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Argumente für die Armeeabschaffung |
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[ Übersicht ] |
ArbeitsplätzeBrauchen wir die Armee als Arbeitgeberin? |
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Militärische Arbeitsplätze sind die teuersten und unproduktivsten überhaupt: Die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Armee werden 1998 ungefähr 10 Milliarden Franken betragen. Die gegenwärtig noch 28'000 armeeabhängigen Arbeitsplätze (1990: 40'000) ihrerseits produzieren nichts, was der Schweizer Wirtschaft wieder auf die Beine helfen könnte. Für dieses Geld liessen sich zivile Stellen zuhauf schaffen: Allein von dem im Frühling 1997 beschlossenen 561 Millionen-Investitionsprogramm zugunsten der Bauwirtschaft erwartet der Bund ungefähr 24'000 neue Arbeitsplätze. Nach Annahme der Initiative «Für eine Schweiz ohne Armee» durch Volk und Stände könnte ein Grossteil der von Bund und Kantonen im Bereich der Landesverteidigung Beschäftigten ihre Arbeit behalten, müssten doch Materialbestände, Waffen, Fahrzeuge, militärische Bauten etc. einer zivilen Nutzung zugeführt bzw. umweltgerecht entsorgt werden. Auch die Beseitigung der militärischen Umweltbelastungen und die Umnutzung des riesigen VBS-Landbesitzes würde Jahre beanspruchen. Setzt der Bund zudem einen Teil der eingesparten Armee-Milliarden während einiger Jahre für wirtschaftsstimulierende Investitionsprogramme und Konversionsbemühungen in den betroffenen Betrieben ein, werden neue, zivile Arbeitsplätze mit Zukunft geschaffen. Die Privatwirtschaft und die eidgenössischen Rüstungsbetriebe versuchen heute schon, militärabhängige Arbeitsplätze in zivile umzuwandeln: Kühlschränke werden entsorgt, Kupplungsscheiben für Autos oder Airbus-Komponenten produziert, Batterien wiederverwertet und anderes mehr. Die Pilatus-Werke in Stans wollen den Umsatzanteil von zivilen Produkten von heute 25 Prozent auf mindestens die Hälfte steigern. Solche Anstrengungen verdienen Unterstützung. Die Initiative verlangt daher ausdrücklich: «Der Bund fördert die Umstrukturierung der von der Abrüstung betroffenen Betriebe und Verwaltungen auf zivile Güter und Dienstleistungen. Er unterstützt betroffene Beschäftigte und Regionen.» Die öffentlichen Kassen können es sich nicht länger leisten, private Firmen zu subventionieren, die überteuerte und für den zivilen Markt uninteressante Produkte herstellen. Die Privatwirtschaft ihrerseits würde mit der Abschaffung der Armee jährlich um mehrere Milliarden Franken entlastet, müsste sie doch nicht mehr für Erwerbsausfälle, Produktivitätsverluste, Pflichtlagerhaltungskosten etc. aufkommen. Selbst die Banken haben erkannt, dass die Armee auch wirtschaftlich unsinnig ist. In einem Bericht der Bankiervereinigung aus dem Jahr 1994 heisst es schwarz auf weiss: «Die These, dass das Militär Arbeitsplätze schafft oder erhält, ist volkswirtschaftlich nicht stichhaltig. Mit einem anderweitigen Einsatz dieser Mittel könnten sehr viel effizienter Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten werden." |
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Für einen Bruchteil der Militärausgaben könnte ein Vielfaches an zivilen Stellen geschaffen werden. Die Umwandlung von militärischen in zivile Arbeitsplätze ist mit politischem Willen und staatlicher Unterstützung sehr wohl möglich. |
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