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Weitermachen -
auf keinen Fall!

Etwa ein viertel eines RS-Jahrgangs wird zur Absolvierung der UO vorgeschlagen. Viele gegen ihren Willen. Noch immer besteht im Dienstreglement der zwang zum Weitermachen (Art. 85 des DR 95). Du kannst versuchen klarzumachen, dass Du nicht die geeignete Person für eine Militärkarriere bist. Allgemeingültige Ratschläge gibt es jedoch nicht, Improvisationsgabe ist gefragt.

Tipps für die RS

In der RS gibt es mehrere Qualifikationsperioden. Dein Vorgesetzter muss dann schriftlich eine Beurteilung über Dich erstellen. schon früh (in den ersten fünf Wochen) wird herausgefiltert, wer in der Gruppe «gewisse Führungsqualifikationen» hat, wer Verantwortung übernimmt oder wer es gut kann mit seinen Kollegen. Du solltest Dich von Anfang an entsprechend verhalten. Bist Du einmal auf der Liste, ist es nicht ganz einfach, wieder wegzukommen.

  1. Versuche von vornherein, ungeeignet für die Unteroffiziersfunktion zu erscheinen (mit vorgesetzten und Kameraden leise sprechen, nicht korrekt grüssen, Verantwortung ablehnen, Aufträge unvollständig erledigen, kein Organisationstalent beweisen ...).

  2. Sprich mit dem Schularzt und erkläre ihm, dass Dir bereits die RS psychische Probleme bereitet.
  3. STOP

  4. Gib dem beurteilenden Vorgesetzten und dem Schulkommandanten klar zu verstehen, dass Du nicht weitermachen willst und kannst (z.B. aus psychischen Gründen, beruflichen Schwierigkeiten, Weiterbildung...). Ob Du die Kenntnisnahme des Vorschlags eigenhändig unterzeichnest oder nicht, spielt formell keine Rolle. Trotzdem: Wenn Du nicht weitermachen willst, unterschreibe nicht selber. Manchmal wird bei der Unterschriftenverweigerung gedroht, die UO müsse dann gleich anschliessend an die RS geleistet werden. Gebe man die Unterschrift, könne man den Zeitpunkt der UO wählen. Glaub das nicht einfach und überlege Dir, ob Du in diesem Fall gegen den vorgesetzten eine Beschwerde wegen Einschüchterung (gemäss DR Ziffer 104) einreichen willst. Wenn Du trotzdem unterschreibst, vermerke auf dem gleichen Blatt handschriftlich, dass Du nicht weitermachen willst.
  5. Mach aus deiner antimilitaristischen Gesinnung keinen Hehl. GSoA-T-shirts eignen sich ausgezeichnet als Turntenu. Wehre Dich auch, wenn Du Dich ungerecht behandelt fühlst. spare nicht mit Rekursen und Klagen. wie sie Dir gemäss DR offen stehen. Klagen sind immer Sand im Militärgetriebe.
  6. Reiche beim vorgesetzten des vorschlagenden Offiziers eine Dienstbeschwerde ein. Du kannst sie z.B. damit begründen, dass Du unkorrekt beurteilt oder unter Druck gesetzt wurdest.

Nach der RS

Du kannst die Zeit vor der UO dazu benützen, um zu versuchen, Deinen Vorschlag rückgängig zu machen. Schreibe einen Brief ans VBS (UG Personelles der Armee, VBS, 3003 Bern) und zeige auf, dass Dir die für einen Vorgesetzten notwendigen Führungsqualitäten fehlen. Auch ein Schreiben Deines Arbeitgebers kann nützen. Nach negativer Rückmeldung rufe beim VBS an. Sei aber nicht enttäuscht, wenn es so nicht klappt. Du kannst als nächsten Schritt auch versuchen, ein psychiatrisches Gutachten über Deine Dienstuntauglichkeit erstellen zu lassen. Achtung: Oft ist es leichter, ganz vom Militärdienst wegzukommen als nur von der UO! Über den Zivildienst, als weitere Möglichkeit, erfährst Du mehr im Beitrag "sinnvolles".

Nichteinrücken in die UO führt zu einem Verfahren wegen Militärdienstverweigerung. Die Strafe beträgt >=3 Monate Gefängnis (allenfalls bedingt), ohne Garantie, nicht mehr aufgeboten zu werden. Selbst in der UO gibt es noch Möglichkeiten wegzukommen.

Wer mindestens 8 Tage Arrest erhält, wird zum Beispiel heimgeschickt. Häufig erfolgt danach kein zweites Aufgebot.

Mehr Infos :

  • GSoA-Rechtshilfebroschüre
  • Broschüre «Gegen den Zwang zum Weitermachen» der Beratungsstelle für Militärverweigerung Zürich

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