Argumente für die Armeeabschaffung

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Sicherheit

Trägt die Armee zu unserer Sicherheit bei?

Heute ticken eine ganze Reihe von sozialen und ökologischen Zeitbomben. In der Schweiz sind so viele Menschen arbeitslos wie nie zuvor. Die Wirtschaft steckt in einer tiefen Rezession. Die sozialen Sicherungen, welche der Schweiz während Jahrzehnten Wohlstand und Stabilität garantiert haben, sind in Gefahr. Die Frage der europäischen Integration droht das Land zu spalten. Frauen und Kinder leiden im sozialen Nahbereich häufig unter gewalttätigen Männern. Verkehr und Energieverbrauch wachsen weiter und im Gleichschritt spitzen sich die Probleme der Luftverschmutzung, der Kulturlandzerstörung und der Atommüllentsorgung zu.

Auch weltweit nehmen die sozialen Gegensätze zu. 358 Milliardäre sind gemeinsam so reich wie die Hälfte der Weltbevölkerung. Die entfesselten Finanzmärkte provozieren Konflikte zwischen den Nationen, die sich mehr und mehr der politischen Steuerbarkeit entziehen. Als Folge werden mehrere hundert Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Jede Woche sucht eine Million von ihnen Zuflucht in den Elendsvierteln der grossen Metropolen, die meisten in der Dritten Welt. Die Zerstörung unserer Umwelt - ein weiterer Grund für die weltweiten Fluchtbewegungen - hält an. Die Ozonschicht zerfällt und mit dem Regenwald wird die Lunge der Erde abgeholzt.

Gegen all diese Gefahren kann die Armee nicht das geringste ausrichten. Oder etwa doch? Immer mehr Politiker des reichen Nordens bringen die Herausforderungen der Zukunft auf einen einfachen Nenner: Die Gefahr heisse «Instabilität». Und die Nato-Armeen behaupten, sie würden die Probleme schon unter Kontrolle bekommen.

Dass Sicherheit nicht mehr in einem beschränkten nationalstaatlichen Rahmen diskutiert werden kann, ist schon ein Allgemeinplatz geworden. Die entscheidende Frage lautet heute: Ist «Sicherheit» eine politische oder eine militärische Herausforderung. Die Antwort der Militärs, «kollektive Sicherheit» sei eine Angelegenheit von Militärbündnissen, ist falsch. Militärische Repression wird die Ursachen von Gewalt, Unsicherheit und Unfrieden niemals beseitigen. Diese Probleme verlangen nicht nach Waffen und Disziplin, sondern nach politischer Erfindungsgabe und zivilem Engagement.

Militärische Kontrollversuche werden die Ursachen von Unsicherheit langfristig nur verstärken. Um diese Probleme anzugehen, braucht es neue politische Ansätze. Zivile Solidarität von unten und über staatliche und gesellschaftliche Grenzen hinweg leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

© 1998 by GSoA; Gruppe Schweiz ohne Armee
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