die Stellensuche, da kein Arbeitgeber dir gerne jedes Jahr Extraferien für Kadervorkurse und andere Zusatzprogramme gibt. Daran ändern auch die neuerdings «zertifizierten» Kaderlehrgänge nichts.

Die Kaderauswahl beginnt bei der Aushebung

In einer Medienmmitteilung zum Beginn der Armee XXI warnt das VBS: «Schon an der Aushebung kann künftiges Kaderpotenzial ermittelt werden». Daher lohnt es sich, schon bei der Aushebung aufzupassen. Wer gute Leistungen zeigt, läuft Gefahr, den gefürchteten Vorschlag zum Unteroffizier zu erhalten. Das Motto, keinen allzu guten Eindruck zu machen, gilt deshalb nicht nur für die Rekrutenschule, sondern schon bei der Aushebung.

Schwierig wird es, wenn Du zu einer bestimmten Truppengattung gehen willst. Eine gute Leistung an der Aushebung erhöht die Chancen, dass der Wunsch berücksichtigt wird. Da gilt es dann, eine «gewisse» Leistung zu bringen, aber trotzdem darauf zu achten, nicht mit übermässiger Motivation aufzufallen. Umgekehrt gilt natürlich auch, nicht zu übertreiben: Wer am Gymnasium ist und im Intelligenztest alles falsch macht, zieht ebenfalls bereits bei der Aushebung Aufmerksamkeit auf sich.


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